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Aktuelle Veranstaltungen und Calls

25. November 2020 08:00 - 27. November 2020 23:59
ChancenStellenausschreibung - Projektassistenz
(English version below) Das Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI) schreibt zum ehest möglichen Zeitpunkt eine Projektassistenzstelle aus Arbeitsbeschreibung Das Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI) schreibt eine Stelle für eine/n Assistentin/en f...Weiterlesen...
25. November 2020 08:00 - 27. Januar 2021 23:59
FellowshipsCall for Fellowships 2021/22
Fellowships 2021/2022 at the Vienna Wiesenthal Institute for Holocaust Studies (VWI) The Vienna Wiesenthal Institute for Holocaust Studies (VWI) invites applications for its fellowships for the academic year 2022/2022. The VWI is an academic institution dedicated to the research and...Weiterlesen...
25. November 2020 08:00 - 06. Dezember 2020 23:59
CfP - WorkshopsÜberlebendenverbände: Erinnerungsgemeinschaften und politische Akteure im Kalten Krieg
„Nie wieder!“ – dieser Ruf, als Motto auf zahlreichen Veranstaltungen wie den Befreiungsfeiern in den Konzentrationslagern zu hören bzw. auf Transparenten und Plakaten seit 1945 zu lesen, war zentraler Ansporn und zentrales Motiv für vielfältige Aktivitäten von Überlebendenorganisatio...Weiterlesen...
02. Dezember 2020 15:00
VWI invitesLukas Meissel: The Perpetrators’ Gaze. SS Photography at Concentration Camps
https://us02web.zoom.us/j/81524562409?pwd=SW44QzVERXp6Ri9HM1ZybVJmMTg2QT09 VWI invites Anton Holzer This lecture presents new research on photographic practices in Nazi concentration camps, specifically photographs taken by SS men from the Erkennungsdienste (identification departm...Weiterlesen...
10. Dezember 2020 15:00
VWI invites/goes to...Julie Dawson: “As to my emotional anguish, there are days when I feel endlessly miserable...”: Hachsharot in Early Post-War Romania and the Limits of Belonging
https://us02web.zoom.us/j/87188649286?pwd=ZmFjT2VPL21QaUZoQ3lrNTl1Y0lnUT09    VWI invites the Institut für jüdische Geschichte Österreichs This presentation examines the activities of Zionist youth organisations in Romania during the immediate post-war period using docume...Weiterlesen...

Maayan Armelin

Junior Fellow (10/2020 – 3/2021)

 

Leadership Styles and Social Relations in the SS-Einsatzgruppen

 

Web ArmelinIm Fokus des Promotionsvorhaben stehen Führungsstile der Befehlshaber der SS-Einsatzgruppen sowie deren Sozialbeziehungen untereinander: Wie beeinflussten Zusammenhalt, Kameradschaft, Herkunft und Prägung den Impuls zur Teilnahme am Massenmord? Im vorliegenden Projekt wird anhand von Forschungsliteratur an die genannten Themenkreisen angeknüpft, und es werden Handlungsstrukturen, Kontexte und Sozialbeziehungen innerhalb verschiedener Institutionen des NS-Regimes untersucht.

 

Durch die Anwendung sozialpsychologischer Konzepte wie gruppeninternen Dynamiken, ‚leadership’-Ansätzen und Fragen zu Konformität und Gruppendruck, analysiert die Studie Aussagen ehemaliger Einsatzgruppenmitglieder aus Deutschland und Österreich. Die Zusammenführung historischer und psychologischer Perspektiven veranschaulicht, wie bestimmte soziale Dynamiken zum Ausmaß der von den Einsatzgruppen begangenen Massenverbrechen beitrugen.

 

Maayan Armelin ist Doktorandin am Strassler Center for Holocaust and Genocide Studies an der Clark University in Worcester, MA. Ihren BA in Geschichte und Psychologie sowie MA in Sozialpsychologie erlangte sie an der Universität Haifa. Sie erhielt Fellowships von der Claims Conference (2014–2019) und von EHRI (2017–2018). Zuvor war sie am Strochlitz Institute for Holocaust Research an der Universität Haifa und im Redaktionsteam des Journal of Holocaust Research beschäftigt.

