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News – Veranstaltungen – Calls

27. Januar 2026 14:00
TagungErinnerung im Wandel – Geschichten, die verbinden
Ein Symposium zur Erinnerungskultur in Debrecen (HU), Strasshof (AT) und Stadtallendorf (DE) anlässlich des Internationalen Holocaust Gedenktages 2026. In memoriam Éva Fahidi. Das Symposium widmet sich zeitgemäßen Formen der Holocaust-Erinnerung und dem Umgang mit gebrochenen Biograf...Weiterlesen...
29. Januar 2026 18:30
Simon Wiesenthal LectureAndrea Löw: „Die erste Zeit der Befreiung war mir das Leben fast unerträglich.“ Deportierte Jüdinnen und Juden im Jahr 1945
„Jetzt bin ich müde, so furchtbar abgekämpft, und doch sehe ich, daß ich weiter kämpfen muß, weil ich anfangen will zu leben – ja, mit 24 Jahren beginnt man zu leben. Wo fange ich an? Wo ist die Hand, die sich mir in Verständnis und Freundschaft entgegenstreckt und sagt: Komm?“ Dies s...Weiterlesen...
17. Februar 2026 18:00
BuchpräsentationEdith Blaschitz und Martin Krenn (Hg.): Spuren lesbar machen. Das NS-Zwangslager im Granitwerk Roggendorf. Neue Formen der Geschichtsaufarbeitung zwischen Kunst und Wissenschaft, Studienverlag, Innsbruck, 2025
Das Buch präsentiert die Ergebnisse eines interdisziplinären Teams, das in den Jahren 2022 und 2023 die Geschichte nationalsozialistischer Zwangsarbeit im Granitwerk Roggendorf bei Pulkau erforschte und vor Ort sichtbar machte. Im Granitwerk wurden zwischen 1941 und 1945 Kriegsgefange...Weiterlesen...

 

 

Call for Papers: Storylines and Blackboxes. Konstellationen auto/biographischer Erzählungen über Gewalterfahrungen im Kontext des Zweiten Weltkrieges

 

Internationaler Workshop veranstaltet vom Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI) gemeinsam mit dem Institut für Europäische Ethnologie und dem Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien, 22.-24. Mai 2014

 

Gewalterfahrungen aus unterschiedlichen Perspektiven spielen in biographischen Erzählungen über die Zeit des Zweiten Weltkriegs eine wichtige Rolle und haben in der Auseinandersetzung mit der Nachgeschichte des Nationalsozialismus und seiner Verbrechen besondere Aufmerksamkeit und Reflexion erfahren. Die Bedeutung dieser Gewalterzählungen im Kontext gesellschaftlicher, insbesondere national ausgerichteter Identitätskonstruktionen ist seit längerem Gegenstand differenzierter Reflexion und Theoriebildung. Dagegen blieb der auto/biographische Charakter vieler dieser Erzählungen bislang wenig beleuchtet – auch wenn gerade in jüngster Zeit angesichts des Umbruches zwischen kommunikativem und kulturellem Gedächtnis die Bedeutung und Geschichte der Figur des „Zeitzeugen", und das Verhältnis zwischen ZeithistorikerInnen und ZeitzeugInnen neu befragt wurde.

 

Das Erzählen über Erfahrungen des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs ist, so die Ausgangshypothese des geplanten Workshops, immer auch Teil eines individuellen Projekts der Autobiographie, das sich im Prozess des Lebenslaufs immer wieder verändert, verdichtet und verschiebt. Anknüpfend an Konzepte der Erzählforschung ebenso wie der Oral History nähert sich der Workshop daher dem Erzählen über Gewalterfahrungen anhand von Fragen nach der Bedeutung dieses biographischen Erzählens für die Einzelnen. Dabei sollen nicht nur spezifische autobiographische Praktiken und unterschiedliche Performanzen biographischer Narrative thematisiert werden, sondern es soll vor allem auch nach den Konstellationen gefragt werden, in denen historisch vermittelte kulturelle Muster des Autobiographischen in sozial variierenden Praktiken des Erzählens angewandt werden. Auf die (wenig reflektierte) kulturelle Ressource des auto/biographischen Erzählens in der ersten Person Singular wird in spezifischen Situationen zurückgegriffen, wenn individuelle Impulse und Motive des Erzählens über Gewalterfahrungen mit gesellschaftlichen Instanzen und Interessenslagen zusammentreffen, die diese biographischen Erzählungen nachfragen, veröffentlichen, instrumentalisieren, oder auch ablehnen oder verschweigen. Dies gilt für die Berichte von Überlebenden von Deportation und Vertreibung, von Lagern, Zwangsarbeit, sexualisierter Gewalt und Kriegsgefangenschaft, gilt aber auch für die Erinnerungen von vielen Angehörigen jener Gruppen, die selbst Gewalt ausübten.


