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Simon Wiesenthal Lectures

 

Die regelmäßig, alle sechs bis acht Wochen stattfindende Vortragsreihe, setzt sich zum Ziel, mithilfe renommierter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die aktuellsten Forschungsergebnisse zum Holocaust sowohl einem Fach- als auch einem breiteren Publikum zu präsentieren – und dabei das beeindruckende Spektrum dieser Disziplin, die zahlreichen Frage- und Problemstellungen von der empirisch-analytischen Historiografie bis zu kulturwissenschaftlichen Themen, jüngere Forscherinnen und Forscher ebenso wie bereits arrivierte, zu berücksichtigen.

 

Die Vortragsreihe der Simon Wiesenthal Lectures hat sich seit 2007, noch in der Aufbauphase des Wiener Wiesenthal Instituts für Holocaust-Studien (VWI), damals in Zusammenarbeit mit dem Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes und dem Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien, als tragendes Element der Vermittlung neuerer wissenschaftlicher Ergebnisse im Bereich der Holocaustforschung bzw. der Holocaust- und Genozid-Studien zum Flaggschiff der Vermittlungstätigkeit des VWI entwickelt.

 

Über ein Jahrzehnt bot das Österreichischen Staatsarchiv im Dachfoyer des Haus-, Hof- und Staatsarchivs großzügigerweise den Simon Wiesenthal Lectures Obhut. Während den herausfordernden Jahren der Pandemie wurden die Lectures online abgehalten. Ab Herbst 2022, um weitere Publikumsgruppen zu erschließen, konnte mit dem Wien Museum eine neue Kooperationspartner gewonnen werden. Bis zur Wiedereröffnung des Hauptstandortes am Karlsplatz werden die SWL im MUSA, Felderstraße 6-8, neben dem Wiener Rathaus stattfinden.

 

 

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Simon Wiesenthal Lecture
Nike Thurn: „Falsche Juden“ in der deutschsprachigen Literatur. Zur Variation und Beständigkeit eines literarischen Motivs
   

Donnerstag, 14. Dezember 2017, 18:30 - 20:00

Dachfoyer des Haus-, Hof- und Staatsarchivs 1010 Wien, Minoritenplatz 1

 

„Warum gibt sich jemand als Jude aus? Hat man nicht genug andere Schwierigkeiten, ohne auch noch Jude sein zu wollen?“ Das Unverständnis in der Frage des amerikanischen Literaturwissenschaftlers Sander L. Gilman ist nachvollziehbar – und doch finden sich in der deutschsprachigen Literatur zahlreiche Figuren, die eine jüdische Identität fingieren oder von anderen fälschlicherweise als Juden gehalten werden, die irrtümlich davon ausgehen, Juden zu sein, oder von anderen zu solchen ‚gemacht‘ werden. Das wiederholte Auftauchen solcher Figuren – über Jahrhunderte und historische Zäsuren hinweg – wirft  Fragen auf: Was verraten sie über (antisemitische und philosemitische) Zuschreibungsprozesse, was darüber, was jeweils für ‚typisch jüdisch‘ gehalten wird? Welche Rolle spielen sie in Inszenierungen von Tätern und Opfern, von Macht und Bedrohung, Prestige und Stigma? Wozu dient das Spiel mit Identitäten, Rollen und Zuschreibungen vor und wozu nach 1945? Werden Stereotype ‚des Juden‘ durch diese ‚falschen Juden‘ fortgeschrieben – oder gelingt es hierdurch im Gegenteil, sie zu unterlaufen? Anhand ausgewählter literarischer Beispiele zeigt Nike Thurn in ihrem Vortrag die Bandbreite dieses literarischen Motivs im Laufe und Wandel der Zeit.

Nike Thurn ist Literatur- und Kulturwissenschaftlerin. Sie forscht und lehrt an der Universität Bielefeld u.a. zu literarischem Antisemitismus. Ihr Buch „Falsche Juden“. Performative jüdische Identitäten in der deutschsprachigen Literatur von Lessing bis Walser ist 2015 im Wallstein Verlag erschienen.

  57 Thurn WEB

 

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