 

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Lukas Meissel

Junior Fellow (10/2020 – 8/2021)

 

Der Täterblick. SS-Fotografien aus den Konzentrationslagern

 

Web MeisselDas Promotionsvorhaben untersucht Fotografien von Tätern in nationalsozialistischen Lagern, insbesondere jene, die von SS-Männern gemacht und in deren Erkennungsdiensten entwickelt wurden. Diese Aufnahmen umfassen Häftlingsporträts, Fotos von Häftlingen bei der Zwangsarbeit, von Baustellen und Gebäuden am Lagergelände, von Leichen ermordeter Häftlinge, von SS-Veranstaltungen wie Zeremonien und Besuche von Delegationen und NS-FunktionärInnen sowie private Bilder von SS-Angehörigen. Ziel des Projektes ist es, nicht nur zu analysieren, was auf den Aufnahmen zu sehen ist, sondern die Bilder auch als visuelle Narrative der TäterInnen über die Konzentrationslager zu interpretieren.

 

Die Fotos veranschaulichen, wie die Lager in den Vorstellungen der SS zu funktionieren hatten, und bilden somit eine idealisierte Realität ab, die als solche nie existierte. Ein zentrales Argument des Vorhabens ist, dass diese Fotos innerhalb der SS und bisweilen über diesen inneren Kreis der TäterInnen hinaus eine entscheidende Rolle bei der Legitimierung der nationalsozialistischen Lager spielten.

 

Lukas Meissel ist Doktorand an der Universität Haifa. Vor seinem Studium in Israel war er als Historiker in der Israelitischen Kultusgemeinde Wien sowie als stellvertretender Obmann des Vereins Gedenkdienst tätig. Er war als Projektmitarbeiter für Yad Vashem tätig und leitete zahlreiche Studienfahrten. In Israel, den USA, Deutschland und Österreich hat er diverse Fellowships erhalten und in den Bereichen visuelle Geschichte, Holocaust-Studien und -erziehung sowie Antisemitismus publiziert.

 

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Connor Sebestyen

Junior Fellow (11/2020 – 5/2021)

 

Deutsche KriegsverbrecherInnen 1945–1958. Ihre Inhaftierung durch die Alliierten, ihre Gefängnisse, ihr Leben als Gefangene und die deutsche Gesellschaft

 

Web SebestyenVon einem vergleichenden Ansatz ausgehend, untersucht das Promotionsvorhaben die Inhaftierung deutscher KriegsverbrecherInnen – von denen viele des Massenmords und Genozids für schuldig befunden worden waren – durch die Westalliierten. Die der Inhaftierung vorangegangenen Kriegsverbrecherprozesse waren und sind Gegenstand eines regen akademischen Interesses. Jedoch ist der Art und Weise, wie die einzelnen Urteile vollstreckt wurden, bisher wenig Beachtung zugekommen. Für ein besseres Verständnis der Nachkriegsjustiz und deren Wahrnehmung durch die deutsche Öffentlichkeit ist es aber unerlässlich, die Umstände der Gerichtsverhandlungen, der Verurteilungen sowie der Haft noch unter alliierter Verantwortung näher zu beleuchten.

 

Das Forschungsprojekt untersucht außerdem, wie die Gefängnisse der westlichen Alliierten verwaltet wurden und welche Rolle sie insgesamt in der öffentlichen Wahrnehmung der Nachkriegsjustiz spielten. Mittels Archivmaterial aus den USA, dem Vereinigten Königreich, Frankreich und Deutschland wird gezeigt, wie mittlere und niedere BeamtInnen der Westalliierten – auch unter dem Druck der deutschen Öffentlichkeit – den Umgang mit KriegsverbrecherInnen beeinflussten, die öffentliche Nachsicht gegenüber NS-TäterInnen forcierten und schließlich deren massenhafte Amnestierung entscheidend begünstigten.

