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CfP - Workshops
Überlebendenverbände: Erinnerungsgemeinschaften und politische Akteure im Kalten Krieg
   

Vom Montag, 12. Oktober 2020 -  08:00
Bis Sonntag, 6. Dezember 2020 - 23:59

 

„Nie wieder!“ – dieser Ruf, als Motto auf zahlreichen Veranstaltungen wie den Befreiungsfeiern in den Konzentrationslagern zu hören bzw. auf Transparenten und Plakaten seit 1945 zu lesen, war zentraler Ansporn und zentrales Motiv für vielfältige Aktivitäten von Überlebendenorganisationen, in denen sich ehemalige Widerstandsangehörige und politische KZ-Häftlinge nach der Befreiung zusammenschlossen. Im Kalten Krieg vielfach entlang politisch-ideologischer Grenzen zerstritten, entwickelten die Organisationen der Überlebenden beträchtliches Engagement für die geschichtliche Aufarbeitung und Erinnerung an Krieg, Widerstand und (politischer) Verfolgung, für Entschädigung, Renten und medizinische Versorgung und für eine Bestrafung der Täter. Darüber hinaus waren sie vielfach sozial tätig, organisierten Hilfe für politische Gefangene der Nachkriegsdiktaturen oder ermöglichten Kuraufenthalte für die gesundheitlich schwer beeinträchtigten Überlebenden. Als Teil der beiden Blöcke im weltpolitischen Konflikt der Nachkriegszeit waren sie zudem in die Propagandakampagnen von Ost und West einbezogen, in der Friedensbewegung der 1970er- und 1980er-Jahre engagiert und setzten sich für eine Aussöhnung der ehemaligen Kriegsgegner bzw. eine Entspannung zwischen Ost und West ein. Die Überlebendenzusammenschlüsse waren Teil von Netzwerken aus unterschiedlichen lokalen, nationalen und internationalen Organisationen, darunter die Vereinten Nationen und Verbände ehemaliger Soldaten.

In den letzten Jahren erfährt die Geschichte der NS-Opfer nach der Verfolgung und ihre vielfältigen Aktivitäten verstärkte Aufmerksamkeit in der Forschung, wobei auch die Ambivalenzen des Engagements ehemals politisch Verfolgter thematisiert werden. Beispielsweise waren die Verbände politisch Verfolgter am Ausschluss bestimmter Überlebender aus der Entschädigung beteiligt. In den Volksrepubliken stützten sie und ihre Funktionäre die Regime, transportierten das offizielle Geschichtsbild und waren häufig tief in die politischen Verfolgungen verstrickt.

Ziel der Tagung ist es, einen Querschnitt durch die Forschungen zu den Überlebenden und ihren vielfältigen Zusammenschlüssen zu gewinnen. Die leitende Frage ist deshalb bewusst offen und weit formuliert. Im Zentrum der Tagung soll das Verhältnis zwischen Gesellschaft, Politik, Justiz, Erinnerung und den Überlebenden/ihren Organisationen stehen.

Vorträge (maximal 30 Minuten) können sich beispielsweise mit einem oder mehreren der folgenden Themenfelder befassen:

  • Organisation, Netzwerke und Personal der Verbände
  • Die Verbände auf dem Feld der Erinnerung, Aufklärung, Geschichtsforschung
  • Soziale und medizinische Tätigkeit/Einsatz für Renten und Entschädigungen
  • Rolle von Überlebenden und ihren Verbänden in der und für die Strafverfolgung von NS-Verbrechern

Abstracts (maximale Länge: 250-300 Wörter) und Kurzvita (maximal 50-100 Wörter) in Deutsch oder Englisch bitte bis spätestens 6. Dezember 2020 an

Maximilian Becker Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! und Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! mit dem Betreff „CFP–Überlebendenverbände“ senden.

Die Teilnehmer werden bis Mitte Januar 2021 verständigt.

Die Tagung wird am 19./20. April 2021 in Wien stattfinden. Tagungssprachen sind Deutsch und Englisch.

Die Übernachtungskosten in Wien werden übernommen, Reisekosten sind zunächst von den TeilnehmerInnen selbst zu tragen und werden bis zur Höhe von 300 Euro für das preiswerteste Verkehrsmittel (i.d.R. Bahnfahrt 2. Klasse) erstattet.

Eine gemeinsame Veranstaltung von
Institut für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte (IKT) an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien, und dem Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI) in Kooperation mit dem Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands (DÖW), Wien und dem Collegium Carolinum, München.

Konzept: Maximilian Becker, IKT.

 

IKT Farbe web  AA VWI Logo transpar logo DoeW Collegium Carolinum CMYK

 


Survivors’ Associations: Memory Groups and Political Actors in the Cold War

“Never again!” – this call can be heard at numerous events, such as the liberation celebrations in the concentration camps, and can be read on banners and posters. Since 1945, it has been the central incentive and central motive for a variety of activities by survivors’ organisations in which former members of the resistance and former political prisoners of concentration camps joined together after liberation. During the Cold War, the survivors’ organisations were often at loggerheads along political and ideological lines, yet they developed a considerable commitment to the historical reappraisal and remembrance of war, resistance, and (political) persecution, to compensation, pensions, and medical care, and to the punishment of the perpetrators. In addition, they were often socially active, organising assistance for political prisoners of postwar dictatorships and providing health support for the survivors, who were severely impaired. As part of the two blocs in the global political conflict of the postwar period, they were also involved in the propaganda campaigns of East and West as well as in the peace movement of the 1970s and 1980s, and worked towards the reconciliation of former enemies of war and the easing of tensions between East and West. The survivors’ associations were part of various networks of local, national, and international organisations, including the United Nations and veterans’ associations.

In recent years, the history of Nazi victims and their manifold activities after persecution have received increased attention in research, in which the ambivalence of former politically persecuted persons has also been addressed. For example, the associations of politically persecuted persons were involved in the exclusion of certain survivors from compensation. In the People’s Republics, they and their functionaries supported the regimes, conveyed the official view of history, and were often deeply involved in political persecutions.

This conference aims to provide a cross-section of research on the survivors and their various associations. The guiding question is therefore deliberately open and broadly formulated. The conference will focus on the relationship between society, politics, justice, memory, and the survivors and their organisations.

Presentations (maximum 30 minutes) could, for example, deal with one or more of the following topics:

  • Organisation, networks, and personnel of the associations
  • The associations in the field of memory, enlightenment, and historical research
  • Social and medical activities/pension and compensation
  • The role of survivors and their associations in the prosecution of Nazi criminals

Please send abstracts (maximum 250-300 words) and short CVs (maximum 50-100 words) in German or English not later than 6 December 2020 to

Maximilian Becker Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! and Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! with the subject “CFP–Survivors”.

The participants will be notified by mid-January 2021.

The conference will take place on 19/20 April 2021 in Vienna. The conference languages are German and English.

Accommodation costs in Vienna will be covered, travel expenses have to be paid by the participants first and will be reimbursed up to 300 Euros for the cheapest means of transport (usually a 2nd-class train ticket).

The conference is a joint event of the Institute of Culture Studies and Theatre History (IKT) at the Austrian Academy of Sciences, Vienna, and the Vienna Wiesenthal Institute for Holocaust Studies (VWI) in cooperation with the Documentation Archive of Austrian Resistance (DÖW), Vienna, and Collegium Carolinum, Munich.

Concept: Maximilian Becker, IKT.

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Das Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI) wird gefördert von:

 

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