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Simon Wiesenthal Lectures

 

Die regelmäßig, alle sechs bis acht Wochen stattfindende Vortragsreihe, setzt sich zum Ziel, mithilfe renommierter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die aktuellsten Forschungsergebnisse zum Holocaust sowohl einem Fach- als auch einem breiteren Publikum zu präsentieren – und dabei das beeindruckende Spektrum dieser Disziplin, die zahlreichen Frage- und Problemstellungen von der empirisch-analytischen Historiografie bis zu kulturwissenschaftlichen Themen, jüngere Forscherinnen und Forscher ebenso wie bereits arrivierte, zu berücksichtigen.

 

Die Vortragsreihe der Simon Wiesenthal Lectures hat sich seit 2007, noch in der Aufbauphase des Wiener Wiesenthal Instituts für Holocaust-Studien (VWI), damals in Zusammenarbeit mit dem Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes und dem Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien, als tragendes Element der Vermittlung neuerer wissenschaftlicher Ergebnisse im Bereich der Holocaustforschung bzw. der Holocaust- und Genozid-Studien zum Flaggschiff der Vermittlungstätigkeit des VWI entwickelt.

 

Über ein Jahrzehnt bot das Österreichischen Staatsarchiv im Dachfoyer des Haus-, Hof- und Staatsarchivs großzügigerweise den Simon Wiesenthal Lectures Obhut. Während den herausfordernden Jahren der Pandemie wurden die Lectures online abgehalten. Ab Herbst 2022, um weitere Publikumsgruppen zu erschließen, konnte mit dem Wien Museum eine neue Kooperationspartner gewonnen werden. Bis zur Wiedereröffnung des Hauptstandortes am Karlsplatz werden die SWL im MUSA, Felderstraße 6-8, neben dem Wiener Rathaus stattfinden.

 

 

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Simon Wiesenthal Lecture
Sebastian Schirrmeister: Recht auf Rache? Literarische Vergeltungsfantasien nach der Shoah
   

Donnerstag, 24. Februar 2022, 18:30 - 20:00

Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI) 1010 Wien, Rabensteig 3, Research Lounge

 

Online: https://us02web.zoom.us/j/89708352300

„Recht, nicht Rache“ – Simon Wiesenthals moralische Formel ist eine oft und gern gehörte Antwort auf die Frage, wie dem Menschheitsverbrechen der Shoah angemessen zu begegnen sei. Doch ist es auch die menschlich naheliegendste Reaktion auf Verfolgung, Vernichtung und Verlusterfahrung? Sind Recht und Rache tatsächlich Gegensätze? Was passiert, wenn das Recht versagt? Während es aus historischer, politischer und moralischer Sicht gute Argumente für ein Beharren auf dem Rechtsprinzip gibt, sprechen literarische Rachegeschichten eine andere Sprache. Im unbeschränkten Raum der literarischen Fiktion, findet der zutiefst menschliche Wunsch nach Rache seinen Ausdruck, werden die Konsequenzen erörtert, wird gefragt: Was wäre, wenn...? Nicht erst seit Inglourious Basterds (2009) sind imaginierte Vergeltungserzählungen ein Stachel im Fleisch des dominanten Versöhnungsdiskurses und gerade deshalb geeignet, gegenwärtige Geschichtsbilder und Erinnerungskulturen produktiv zu stören und kritisch zu hinterfragen.

Sebastian Schirrmeister hat in Potsdam und Haifa Jüdische Studien und Germanistik studiert und in Hamburg über Verflechtungen deutsch- und hebräischsprachiger Literatur promoviert. Er war wissenschaftlicher Mitarbeiter in Hamburg, Fellow am Rosenzweig-Zentrum in Jerusalem, Amos Oz Gastprofessor in München und zuletzt Moritz Stern Fellow am Lichtenberg-Kolleg Göttingen. Sein aktuelles Projekt Legitime Leidenschaften widmet sich dem Nachdenken über Rache in jüdischen Literaturen nach der Shoah.

Auf Grund beschränkter Teilnehmer*innenzahl Live und online

Mit der Teilnahme an dieser Veranstaltung stimmen Sie der Veröffentlichung von Fotos, Video- und Audioaufzeichnungen zu, die im Rahmen der Veranstaltung entstehen.
Für eine Teilnahme vor Ort bitten wir um Anmeldung bis 22. Februar 2022, 12:00 Uhr unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Es gilt die 2-G+-Regeln sowie die FFP2-Maskenpflicht. Bitte bringen Sie einen Lichtbildausweis mit.

SWL81 Schirrmeister

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