 

Connor Sebestyen ist Doktorand in Geschichte und Jüdische Studien an der Universität Toronto. Seine Forschungsschwerpunkte liegen an der Schnittstelle von Militärgeschichte und internationalen Beziehungen sowie der gesellschaftlichen und juristischen Auseinandersetzung mit dem Holocaust. Er erhielt Fellowships unter anderem am Massey College, von der Holocaust Education Foundation sowie von den Regierungen Ontarios, Kanadas und Deutschlands. Zuvor studierte er an der Trent University, an der Queen’s University und an der Oxford University.

 

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Judith Vöcker

Junior Fellow (10/2020 - 8/2021)

 

“In the Name of the German Nation.”
Die deutsche Gerichtsbarkeit in Warschau und Krakau während der NS-Okkupation

 

Web VoeckerDas Promotionsvorhaben untersucht die deutsche Gerichtsbarkeit im Generalgouvernement mit einem Fokus auf die Frage, wie Straftaten von Jüdinnen und Juden, PolInnen und Volksdeutschen abgeurteilt wurden. Wie definierten die BesatzerInnen überhaupt Verbrechen und auf welcher rechtlichen Basis wurden vermeintliche Vergehen sanktioniert? Im Fokus stehen das Deutsche Gericht und die Sondergerichte in Warschau und Krakau, da diese nicht nur jüdische, sondern auch polnische und volksdeutsche Angeklagte strafrechtlich belangten.

 

Das Projekt untersucht den Wandel der Gerichtsurteile über die Jahre der NS-Okkupation, um festzustellen, welche Veränderungen innerhalb dieser Körperschaften eintraten – und schließlich inwieweit sie mit der Okkupationspolitik in diesen Gebieten bzw. dem aus deutscher Sicht erfolgreichen oder gescheiterten Kriegsverlauf in Zusammenhang standen. Zu diesem Zweck werden in einem ersten Schritt die Okkupationspolitik im Generalgouvernement sowie deren politische und strategische Ziele analysiert. Diese Ergebnisse werden dann mit den Taten verglichen, für die Jüdinnen und Juden, PolInnen oder Volksdeutsche während der NS-Okkupationszeit belangt wurden. Der Fokus liegt auf einer Rekonstruktion des Umgangs der deutschen Gerichtsbarkeit mit diesen Fällen und auf dem Ausmaß des Einflusses, den die Okkupationsziele, rassistische Ideologien und der Kriegsverlauf auf die Urteilspraxis ausübten.

 

Judith Vöcker ist Doktorandin am Stanley Burton Centre for Holocaust and Genocide Studies an der Universität Leicester. Sie hat zahlreiche Fellowships erhalten, darunter beim Midlands4Cities Doctoral Programme des Arts and Humanities Research Council und von der European Holocaust Research Infrastructure. Davor hat sie Slawische Studien, Deutsche Literatur und Linguistik in Köln, Moskau und Krakau sowie Osteuropäische Geschichte in Frankfurt/Oder und London studiert.

 

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Anna Corsten

Junior Fellow (01/2020–07/2020)

 

Vom Außenseiter zum Pionier. Emigrierte Zeithistoriker deuten Nationalsozialismus und Holocaust

 

CORSTENNach 1945 wuchs das Interesse an der deutschen Geschichte auf internationaler Ebene. Verschiedene Wissenschaftler versuchten, das Abgleiten in eine Diktatur zu erklären. Wesentliche Impulse kamen dabei von deutschsprachigen, jüdischen Historikern. Viele davon waren in die USA emigriert.

 

Dieses Projekt analysiert, wie sich diese Historiker (und die wenigen Historikerinnen) als Grenzgänger zwischen dem amerikanischen und (west)deutschen Wissenschaftsbetrieb nach 1945 darum bemühten, die deutsche Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts (neu) zu deuten. Damit einher ging eine Auseinandersetzung mit ihrem eigenen Schicksal, weswegen sie häufig als ‚befangen‘ stigmatisiert wurden. Das Projekt fragt daher gleichzeitig nach den Reaktionen auf ihre Forschung in Westdeutschland und den USA.


