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 © Archiv der Theodor Kramer Gesellschaft

 

Nachruf auf Ruth Klüger

 

Doch dieses Dorf, diese Gemeinde, hat keine Miliz und schon gar keine Armeen, sie hat keine Kirchen und keine Gefängnisse und stattdessen unendlich viele Postämter und Briefkästen und Kaffeehäuser, wo sich die streitbaren Nachbarn begegnen und miteinander Schach spielen. Zu dieser weltweiten Gemeinde wollte ich damals in Berkeley gehören und freundete mich mit der deutschen Kultur, vor der ich ja weggelaufen war, wieder an und habe seither als Vermittlerin deutscher Literatur meinen Lebensunterhalt verdient. Heute darf ich an einem seiner ältesten Marktplätze meines, Ihres Dorfs (650 Jahre!!) stehen und als eine der Bewohnerinnen gelten. Diese Zugehörigkeit ist der beste Preis, den man sich als Geisteswissenschaftlerin wünschen kann.

(Ruth Klüger bei der Verleihung der Ehrendoktorwürde im Jahr 2015 an der Universität Wien)

 

Ruth Klüger verstarb in der Nacht auf den 6. Oktober 2020 kurz vor ihrem 89. Geburtstag in Irvine, Kalifornien. Als eine der letzten ZeitzeugInnen der NS-Verbrechen wurde die scharfsinnige Intellektuelle oft auf die Bühne des österreichischen Gedächtnistheaters geladen. Bei all den Ehrungen blieb sie kritisch, ließ sich nicht vereinnahmen und hatte mit den vielen Labels, mit denen sie versehen wurde, ihre Schwierigkeiten.

 

Das Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien trauert um die Schriftstellerin, Dichterin und Wissenschaftlerin Ruth Klüger, die nicht müde wurde, schonungslos ihre schmerzhaften Erinnerungen immer aufs Neue zu befragen.

 

In ihren öffentlichen Auftritten und ihren literarischen Interventionen wies sie beharrlich auf die Bruchlinien und Widersprüchlichkeiten der österreichischen Vergangenheitsbewältigung hin. Dieses Vermächtnis gilt uns – den MitarbeiterInnen des Wiener Wiesenthal Instituts für Holocaust-Studien – als Verpflichtung.

 

Foto: © Archiv der Theodor Kramer Gesellschaft

VWI-Geschäftsführer bei der Eröffnung der Ausstellung "Café As" im Österreichischen Kulturforum Warschau

 

Béla Rásky wird anlässlich der Vernissage der Ausstellung des Jüdischen Museums Wien Café As. Das Überleben des Simon Wiesenthal im Österreichischen Kulturforum Warschau am Sonntag, 23, August um 16.30 Uhr mit dem Journalisten Konstanty Gebert über Leben, Werk und Vermächtnis Simon Wiesenthals sprechen. Moderiert wird das Gespräch von Anna Duńcyk-Szuld, Programmdirektorin des Jüdischen Historischen Instituts.

Nutzung des Archivs und Kontakt

 

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In den Räumlichkeiten des Instituts muss eine FFP2-Maske getragen werden und es ist ein Mindestabstand von zwei Metern zu anderen Personen einzuhalten. Bitte nehmen Sie für die Sicherheitskontrolle einen Lichtbildausweis mit.

 

Sollten Sie Fragen zu den Beständen des Archivs haben oder an einem Besuch interessiert sein, können Sie sich gerne schriftlich oder telefonisch mit uns in Verbindung setzen.

 

Aufgrund der hohen Zahl von Anfragen sowie BesucherInnen bitten wir Sie um Geduld bei der Beantwortung Ihrer Anfrage.

 

In den Räumlichkeiten des Instituts muss eine FFP2-Maske getragen werden und es ist ein Mindestabstand von zwei Metern zu anderen Personen einzuhalten.


 

Das Archiv verfügt über einen Computerarbeitsplatz zur Recherche sowie Laptoparbeitsplätze und kostenloses WLAN. Archivgut, das datenschutzrechtlich einwandfrei ist, kann fotografiert oder gescannt werden. Der Zugang zum Archiv ist barrierefrei.

 

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Rabensteig 3
1010 Wien
Österreich

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