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Wiedereröffnung am 8. Februar

 

Ab 8. Februar 2021 können Archiv und Bibliothek nach Voranmeldung (telefonisch oder per E-Mail) wieder benutzt werden. Ein Besuch im Museum ist für maximal zwei Personen gleichzeitig wieder möglich. In allen Fällen gilt ein verpflichtendes Tragen einer FFP2-Maske und das Einhalten des Mindestabstands von zwei Metern.

Telefonisch ist das Institut Montag bis Freitag von 10-16 Uhr erreichbar: +43-1-890-15-14

Aktuelle Veranstaltungen und Calls

09. März 2021 08:00 - 15. März 2021 23:59
FellowshipsConny Kristel Fellowship Programme 2021
By facilitating international access to an unprecedented range of key archives and collections related to the Holocaust as well as archival and digital humanities expertise, the EHRI Conny Kristel Fellowships support and stimulate Holocaust research conducted by researchers, archivist...Weiterlesen...
09. März 2021 12:00 - 15. März 2021 23:59
ChancenDigital Heritage Management Specialist
(English version below) Das Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI) schreibt zum ehest möglichen Zeitpunkt eine Stelle als “Digital Heritage Management Specialist” aus   Arbeitsbeschreibung Das Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI) schreibt ei...Weiterlesen...
24. März 2021 15:00
VWI invites/goes to...Anna Menyhért: Trauma in the Digital Age. The Representation, Transmission, and Processing of Trauma on Social Media
VWI goes to the Academy of Fine Arts Since the 2000s, social media networks have introduced major changes in the way people are regularly exposed to content related to the traumatic experiences of others (wars, catastrophes, individual disasters, violence, and rape). Social media pro...Weiterlesen...
25. März 2021 12:00
VWI invites/goes to...Maayan Armelin: Leadership Styles And Social Relations in the SS-Einsatzgruppen
VWI goes to the University of Vienna Mass executions across the Nazi-occupied Soviet Union marked the first stage of systematic annihilation during the Holocaust. The SS-Einsatzgruppen, mobile paramilitary units, murdered over a million and a half civilians, shooting them on the marg...Weiterlesen...

Kinga Frojimovics
Research Fellow (12/2013 – 08/2014)

 

Die Beziehungen der Jüdischen Gemeinde Pest und der Israelitischen Kultusgemeinde Wien in der Zeit vom Anschluß bis zum Beginn der Deportationen, 1938-1941

 

FROJIMOVICS1938 — dem Jahr des Anschlusses in Österreich und des ersten (anti-)Jüdischen Gesetzes in Ungarn — waren die jüdische Gemeinde Pest [Pesti Izraelita Hitközség, (PIH)] und die Israelitische Kultusgemeinde Wien (IKG) die beiden größten jüdischen Gemeinden Mitteleuropas. Die beiden jüdischen Gemeinden konnten 1938 bereits auf eine seit über einem Jahrhundert gepflegte und gefestigte Beziehung zurückblicken. 1938 brachte jedoch eine grundlegende Veränderung in diesen Beziehungen. Während bis 1938 die Verbindung zum großen Teil auf Liturgie/Zeremonie und sozialen Begegnungen zwischen individuellen Mitgliedern der beiden Gemeinden beruhte, standen ab 1938 aufgrund der sich immer verschlimmernden anti-jüdischen Diskriminierung soziale und legale Unterstützung alleinig im Vordergrund.
Das systematische Studium der Verbindungen zwischen den beiden größten mitteleuropäischen jüdischen Gemeinden zwischen 1938 und 1941 wird das Verständnis dafür fördern, wie diese in wachsendem Maße negativ beeinflussten zentralen Institutionen jüdischen Lebens versuchten, ihren Mitgliedern und einander während der ersten Phase des Holocaust Unterstützung zu gewähren. Es ist besonders wichtig, die Zusammenarbeit und gegenseitige Hilfestellung dieser beiden Gemeinden aufzuzeigen, da diese jüdischen Institutionen oft in historischen Arbeiten als isolationistische Einrichtungen beschrieben werden, die keinerlei Interesse oder Beteiligung an den Problemen der jüdischen Welt im Allgemeinen gezeigt hätten.

