Archiv
Das Archiv des VWI betreut neben seinem institutseigenen Archiv auch mehrere Sammlungen. Dazu gehört das Archiv des Bundes Jüdischer Verfolgter des Naziregimes (Simon Wiesenthal Archiv) aus den ehemaligen Büros Simon Wiesenthals in Linz und Wien. Seit 2018 sind die holocaustbezogenen historischen Bestände des Archivs der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) Wien als Leihgabe im VWI untergebracht und nutzbar. Das Archiv übernimmt laufend Vor- oder Nachlässe von Personen, die sich mit dem Holocaust oder dessen Erforschung beschäftigt haben, sowie kleinere Sammlungen mit Holocaust-Bezug. Vor Ort können die Videointerviews des Austrian Heritage Archive (AHA), des Fortunoff Video Archive for Holocaust Testimonies, die Interview-Sammlung „Final Account: Third Reich Testimonies“, die Interviews der USC Shoah Foundation sowie des Videoarchivs der Refugee Voices genutzt werden.
Austrian Heritage Archive
Das Austrian Heritage Archive (AHA) ist ein Online-Archiv mit Audio- und Videointerviews sowie eine Auswahl biographischer Materialien österreichisch-jüdischer Emigrant:innen, die den Nationalsozialismus überlebten und in den USA oder Israel leben/lebten. Die Datenbank wurde zwischen 2013 und 2017 von einem Historiker:innen- und Programmierer:innen-Team unter der Leitung von Philipp Rohrbach (VWI) und Adina Seeger (Verein GEDENKDIENST) entwickelt. Finanziert wurde das Projekt vom Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus, vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung sowie vom VWI. Wissenschaftlicher Berater des Projekts war Albert Lichtblau.
Gegenwärtig befinden sich 20 Interviews in voller Länge auf der Website des Austrian Heritage Archive – transkribiert und mit einer Auswahl von Dokumenten zu den Lebensgeschichten versehen. Die Interviews sowie die dazugehörigen Materialien sind Teil der über 800 Interviews der Austrian Heritage Collection (AHC) – einer der größten Sammlungen zur österreichisch-jüdischen Emigration in die USA und nach Palästina/Israel. Sie wurden in den vergangenen 20 Jahren am Leo Baeck Institute New York sowie seit 2013 am Leo Baeck Institut Jerusalem von jungen Österreicher:innen geführt, aufgezeichnet und archiviert, die vom Verein GEDENKDIENST in die jeweiligen Länder entsandt worden waren.
Seit der Onlinestellung haben rund 40.000 Benutzer:innen aus mehr als 40 Ländern das Archiv verwendet.