Die Analyse stützt sich auf folgende Fallbeispiele: George Hallgarten, Hans Rosenberg und Hajo Holborn als Repräsentanten einer sozialgeschichtlich dominierten Ursachenforschung; George Mosse, Fritz Stern und Georg Iggers, die sich einer geistes- und kulturgeschichtlichen Analyse des Aufstiegs des Nationalsozialismus widmeten; Adolf Leschnitzer und Herbert A. Strauss als Vertreter der neueren jüdischen Geschichte sowie Henry Friedlander, Raul Hilberg, Rita Steinhardt Botwinick und Gerhard Weinberg als Pioniere der Holocaustforschung. Die Arbeit stützt sich auf Nachlässe, Werke und Besprechungen dieser Werke.

 

Anna Corsten ist Doktorandin am Historischen Seminar der Universität Leipzig und war zwischen 2016 und 2019 Stipendiatin der Gerda Henkel Stiftung. Sie studierte Geschichte und Soziologie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und der Université de Lausanne. In den Jahren 2014 und 2015 absolvierte sie Praktika an den Leo Baeck Instituten in New York und London und war Doctoral Fellow am German Historical Institute (GHI) in Wahington DC.

 

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Dagi Knellessen

Junior Fellow (10/2019–06/2020)

 

Paradoxien der Zeugenschaft. Jüdische Überlebende in bundesdeutschen Sobibor-Prozessen, 1949–1989

 

KNELLESSENMit dieser Langzeitstudie wird die Zeugenschaft von mehr als vierzig jüdischen Überlebenden des Vernichtungslagers Sobibor, die zwischen 1949 und 1989 in fünf bundesdeutschen Sobibor-Prozessen ausgesagt haben, systematisch untersucht. Rekonstruiert werden das Zustandekommen, der Verlauf und die konkreten Umstände der Zeugenschaft, wobei drei elementare Aspekte in den Blick genommen werden:

 

 

1) Die Initiativen, Aktivitäten und transnationalen Verflechtungen der Überlebenden sowie ihre Aussagemotive und -strategien

2) Die weltweite Beteiligung von jüdischen Organisationen, wie dem World Jewish Congress und Einzelakteuren wie Simon Wiesenthal

3) Die Anforderungen und die jeweils zeitgenössische Verfasstheit des konstitutiven Rahmens der bundesdeutschen Justiz, das jeweilige Prozessgeschehen wie die juristische Bewertung der Glaubwürdigkeit dieser Zeugen durch Staatsanwälte und Richter

Im Gesamtbild zeigt sich: Die Sobibor-Überlebenden sagten stetig über vier Dekaden in westdeutschen Gerichtssälen als Zeugen aus. Hier rückten sie auf Grund der besonderen Tatumstände in eine exponierte wie prekäre Position. Zudem trafen sie auf eine Justiz, die ihnen mit immer größer werdendem Misstrauen entgegentrat und sie zunehmend vor paradoxe Anforderungen stellte. In diesem besonderen Fall wird eine Entwicklung der Zeugenschaft erkennbar, die in deutlichem Widerspruch zur allgemeinen deutschen Perzeptions- und Aufarbeitungsgeschichte des Holocaust nach 1945 steht.

 

Dagi Knellessen ist seit 2015 Doktorandin am Leibniz-Institut für jüdische Geschichte und Kultur – Simon Dubnow in Leipzig. Ihr Magisterstudium der Erziehungswissenschaft, Politikwissenschaft und Psychologie schloss sie 2001 an der Technischen Universität Berlin ab. Von 2001 bis 2005 hat sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fritz Bauer Institut, Frankfurt/Main an der Ausstellung über den ersten Frankfurter Auschwitz Prozess mitgearbeitet. Von 2005 bis 2015 war sie als freie Erziehungswissenschaftlerin in Berlin tätig und hat an Forschungs- und Bildungsprojekten zur Wahrnehmungsgeschichte des Holocaust, zur juristischen Aufarbeitung nach 1945, Formen der Zeugenschaft von NS-Verfolgten und jüdischen Überlebenden sowie in Oral History Projekten mitgewirkt und zu diesen Themen publiziert.

