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Simon Wiesenthal Lectures

 

Die regelmäßig, alle sechs bis acht Wochen stattfindende Vortragsreihe, setzt sich zum Ziel, mithilfe renommierter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die aktuellsten Forschungsergebnisse zum Holocaust sowohl einem Fach- als auch einem breiteren Publikum zu präsentieren – und dabei das beeindruckende Spektrum dieser Disziplin, die zahlreichen Frage- und Problemstellungen von der empirisch-analytischen Historiografie bis zu kulturwissenschaftlichen Themen, jüngere Forscherinnen und Forscher ebenso wie bereits arrivierte, zu berücksichtigen.

 

Die Vortragsreihe der Simon Wiesenthal Lectures hat sich seit 2007, noch in der Aufbauphase des Wiener Wiesenthal Instituts für Holocaust-Studien (VWI), damals in Zusammenarbeit mit dem Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes und dem Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien, als tragendes Element der Vermittlung neuerer wissenschaftlicher Ergebnisse im Bereich der Holocaustforschung bzw. der Holocaust- und Genozid-Studien zum Flaggschiff der Vermittlungstätigkeit des VWI entwickelt.

 

Über ein Jahrzehnt bot das Österreichischen Staatsarchiv im Dachfoyer des Haus-, Hof- und Staatsarchivs großzügigerweise den Simon Wiesenthal Lectures Obhut. Während den herausfordernden Jahren der Pandemie wurden die Lectures online abgehalten. Ab Herbst 2022, um weitere Publikumsgruppen zu erschließen, konnte mit dem Wien Museum eine neue Kooperationspartner gewonnen werden. Bis zur Wiedereröffnung des Hauptstandortes am Karlsplatz werden die SWL im MUSA, Felderstraße 6-8, neben dem Wiener Rathaus stattfinden.

 

 

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Simon Wiesenthal Lecture
Marie-Luise Wandruszka: Das Buch Goldmann. Ingeborg Bachmanns Darstellung des postnazistischen Wien
   

Donnerstag, 22. März 2018, 18:30 - 20:00

Dachfoyer des Haus-, Hof- und Staatsarchivs 1010 Wien, Minoritenplatz 1

 

Als Ingeborg Bachmann im Herbst 1973 starb, war ihr erster Roman Malina schon erschienen, ein zweiter, Das Buch Goldmann, sollte folgen. Viele der dazu gehörenden Typoskripte handeln vom postnazistischen Wien, aus dem Ingeborg Bachmann 1953 ›geflüchtet‹ war. Im nun rekonstruierten Buch Goldmann, in diesem tragisch-komischen Gesellschaftsroman, der sich stilistisch und inhaltlich sehr von ihren kanonisierten Werken, wie Das dreißigste Jahr, Malina oder Das Buch Franza unterscheidet, wird die gestörte politische Kommunikation nach 1945 zur wesentlichen Ursache von Ernst und Fanny Goldmanns Unglück.

Marie-Luise Wandruszka lehrt Germanistik an der Universität Bologna. Zahlreiche Publikationen zur deutschen und österreichischen Literatur, zuletzt Herausgeberin des ersten Bandes der neuen Bachmann-Werkausgabe im Verlag Suhrkamp.

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