Fellows

Durch den laufenden Austausch von Gastforscherinnen und -forschern in Form von Senior-, Research- und Junior-Fellowships, sichert das VWI die laufende Innovation seiner Forschungsagenden. Junge Forscherinnen und Forscher und erfahrene Wissenschafterinnen und Wissenschafter sollen so in einem wechselseitigen Dialog ihre Fragestellungen erarbeiten, die Ergebnisse in Form von Tagungen, Vorträgen und Publikationen der Öffentlichkeit präsentieren und ihr Wissen in laufende Forschungs- und Vermittlungsprojekte einbringen. Auf diese Weise bietet das jährlich ausgeschriebene Fellowship-Programm dem VWI die Chance, die besten und interessantesten Forscherinnen und Forscher unterschiedlichen Alters und aus diversen wissenschaftlichen Disziplinen aus dem In- und Ausland nach Wien zu holen bzw. temporär an das Institut zu binden, ohne deren akademische oder sonstige Karrieren zu unterbrechen. Ziel des Programms ist es, durch eine breite Streuung des regionalen Hintergrunds, der methodischen Zugänge und die Mischung der akademischen Disziplinen die Diversität des Programms zu sichern.

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Elena
Beletckaia

Junior Fellow
10/2025 - 07/2026

Der Begriff „Heimat“ im Holocaust-Diskurs:

Nachkriegsmigration in und nach Osteuropa, Israel und die Vereinigten Staaten

This research project explores the concept of home and its sentimental value in Dieses Forschungsprojekt untersucht das Konzept von Heimat und seinen sentimentalen Wert in den Erzählungen von Holocaust-Überlebenden durch eine vergleichende Analyse audiovisueller Zeugnisse. Mit Schwerpunkt auf Überlebenden, die in der Nachkriegszeit (1945–1949) nach Nordamerika oder Israel auswanderten oder nach Osteuropa zurückkehrten, arbeitet diese Studie mit einem Methodenmix, der thematische, narrative, phänomenologische und multimodale Analysen integriert. Die Studie untersucht, wie Überlebende ihre Erfahrungen mit Heimat, Vertreibung und Identitätsrekonstruktion artikulieren. Sie stützt sich auf den methodischen Rahmen von Noah Shenker, um zu analysieren, wie das Interviewsetting das Teilen der Erinnerungen beeinflusst, und hebt dabei die emotionale Tiefe der Erinnerungen von Holocaust-Überlebenden hervor. Darüber hinaus wendet die Forschung Assimilations- und historische Traumata-Theorien an, um die anhaltenden emotionalen und generationsübergreifenden Auswirkungen des Holocaust auf die Wahrnehmung von Heimat und Identität zu untersuchen.

Elena Beletckaia ist Doktorandin an der Heidelberger Hochschule für Jüdische Studien (HfJS) in Deutschland und hat sich auf jüdische Literatur und Holocaust-Studien spezialisiert. Ihre Doktorarbeit befasst sich mit Holocaust-Zeugnissen und untersucht den sentimentalen Wert von Heimat im Holocaust-Diskurs, insbesondere im Hinblick auf die Nachkriegsmigration nach Osteuropa, Israel und in die Vereinigten Staaten. Sie hat an anerkannten Bildungsprogrammen teilgenommen, die von Institutionen wie Paideia, von der Yad Vashem International Holocaust School, dem USHMM und dem International Network of Genocide Scholars organisiert wurden. Darüber hinaus ist sie Redakteurin des H-Judaic-Netzwerks.