 

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Lovro Kralj

Junior Fellow (10/2019–08/2020)

 

Den Weg zum Tod ebnen. Antisemitismus in der Ustaša-Bewegung 1929–1945

 

KRALJLovro Kraljs Dissertation ist eine Neuauslegung der Bedeutung des Antisemitismus in der Ustaša-Bewegung. Sie überschreibt traditionelle historiographische Interpretationen, die den Antisemitismus der Ustaša auf eine reine Imitation des Nationalsozialismus reduzieren und argumentieren, dass die Ustaše nur wegen des deutschen Drucks oder um die Deutschen zu beschwichtigen am Holocaust teilnahmen. Kraljs Hauptargument demgegenüber ist, dass der Antisemitismus das Schlüsselelement für die Faschisierung der Bewegung war.

 

Diese wechselseitige Abhängigkeit von Antisemitismus und Faschismus wird anhand einer quantitativen Analyse verschiedener kroatischer antisemitischer Veröffentlichungen in der Zwischenkriegszeit untersucht. Die konkrete Umsetzung antisemitischer Politik im Unabhängigen Kroatischen Staat wird weiters durch einen Vergleich der Verfolgung von Juden in Križevci, Osijek und Sarajevo analysiert: Während die Ereignisse in Križevci jenen Ansätzen zuwiderlaufen, die den Holocaust als ein von oben initiiertes Unterfangen interpretieren, zeigen Sarajevo und Osijek die vielfältigen Funktionen des Antisemitismus in einer multiethnischen Umgebung.

 

Lovro Kraljs Forschungsschwerpunkte sind Faschismus, Antisemitismus und Holocauststudien mit Schwerpunkt auf Mittel- und Südosteuropa. Er nahm an mehr als zwanzig internationalen Workshops und Konferenzen teil, so auch Lessons & Legacies. Kralj erhielt mehrere Stipendien, darunter das Sharon Abramson Research Grant und das Saul Kagan Fellowship in Advanced Shoah Study.

 

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Paula Oppermann

Junior Fellow (11/2019–07/2020)

 

Wechselnde Umstände, beständige Agenda. Ideologie und Handlungen der lettischen faschistischen Pērkonkrusts-Partei

 

OPPERMANNForschungsgegenstand ist die faschistische Pērkonkrusts-Partei (Donnerkreuz). Es wird untersucht, wie die Organisation in den 1930er-Jahren ihre ultranationalistische, antisemitische Ideologie entwickelte und mit Angriffen auf Juden zum Zerfall der lettischen Zivilgesellschaft beitrug. Basierend auf diesen Erkenntnissen wird der Rolle des Pērkonkrusts während des Zweiten Weltkriegs nachgegangen. Dessen Mitglieder beteiligten sich auf verschiedenen Ebenen im deutschen Besatzungs- und Vernichtungsapparat.

 

Nachdem die Deutschen die Partei im August 1941 verboten hatten, nahmen einige Männer zum nationalen Widerstand Verbindung auf, während viele im Dienst der Besatzer blieben. Trotzdem etablierten nach dem Krieg vor allem diejenigen Mitglieder, die nach Nordamerika und Westeuropa ausgewandert waren, das Bild der Pērkonkrusts-Männer als patriotische Widerstandskämpfer. Das vorliegende Projekt hinterfragt ihre Erzählung und deckt Kontinuitäten der politischen Überzeugungen und Aktivitäten von den 1930er-Jahren bis in die Nachkriegszeit auf.

