Archiv
Das Archiv des VWI betreut neben seinem institutseigenen Archiv auch mehrere Sammlungen. Dazu gehört das Archiv des Bundes Jüdischer Verfolgter des Naziregimes (Simon Wiesenthal Archiv) aus den ehemaligen Büros Simon Wiesenthals in Linz und Wien. Seit 2018 sind die holocaustbezogenen historischen Bestände des Archivs der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) Wien als Leihgabe im VWI untergebracht und nutzbar. Das Archiv übernimmt laufend Vor- oder Nachlässe von Personen, die sich mit dem Holocaust oder dessen Erforschung beschäftigt haben, sowie kleinere Sammlungen mit Holocaust-Bezug. Vor Ort können die Videointerviews des Austrian Heritage Archive (AHA), des Fortunoff Video Archive for Holocaust Testimonies, die Interview-Sammlung „Final Account: Third Reich Testimonies“, die Interviews der USC Shoah Foundation sowie des Videoarchivs der Refugee Voices genutzt werden.
Digitalisierung der Bildträger zu Simon Wiesenthals NS-Falldossiers
Das Herzstück der Dokumentationstätigkeit Simon Wiesenthals bilden die Falldossiers zu NS-Täter:innen und NS-Verbrechenskomplexen, die bis 2005 von Wiesenthal und seinen Mitarbeiter:innen im Dokumentationszentrum des BJVN zusammengetragen wurden. Zu diesen Falldossiers existiert ein kleiner Bestand (VWI-SWA,I.4) „Fotos von NS-Täterinnen und -Tätern, NS-Verbrechenskomplexen, Lagern, Lagerhäftlingen und KZ-Gedenkstätten“. Diese knapp 750 Fotos, (Glas-)Negative, Postkarten und Sticker wurden von 1945 bis 2005 gesammelt und sind teilweise in einem fragilen Zustand. Sie zeigen neben SS-Angehörigen und NS-Täter:innen auch Opfer von NS-Verbrechen sowie Konzentrationslager und Gedenkstätten. Dadurch leisten diese Bildträger einen elementaren Beitrag zur Visualisierung der in den Falldossiers dokumentierten Verbrechen einschließlich der Täter:innen und Opfer.
Um diesen Bestand für Forschung, Bildung und Kultur nutzbar zu machen, wird er durch dieses Projekt – finanziert durch das Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport Sektion IV Kunst und Kultur – digitalisiert und archivtechnisch aufgearbeitet. Dafür werden die Fotos gescannt, den Falldossiers zugeordnet, im Archivinformationssystem erfasst und können dann mittels Schlagwortsuche recherchiert werden.