Lokale Dynamiken und regionale Unterschiede
Der „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich im März 1938 bedeutete für die in Österreich lebenden etwa 200.000 Jüdinnen und Juden einen enormen Einschnitt in ihrem bisherigen Lebensalltag. Durch eine Vielzahl an antijüdischen Maßnahmen wurden sie in einer Geschwindigkeit aus dem gesellschaftlichen Leben zurückgedrängt, die selbst die im Deutschen Reich lebenden Menschen jüdischer Herkunft bislang nicht gekannt hatten. Gleichzeitig erlebten die Jüdinnen und Juden eine Welle ungehemmter antisemitischer Gewalt, die sich wochenlang jeglicher staatlicher Kontrollversuche entzog. Die Gewalt erfasste dabei nicht nur Wien, sondern auch die Bundesländer.
Ziel des Workshops ist es, durch die systematische Zusammenschau der lokalen Dynamiken in den einzelnen Bundesländern, regionale Unterschiede und Gemeinsamkeiten sowie den Einfluss von Gewalt und Verfolgung in der „Peripherie“ auf das Geschehen im Zentrum sichtbar zu machen. Die gezielte Analyse regionaler Entwicklungen soll dabei helfen, die gesellschaftlichen Strukturen zu verstehen, die die radikale und schnelle Umsetzung antijüdischer Politik begünstigten.
Aufgrund der begrenzten Teilnehmer*innenzahl bitten wir Sie, sich bis spätestens 20. November per E-Mail unter This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it. anzumelden.
Eine Teilnahme ist nur mit Bestätigung möglich!
27. November 2025
9:00 – 9:15 Uhr
Begrüßung und einleitende Worte
Regina Fritz (Universität Wien)
Philipp Rohrbach (Vienna Wiesenthal Institute)
Formen und Prozesse der Gewalt 1938
Moderation: Florian Wenninger (Institut für Historische Sozialforschung)
9:15 – 9:35 Uhr
Die Tage vor dem „Anschluss“ in Wien: Wem gehörte die Straße?
Béla Rásky (Wien)
9:35 – 9:55 Uhr
Gewalterfahrungen und spezifische Dynamiken der Verfolgung in Salzburg
Helga Embacher (Paris Lodron, Universität Salzburg)
9:55 – 10:15 Uhr
„Heute könnt ihr machen, was ihr wollt und ihr denen einmal heimzahlen, was sie euch angetan haben.“
Gewalt und Racheaktionen von Nationalsozialisten nach dem „Anschluss“ 1938 im Kärntner Lavanttal
Christian Klösch (Technisches Museum Wien)
10:15 – 10:45 Uhr
Diskussion
10:45 – 11:05 Uhr
Kaffeepause
Österreich als Experimentierfeld: Frühe Vertreibungen und Abschiebungen
Moderation: Linda Erker (Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes)
11:05 – 11:25 Uhr
Antisemitische Gewalt nach dem 11./12. März 1938 im Burgenland. Lokalhistorische und archivische Perspektiven unter besonderer Berücksichtigung der Freistadt Rust am See
Martin Krenn (Naturhistorisches Museum Wien)
11:25 – 11:45 Uhr
Die Vertreibung der Burgenland-Juden als Testfall?
Alfred Lang (Burgenländische Forschungsgesellschaft)
11:45 – 12:05 Uhr
„Mit vielen Mühen förmlich zur Grenze geschleppt.“ Gewaltpraktiken durch Abschiebungen und Vertreibungen an der niederösterreichisch-tschechoslowakischen Grenze
Wolfgang Schellenbacher (Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes)
12:05 – 12:35 Uhr
Diskussion
12:35 – 14:00 Uhr
Mittagspause
Neue Perspektiven für die Erforschung des Jahres 1938
Moderation: Kerstin von Lingen (Universität Wien)
14:00 – 14:20 Uhr
Gewalt in St. Pölten. „Anschluss“, „Arisierungen“ und Novemberpogrom in „Niederdonau“
Philipp Mettauer (Institut für jüdische Geschichte Österreichs)
14:20 – 14:40 Uhr
„(Nicht)anders als die Anderen“ Antisemitische und politische Gewalt in Vorarlberg anno 1938.
Wolfgang Weber (Fachhochschule Vorarlberg)
14:40 – 15:00 Uhr
Antisemitische Gewalt im Jahr 1938 am Bespiel der ländlichen Kultusgemeinde Steyr
Martin Hagmayr (Museum Arbeitswelt)
15:00 – 15:30 Uhr
Diskussion
15:30 – 15:50 Uhr
Kaffeepause
15:50 – 16:10 Uhr
Abschlusskommentar
Jochen Böhler (Friedrich- Schiller-Universität Jena) und Susanne Heim (Edition „Judenverfolgung 1933 – 1945“)
Moderation: Regina Fritz (Universität Wien) und Philipp Rohrbach (Vienna Wiesenthal Institute)
16:10 – 17:30 Uhr
Diskussion
Gefördert von:


Konzeption: Regina Fritz, Philipp Rohrbach
Organisation: Lucia Geiger
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