Archiv

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Öffnungszeiten:
Mo: 9–13 Uhr
Di: 9–13 Uhr
Mi: 11–15 Uhr
 
Bitte bringen Sie einen gültigen Lichtbildausweis mit.

Das Archiv des VWI betreut neben seinem institutseigenen Archiv auch mehrere Sammlungen. Dazu gehört das Archiv des Bundes Jüdischer Verfolgter des Naziregimes (Simon Wiesenthal Archiv) aus den ehemaligen Büros Simon Wiesenthals in Linz und Wien. Seit 2018 sind die holocaustbezogenen historischen Bestände des Archivs der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) Wien als Leihgabe im VWI untergebracht und nutzbar. Das Archiv übernimmt laufend Vor- oder Nachlässe von Personen, die sich mit dem Holocaust oder dessen Erforschung beschäftigt haben, sowie kleinere Sammlungen mit Holocaust-Bezug. Vor Ort können die Videointerviews des Austrian Heritage Archive (AHA), des Fortunoff Video Archive for Holocaust Testimonies, die Interview-Sammlung „Final Account: Third Reich Testimonies“, die Interviews der USC Shoah Foundation sowie des Videoarchivs der Refugee Voices genutzt werden.

Early Wiesenthal – The Linz Papers, 1945-1961

Anders als oft angenommen, hat Simon Wiesenthal die Unterlagen aus seinem ersten Dokumentationszentrum – der Jüdischen Historischen Documentation in Linz – 1956 nicht vollständig an das Archiv von Yad Vashem gegeben. Neben dem Akt zu Adolf Eichmann behielt er zahlreiche weitere Unterlagen und nahm diese 1961 mit nach Wien – wo er sein Büro im Herbst neu eröffnete – oder beschaffte manches im Lauf der Zeit auch wieder.

Dieses Linzer Material spiegelt die ganze Breite von Wiesenthals frühen Aktivitäten. Dazu gehören nicht nur die Dokumentation von NS-Verbrechen, die Ausforschung von TäterInnen oder die Suche und Vermittlung von ZeugInnen, sondern auch bis heute weniger bekannte Aspekte wie zum Beispiel die Unterstützung von Überlebenden des Holocaust in diversen Anliegen oder unterschiedliche erinnerungspolitische Initiativen. Das heterogene Material reicht von Korrespondenz, Manuskripten und ZeugInnenaussagen über Zeitungsauschnitte und Dokumente aus der NS-Zeit bis hin zu Fotografien, Skizzen und Karten sowie persönlichen und lebensgeschichtlichen Dokumenten Wiesenthals.

Das vom VWI-Archiv konzipierte Projekt zielt darauf, die über mehrere Teilbestände und Serien innerhalb des SWA verstreuten Dokumente aus jener Linzer Zeit zu lokalisieren und zu identifizieren sowie durch ihre Erschließung und Digitalisierung wieder sichtbar zu machen und so – zumindest in virtueller Form – wieder zusammenzuführen. Anschließend werden die Ergebnisse dieses Projekts über den Archivkatalog online zugänglich gemacht.

Hierdurch leistet das Projekt zu „Early Wiesenthal“ einen Beitrag zur Provenienzgeschichte des SWA und legt neue Grundlagen für historische Forschungen zur frühen Suche Wiesenthals nach NS-TäterInnen unmittelbar nach 1945, aber auch zu den Displaced Persons oder zu frühen Auseinandersetzungen mit den NS-Verbrechen und deren Auswirkungen innerhalb und außerhalb Österreichs.

Wiesenthal in Linz. A virtual exhibition

In appreciation to the Conference on Jewish Material Claims Against Germany (Claims Conference) for supporting this archival project.