 

Paula Oppermann studierte Geschichte, Baltistik und Holocaust- und Genozidstudien in Greifswald und Uppsala. Anschließend war sie in der Wiener Library und der Stiftung Topographie des Terrors beschäftigt. Seit 2017 ist sie Doktorandin an der Universität Glasgow und untersucht die Geschichte der lettischen faschistischen Partei Pērkonkrusts (Donnerkreuz). Im Rahmen der Dissertation war sie u.a. Fellow am Institut für Zeitgeschichte München und am Institute for Russian and Eurasian Studies der Universität Uppsala.

 

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Kathryn L. Brackney

Junior Fellow (10/2018–06/2019)

 

Andere Welten. Eine alternative Geschichte der Holocaust-Erfahrung

 

BRACKNEYIn Kunst und Literatur, die sich mit dem Holocaust näher beschäftigen, tauchen immer wieder eine ganze Reihe von „anderen Welten“, von Phantomorten auf, denken wir nur an Ka-Tzetniks Planet Auschwitz, Avrom Sutzkevers Griner akvarium – Grünes Aquarium oder Claude Lanzmanns gespenstische polnische Wälder. Dieses Vorhaben wird untersuchen, wie diese ganz speziellen Raum- und Ortsmetaphern die großen Entwicklungsstränge einer internationalen Wahrnehmung des Genozids an den jüdischen Gemeinden Europas, der tiefgehenden Verschiebungen in der Erinnerung an diesen konkret reflektierten und künstlerisch umsetzen konnten.

 

Kathryn L. Brackney ist Doktorandin im Fachbereich moderne europäische Geistes- und Kulturgeschichte an der Yale University. Ihre Forschungen wurden vom U.S. Holocaust Memorial Museum, der Shoah Foundation der University of Southern California, dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) und dem Yale Program for the Study of Antisemitism gefördert.

Justyna Majewska

Junior Fellow (11/2018–05/2019)

 

Streiflichter der sozialen Veränderungen im Warschauer Ghetto, 1940 und 1942

 

MAJEWSKADas Dissertationsvohaben von Justyna Majewskas untersucht die sozialen Veränderung der im Warschauer Ghetto eingepferchten jüdischen Gemeinde durch die Augen der Juden selbst, sowie auch durch jene der Nationalsozialisten und der Polen. Vor dem Hintergrund diverser sozialwissenschaftlicher Studien wird dabei das Warschauer Ghetto als ein Raum abrupten und traumatischen sozialen Wandels gesehen: Terror, Plünderung und Segregation führten zu Verarmung und zum Verfall sozialer Strukturen. Die Analyse erstreckt sich auf die Jahre 1940 bis 1942, als die isolierte jüdische Gemeinde am stärksten den sozialen Veränderungen ausgesetzt war – wobei der Ursprung dieser unterschiedlichen sozialen und politischen Prozesse ihren Ursprung durchaus auch schon in den 1930er-Jahren und davor hatten.

 

In einem ersten Schritt wird der Prozess der Gründung des Warschauer Ghettos untersucht. Ausgangspunkt ist dabei die nationalsozialistische Begrifflichkeit für ein Ghetto vor dem Krieg im Vergleich zu den Ghettos im besetzten Polen und im Rahmen der Umsiedlungspläne ‚Nisko’ und ‚Madagaskar’.

 

Was das Leben im Ghetto aus jüdischer Perspektive betraf, waren hier Ängste und Vorahnungen die bestimmenden Elemente. Die Antworten und Reaktionen auf die aufgezwungene Realität wurzelten in persönlichen Erfahrungen sowie in der Geschichte der Verfolgung von Juden. Auch wenn die NS-Schergen die jüdische Gemeinschaft im Ghetto als homogene Gruppe sahen, war sie doch komplex: Politische Zirkel blieben oft aktiv, Zionisten, Sozialisten und Bundisten, akkulturierte und religiöse Juden überlegten nicht nur, wie sie überleben könnten, sondern machten sich auch durchaus Gedanken über die Zukunft. Intensive Debatten drehten sich so um eine zukünftige soziale Struktur des Judentums, die Sprache, Bildung und potenzielle Berufe für Juden nach dem Krieg.