 

Kinga Frojimovics, Historikerin und Archivistin. Seit 2007 Leitung der Ungarischen Abteilung der Yad Vashem Archive (Jerusalem, Israel). Seit 2010 zusätzlich Forschungsmitarbeiterin am Hadassah-Brandeis Institute, Brandeis University (Waltham, MA, USA). Ihre Forschungstätigkeit ist der Geschichte der Juden in Ungarn im neunzehnten und zwanzigsten Jahrhundert gewidmet. Besondere Schwerpunkte liegen auf jüdischen religiösen Bewegungen in Ungarn und auf dem Holocaust. Sie ist Mitherausgeberin von MAKOR, the Series of the Hungarian Jewish Archives (Budapest).

José David Lebovitch Dahl
Research Fellow (10/2013 – 08/2014)

 

Antisemitismus, Nationalismus und die Österreichische Provinz der Gesellschaft Jesu, 1918-1939 - eine vergleichende Studie

 

LEBOVITCHIn diesem Projekt wird die Haltung der österreichischen Jesuiten gegenüber dem Antisemitismus und Nationalismus während der Zwischenkriegszeit analysiert. Das Forschungsprojekt versteht sich als Teil einer größeren Studie über die verschiedenen Positionen, die der Jesuitische Orden gegenüber dem Nationalismus und Rassismus im Europa der 1920er und 1930er Jahre eingenommen hatte. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass die jeweilige Haltung der Jesuiten sowohl durch „ultra-nationale Doktrinen" als auch durch ortsspezifische Aspekte der Seelsorge beeinflusst war und, dass eine Analyse der Spannungen und Diskussionen über Nationalismus und Antisemitismus innerhalb des Ordens, ein Verständnis der entscheidenden Faktoren, bezüglich einer Unterstützung oder Ablehnung gegenüber dem Antisemitismus innerhalb katholischer Institutionen, fördern wird. Das österreichische Beispiel hat besondere Relevanz durch die Rolle des Katholizismus in der österreichischen Politik und der Rolle Österreichs im Holocaust. Darüber hinaus gewährt ein Studium der von den Jesuiten eingenommenen Positionen in der Zwischenkriegszeit und deren Veränderungen einen Einblick in die Frage nach den Kontinuitäten im Antisemitismus während der Zeit vom späten 19. Jahrhundert bis zum Zweiten Weltkrieg.

 

David Lebovitch Dahl, Ph.D. der Geschichte vom European University Institute (2008). Seine Forschung widmet sich den Themen Antisemitismus, Nationalismus und der Katholische Kirche im 19. und 20. Jahrhundert. Zu seinen wichtigsten Publikationen zählen Artikel in Modern Judaism (2003), Rivista di Storia del Cristianesimo (2010) und Modern Italy (2012).

Katherine A. Lebow

Research Fellow (10/2013 – 03/2014)

 

Zeugenaussagen der Nachkriegszeit, polnische Überlebende und die spezifische Erzählkultur

 

LEBOWEine der beachtlichsten frühzeitigen Reaktionen auf den Holocaust war die Sammlung von Augenzeugenberichten. Eine Reaktion die weder unausweichlich noch universal war. In diesem Projekt beschäftige ich mich mit den besonderen Umständen, welche die Aussagen durch polnisch-jüdische Überlebende nach dem Zweiten Weltkrieg mit prägten. Dazu gehören die Funktion der "alltäglichen Autobiografie" in der Sozialwissenschaft und im öffentlichen Diskurs der Zwischenkriegszeit in Polen; diese Autobiografien stellten als Instrumentarium der wissenschaftlichen und literarischen Praktiken die Stimme gewöhnlicher Mitmenschen in den Vordergrund. Bestsellerkompilationen bestehend aus den Memoiren z.B. arbeitsloser Arbeiter und mittelloser Kleinbauern fokussierten den Blick der polnischen Bevölkerung auf das menschliche Gesicht der Armut der 1930er Jahre durch persönliche Erzählungen als mächtige Instanz eines "moralischen Zeugens". Am VWI werde ich analysieren, inwiefern dieses Vermächtnis die Überlebenden beeinflusst hat, als sie sich von den beispiellosen Anforderungen mit der Erinnerung an den Holocaust sowie deren Dokumentation konfrontiert sahen.

