Archiv
Das Archiv des VWI betreut neben seinem institutseigenen Archiv auch mehrere Sammlungen. Dazu gehört das Archiv des Bundes Jüdischer Verfolgter des Naziregimes (Simon Wiesenthal Archiv) aus den ehemaligen Büros Simon Wiesenthals in Linz und Wien. Seit 2018 sind die holocaustbezogenen historischen Bestände des Archivs der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) Wien als Leihgabe im VWI untergebracht und nutzbar. Das Archiv übernimmt laufend Vor- oder Nachlässe von Personen, die sich mit dem Holocaust oder dessen Erforschung beschäftigt haben, sowie kleinere Sammlungen mit Holocaust-Bezug. Vor Ort können die Videointerviews des Austrian Heritage Archive (AHA), des Fortunoff Video Archive for Holocaust Testimonies, die Interview-Sammlung „Final Account: Third Reich Testimonies“, die Interviews der USC Shoah Foundation sowie des Videoarchivs der Refugee Voices genutzt werden.
Holocaustbezogene Bestände der IKG Wien
Archivalien des Archivs der IKG Wien mit Bezug zu Holocaust, Antisemitismus und Rassismus befinden sich seit Februar 2018 als Leihgabe im Vienna Wiesenthal Institute for Holocaust Studies (VWI). Zweck der Leihgabe ist die wissenschaftliche Erschließung und Aufarbeitung dieser Bestände sowie deren Zugänglichmachung für Forschung und Vermittlungsarbeit. Diese Archivbestände sind von großer Bedeutung für Holocaust-Überlebende und deren Nachkommen, Forscher:innen sowie Interessierte.
Die Bestände sind im VWI über eine Datenbank recherchierbar. Die in Wien vorhandenen Originale sind nur in begründeten Ausnahmefällen zugänglich. Folgende Teilbestände sind digitalisiert und an einem Computerarbeitsplatz einsehbar:
• Ärzteberatungsstelle der IKG Wien (Dokumente zu jüdischen Ärzten und „Krankenbehandlern“)
• Fürsorgezentrale der IKG Wien, Auswanderungsabteilung: Auswanderungskartei von Mai 1938 (numerisch und alphabetisch), Auswanderungsfragebögen von Mai 1938 bis 1940, Konto „D“-Kartei (Devisen zur Flucht), verschiedene Dokumente zur Auswanderung und Aufnahmeanträge in das Transitlager Richborough, 1939
• Fürsorgezentrale der IKG Wien, Kinderauswanderung: Listen der Kindertransporte nach England, Holland, Belgien, Frankreich, Schweiz, USA und Schweden und Korrespondenz zur Kinderauswanderung
• Bevölkerungswesen der IKG Wien: „Verzeichnis der in Wien lebenden Juden nach dem Stand 15. September 1939“, Hauslisten 1941–1943 (nicht vollständig), Kartei zu Suchanfragen des American Joint Distribution Committee und Todesbestätigungen von Shanghai- Flüchtlingen der Jüdischen Gemeinde (1954 bis 1956)
• Akten über den Holocaust, einschließlich Deportationslisten (Kopien)