Die Zukunft des Erinnerns
Eintritt frei
Das Museum widmet sich dem Holocaustüberlebenden Simon Wiesenthal, der nach seiner Befreiung aus dem KZ Mauthausen NS-Täter:innen aufspürte und vor Gericht brachte. Diese Tätigkeit trug Wiesenthal internationale Bekanntheit und Anerkennung ein. Dabei forderte er von Österreich ein offenes Bekenntnis zur eigenen Täterrolle im Zweiten Weltkrieg und eine konsequente Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit. Das Museum zeigt Wiesenthals Beweggründe und dokumentiert seine Methoden.
Die Zukunft des Erinnerns – Museum Simon Wiesenthal
Ein zentraler Teil der Vermittlungsarbeit ist „Die Zukunft des Erinnerns – Museum Simon Wiesenthal“, das sich im Erdgeschoß des VWI befindet. Im Mittelpunkt stehen Wiesenthals Methoden, Motive und Beweggründe sowie aktuelle Forschungsergebnisse, die in das Museum einfließen.
Der Holocaust-Überlebende Simon Wiesenthal widmete sein Leben nach der Befreiung aus dem Konzentrationslager Mauthausen dem Aufspüren von NS-Täter:innen. Ein Kurzfilm zeigt sein erstes Büro in Wien dokumentiert eindrucksvoll, unter welch einfachen Bedingungen er Dokumente und Informationen sammelte – Material, das heute den Grundstock des Simon Wiesenthal Archivs bildet.
Ausgewählte Dokumente aus diesem Archiv werden auf einem virtuellen Schreibtisch präsentiert. Sie erzählen die Geschichte prominenter Fälle wie jener von Adolf Eichmann oder Hermine Braunsteiner. Ein Adressbuch aus Wiesenthals Nachlass veranschaulicht sein weitreichendes Netzwerk – bestehend aus Überlebenden, Informant:innen, Unterstützer:innen, Politiker:innen und Mitstreiter:innen im Kampf für Gerechtigkeit.
Trotz internationaler Anerkennung war Wiesenthal in Österreich lange Zeit massiven Anfeindungen ausgesetzt. Ab den 1970er Jahren und insbesondere nach der Kreisky-Wiesenthal-Affäre 1975 wurde Wiesenthal zunehmend zu einer öffentlichen Persönlichkeit und einem der Meinungsführer:innen in den österreichischen Medien. Die Ausstellung gibt auch einen kleinen Einblick in diese Auftritte.
Das akademische Vermächtnis seiner akribischen, detektivischen und aktivistischen Arbeit wird heute im Vienna Wiesenthal Institute (VWI) in die solide wissenschafltiche Forschung transferiert. Es ruht auf drei Säulen: Forschung, Dokumentation und Vermittlung/Public History.