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Simon Wiesenthal Lecture
Isabell Trommer: Die zweite Karriere des Albert Speer
   

Thursday, 18. January 2018, 18:30 - 20:00

Dachfoyer des Haus-, Hof- und Staatsarchivs 1010 Wien, Minoritenplatz 1

 

Mit der Entlassung Albert Speers aus dem Spandauer Kriegsverbrechergefängnis am 1. Oktober 1966 beginnt eine der erstaunlichsten Geschichten der Nachkriegszeit: Bis zu seinem Tod am 1. September 1981 war der einstige Architekt und Rüstungsminister Hitlers ein Entlastungszeuge in der Bundesrepublik Deutschland und ein Zeitzeuge in der Welt. Seine Erinnerungen (1969) und seine Spandauer Tagebücher (1975) waren in den Medien und Buchhandlungen überragende Erfolge. Isabell Trommer untersucht die Wahrnehmung Speers in der deutschen Öffentlichkeit von den 1960er-Jahren bis in die Gegenwart. Im Mittelpunkt stehen dabei Rechtfertigungsdiskurse, die nicht nur den Umgang mit Speer selbst geprägt haben, sondern viel über das Verhältnis der Bundesrepublik zum Nationalsozialismus und die Grundzüge ihrer politischen Kultur verraten. Auch das Verhältnis zwischen Simon Wiesenthal und Albert Speer nimmt die Autorin dabei in den Blick.

Isabell Trommer ist Politikwissenschaftlerin und Lektorin. Ihr Buch Rechtfertigung und Entlastung. Albert Speer in der Bundesrepublik erschien 2016 in der Wissenschaftlichen Reihe des Frankfurter Fritz Bauer Instituts.

Moderation: Bertrand Perz, Universität Wien

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