 

Zuletzt wird die polnischen Perspektive auf das Ghetto aufgerollt. Ausgehend von den polnischen, in den 1930er-Jahren von rechtsgerichteten Intellektuellen und Politikern entwickelten Konzeptionen eines Umgangs mit nationalen Minderheiten, wird untersucht, inwieweit Polen, insbesondere die Intelligenz, ihre negative Haltung gegenüber Juden nach der Erfahrung des Ghettos ändern konnten.

 

In der Dissertation werden Dokumente aus dem Untergrundarchiv des Warschauer Ghettos (Ringelblum-Archiv) des Jüdischen Historischen Instituts in Yad Vashem und des USHMM verwendet ebenso wie Unterlagen von NS- und deutschen Behörden, Artikel der polnischen Presse und Tagebücher von Vertretern der polnischen Intelligenz.

 

Justyna Majewska ist Doktorandin an der Graduate School for Social Research am Institut für Philosophie und Soziologie der polnischen Akademie der Wissenschaften in Warschau. Sie ist Redaktionsmitglied der polnischen Zeitschrift Zagłada Żydów. Studia i materiały (Die Schoah. Studien und Materialien). Ihren Master der Kulturwissenschaften machte sie an der Maria Curie-Sklodowska University in Lublin und besuchte einen Graduiertenkurs zur Museologie der Zeitgeschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, war EHRI Fellow in Yad Vashem. Sie ist Herausgeberin der Kalisz-Briefe im Rahmen einer Edition von Dokumenten aus dem Ringelblum-Archiv.

Jonathan Kaplan

Junior Fellow (10/2018–06/2019)

 

Das Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten der DDR und die NS-Vergangenheit

 

KAPLANDas Vorhaben setzt sich mit verschiedenen Perspektiven auf die NS-Vergangenheit seitens des Ministeriums für Auswärtige Angelegenheiten der DDR in der Nachkriegszeit auseinander. Nach einer Analyse der Lebensläufe ehemaliger Mitglieder der NSDAP oder anderer NS-Organisationen, die nach 1945 eine diplomatische Karriere in der DDR einschlugen, wendet sich die Untersuchung der Geschichte der ostdeutschen jüdischen Diplomaten zu, wobei die prägende Rolle dieser für die Ausgestaltung einer DDR-Außenpolitik beschrieben wird.

 

Die politische Einstellung dieser jüdischen Diplomaten zu Israel, zum Zionismus und der ‚jüdischen Welt‘ nahm bei ihren diplomatischen Aktivitäten einen zentralen Platz ein. Ein Beispiel für die konkrete Auseinandersetzung mit historischen Themen in der Außenpolitik wird dabei die Darstellung der Internationalen Kampagnen der DDR gegen ehemalige NS-Verbrecher in der Bundesrepublik sein. Solchen Bemühungen folgte immer die Veröffentlichung von belastendem Material über ehemalige Nationalsozialisten sowie die Kontaktaufnahme und Zusammenarbeit mit internationalen jüdischen Organisationen. Die Auseinandersetzung des ‚ersten sozialistischen Arbeiter- und Bauernstaates auf deutschem Boden‘ mit der NS-Vergangenheit zeichnet – trotz der anfänglichen eindeutigen Leugnung der Kontinuität zu dieser Vergangenheit – ein faszinierendes, bis heute nachwirkendes Bild der deutschen Nachkriegsgesellschaft.

 

Jonathan Kaplan ist Doktorand an der Freien Universität Berlin und hat einen Bachelor bzw. Masterabschluss in Politikwissenschaften und Geschichte der Hebrew University on Jerusalem. Der Titel seiner Masterarbeit ‘The German Question’ in the East-German Historiography, 1945–1961. Culture, Territory and Enemies. Zwischen 2009 und 2012 war er Fellow am Richard Koebner Minerva Center for German History in Jerusalem.

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