Die Historizität dieser Konstellationen und der Erzählungen, die in ihrem Kontext seit 1945 entstanden sind und entstehen, bilden den Fokus des Workshops. Anliegen des Workshops ist es, diese Fragen in einer erweiterten und vergleichenden Perspektive auf die europäische und globale Nachgeschichte des Zweiten Weltkrieges zu reformulieren und nochmals theoretisch durchzudenken. Die historische Dynamik dieser Konstellationen und der Entstehungszusammenhang der Erzählungen stehen dabei im Fokus. Hier gilt es nachzufragen, wer in welchen historischen und kommunikativen Konstellationen und in welcher biographischen Situation über Gewalterfahrung erzählt. Diese Nachfrage richtet sich auch an diejenigen, die solches Erzählen anstoßen, provozieren, unterstützen. Was ist wann in welcher Form in einer Gesellschaft erzählbar, wann nicht, wann nicht mehr? Wie verhalten sich autobiographische Erzählungen zu erinnerungspolitischen Konstruktionen von Identität, Authentizität, (Zeit)ZeugInnenschaft?


Es sind also die Nachgeschichten der Geschichte des Zweiten Weltkrieges im Modus des Auto/Biographischen und deren Konstellationen, auf die sich der Workshop konzentriert:


- die globale Dimension von Nachgeschichten: Eine differenzierte Diskussion über Erzählungen von Gewalterfahrungen des Zweiten Weltkrieges bedarf des Vergleichs zwischen Erzählungen unterschiedlicher lokaler, nationaler, europäischer und außereuropäischer Provenienz, die heute deutlich durch die Logik transnationaler Großprojekte geprägt sind.


- die Vielfalt der Formen und Formate von Nachgeschichten: Das autobiographische Erzählen über Gewalterfahrung manifestiert sich in Formen des Sprechens, Schreibens, Bebilderns und deren Kombinationen, die durch spezifische Medienlandschaften und Muster der Reduktion von Komplexität beeinflusst sind.


- die unterschiedlichen individuellen wie gesellschaftlichen, durchaus nicht immer in Einklang miteinander stehenden Rahmungen dieser Nachgeschichten: Politisch initiierte Archivprojekte, pädagogische oder künstlerische Konzepte, aber auch medial sehr erfolgreiche TV-Formate von ZeitzeugInnen-Interviews können sich etwa mit biographischen und familiengeschichtlichen Ambitionen der Einzelnen treffen, diesen aber auch widersprechen. Von besonderer Relevanz ist hier die Frage nach der Genderspezifik im Zusammenhang auto/biographischer Erzählungen über Gewalt, der Inhalte des Erzählens ebenso wie der Erzählbarkeit/Nichterzählbarkeit und der Performanzen dieses Erzählens.


Eine derartige, historisch differenzierende Bestandsaufnahme des auto/biographischen Erzählens über Gewalterfahrungen im Hinblick auf den Zweiten Weltkrieg ist als Intervention zu verstehen, die kritische Reflexion nicht zuletzt auch der wissenschaftlichen Arbeit mit diesen Erzählungen, aber auch der Kommunikation mit ZeitzeugInnen voranzutreiben.


Die VeranstalterInnen erbitten Vorschläge für Diskussionsbeiträge zu den skizzierten Fragen, für Beiträge, die in bestehende Denkweisen und Praktiken eingreifen und auf Logiken und Routinen aufmerksam machen, um diese für neue Perspektiven und Reformulierungen zu öffnen.


Die Arbeitssprachen der Konferenz sind Deutsch und Englisch. Die Aufenthaltskosten werden von den VeranstalterInnen getragen, die bemüht sein werden, auch für die Reisekosten eine gesonderte Förderung zu erhalten.


Bewerbungen in Deutsch oder Englisch mit einem Exposé des Themas im Umfang von maximal 3.500 Zeichen und einer Kurzbiographie sind mit dem Betreff "Workshop 2014" bis zum 30. November 2013 zu richten an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! 

 

Der Vortrag selbst soll nicht länger als 20 Minuten dauern.


Über die Annahme des Proposals entscheidet eine von den VeranstalterInnen zusammengesetzte Jury. Der Erhalt des Proposals wird umgehend bestätigt. Sollten Sie keine Bestätigung erhalten bitten wir Sie, diese zu urgieren.

 

Idee: Johanna Gehmacher Klara Löffler
Konzept: Johanna Gehmacher, Éva Kovács, Klara Löffler und Béla Rásky
Organisation: Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI)

 

CfP - Storylines and Blackboxes PDF (Deutsch)

CfP - Storylines and Blackboxes PDF (English)

 

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