 

Katherine A. Lebow, (Ph.D., Columbia) unterrichtet an der University of Virginia und der Newcastle University. Neuere Veröffentlichungen u.a. Unfinished Utopia: Nowa Huta, Stalinism, and Polish Society, 1949-56 (Cornell, 2013) und "The Conscience of the Skin: Interwar Polish Autobiography and Social Rights," Humanity 3,3 (2012). Sie schreibt ein Buch über "alltägliche Autobiographien" im transatlantischen Raum von der Großen Depression bis zum Holocaust.

 

Katherine Lebows Homepage

Miloslav Szabó
Research Fellow (10/2013 – 08/2014)


Der Antisemitismus in der Slowakei in den 1920er- und 1930er-Jahren

  

SZABODas Forschungsprojekt beschäftigt sich zum ersten Mal systematisch mit der Geschichte des Antisemitismus in der Slowakei zur Zeit der Ersten Tschechoslowakischen Republik. Es soll zeigen, dass hier der Antisemitismus bis 1938 zwar keine institutionalisierte Gestalt annahm, als semantisches Konstrukt und Gegenstand der politischen und sozialen Praxis aber dennoch eine beträchtliche Wirkungskraft ausüben konnte. Es geht nicht zuletzt um die Klärung des Problems, inwiefern die antisemitische Radikalisierung im Herbst 1938 auf außen- oder innenpolitische Faktoren zurückzuführen ist. Darüber hinaus sollen die Kontinuitäten zwischen dem Antisemitismus vor und nach 1938 herausgearbeitet werden. Das Forschungsprojekt will zur Erklärung des Holocaust in der Slowakei – das heißt der planmäßigen Entrechtung der jüdischen Bevölkerung, des Raubs von jüdischem Eigentum und der Auslieferung eines großen Teils der jüdischen Bürger an NS-Deutschland – beitragen, indem es zeigt, inwiefern die propagandistische Beschwörung der „Judenfrage" durch das autoritäre Regime bzw. die Suche nach ihrer „Lösung" die slowakische Politik bereits in den 1920er und 1930er Jahren geprägt hat.

 

Miloslav Szabó, Historiker, Doktorat an der Karls-Universität in Prag mit einer Arbeit über Alfred Rosenberg (2004). Seit 2007 beschäftigt er sich mit der Geschichte des slowakischen Antisemitismus im Rahmen des Forschungskollegs „Antisemitismus in Europa, 1879-1914" am Zentrum für Antisemitismusforschung der Technischen Universität in Berlin, Stipendiat der Gerda Henkel Stiftung und der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Seit 2011 Mitarbeiter am Forschungsprojekt am Jüdischen Museum in Prag.

Elisabeth Gallas
Research Fellow (10/2012 – 09/2013)


Zeitdiagnosen aus New York: Jüdische Deutungen des Holocaust in den 1940er-Jahren

 

GallasBisher kaum beachtete Dokumentations- und Deutungsversuche, die europäische Emigrantinnen und Emigranten sowie amerikanisch-jüdische Akteurinnen und Akteure im Laufe der 1940er-Jahre in Konfrontation mit der katastrophischen Gegenwart Europas in New York unternahmen, stehen im Mittelpunkt des Forschungsvorhabens. Diese Publikationen aus dem Umkreis des Institute of Jewish Affairs, der Jewish Social Studies, des American Jewish Committees bieten nicht nur wertvolle zeithistorische Dokumente, die neue Perspektiven auf die außereuropäische jüdische Wahrnehmung des Holocaust und daraus hervorgehenden Plänen der Wiederherstellung jüdischer Existenz nach Kriegsende ermöglichen. Die hier produzierten Texte bilden gleichzeitig ein bisher unbekanntes Fundament für Deutungsachsen und Verstehenshorizonte, die sich in den späteren Dekaden in der historischen Annäherung an das Ereignis des Holocaust ausbildeten und somit die bisherige Periodisierung seiner Aufarbeitungsgeschichte in Frage stellen.

 

Elisabeth Gallas studierte Kulturwissenschaften und Germanistik an der Universität Leipzig sowie Soziologie an der Universität Kopenhagen; 2005 M.A. an der Universität Leipzig mit einer Arbeit zur Rezeption literarischer Texte von Holocaust-Überlebenden in der Bundesrepublik, seit Herbst 2005 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Simon-Dubnow-Institut für jüdische Geschichte und Kultur e.V. an der Universität Leipzig, seit November 2010 als stellvertretende Ressortleiterin des Ressorts Recht, Institutionen, Politik; 2011 Promotion an der Universität Leipzig mit dem Thema: ‘Das Retten der Bücher. Vom Offenbacher Depot zum jüdischen Geschichtsdenken nach dem Holocaust’.

Publikationsliste Elisabeth Gallas

Raul Cârstocea
Research Fellow (10/2012 – 09/2013)


Modernitätsverhandlungen – Die Rolle der jüdischen Gemeinschaft in der Prägung der Wahrnehmung von Tradition und Fortschritt in Rumänien während der Zwischenkriegszeit

 

CarstoceaIm europäischen Vergleich trat Rumänien erst relativ spät in den Prozess der gesellschaftlichen Modernisierung ein. Das Forschungsvorhaben wird dabei jene Rolle untersuchen, die die jüdische Gemeinschaft in den Debatten über die möglichen Entwicklungsmuster seit der Entstehung des neuen Staates im 19. Jahrhundert des Landes spielte. Diese Minderheit war vorwiegend urban, gebildeter und geschulter als die Mehrheitsbevölkerung, die die Juden wiederum als Konkurrenzgruppe wahrnahm. Die Dynamik der Beziehung zwischen der jüdischen Minderheit und der rumänischen Mehrheit steht damit im Fokus des Projekts: Eventuelle Schlussfolgerungen könnten im Licht eines osteuropäischen Kontextes damit für ein Verständnis des Antisemitismus im Rahmen der regionalen Modernisierungsprozesse eine allgemeine Gültigkeit haben. Darüber hinaus zeigt der Vergleich mit dem Muster des deutschen Antisemitismus der Zwischenkriegszeit, dass der rumänische Fall eine Form des Vorurteils aufweist, welche nicht in erster Linie auf rassistischem Gedankengut basierte, sondern kulturelle und religiöse Argumente heranzog, dabei aber dennoch ein gleiches Maß an Rassismus und Zerstörung erreichte, wie der rumänische Holocaust im Späteren noch zeigen sollte.

 

Raul Cârstocea war "teaching fellow" für Geschichte an der School of Slavonic and East European Studies, University College London, ist Koordinator der Romanian-Moldovan Research Group an derselben Universität und Mitglied der Association for the Study of Ethnicity and Nationalism an der London School of Economics and Political Science. Seine Dissertation beschäftigt sich mit der Rolle des Antisemitismus in der Ideologie der 'Legion des Erzengels Michael', der rumänischen faschistischen Bewegung der Zwischenkriegszeit. Er ist Autor mehrerer Artikel über den Antisemitismus in Rumänien im 19. Jahrhundert sowie die faschistische Bewegung der Zwischenkriegszeit. Seine allgemeinen Forschungsinteressen sind das Studium des Nationalismus mit besonderer Berücksichtigung des Antisemitismus.

 

Publikationsliste Raul Cârstocea

 

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