TAGUNG: 7.–8. JUNI 2006
THE LEGACY OF SIMON WIESENTHAL FOR HOLOCAUST STUDIES


Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien
Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien
IFK Internationales Forschungszentrum Kulturwissenschaften

Veranstaltungsort: IFK, Reichsratsstraße 17, 1010 Wien

Dieser Vortrag wurde live auf dieser Website übertragen und ist im Videoarchiv abrufbar.
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Donnerstag, 8. Juni, 9:30 Uhr
 
Wlodzimierz Borodziej

Die strafrechtliche Verfolgung der NS-Verbrechen in Polen, 1944–1956
 
Grundlage der weitaus meisten Gerichtsverfahren war das – in Fachkreisen wegen seiner Härte und schwammigen Definitionen der Tatbestände bald umstrittene - Gesetz vom 31. August 1944 über die Bestrafung „faschistisch-hitleristischer Verbrechen“. Die Verhandlungen fanden sowohl vor gewöhnlichen als auch vor Sondergerichten statt. Die Prozesse gegen die prominentesten, in der Regel aus den Westzonen Deutschlands ausgelieferten Verdächtigen endeten mit Todes- und hohen Gefängnisstrafen und waren bis 1947 grundsätzlich abgeschlossen. Die Mehrheit der etwa 5.000 deutschen Staatsbürger, die aufgrund des Gesetzes vom 31. August 1944 vor Gericht gestellt wurden, kam mit der Minimalstrafe von 3 Jahren Gefängnis wegen Zugehörigkeit zu einer verbrecherischen Organisation weg.
 
 
Curriculum Vitae, Publikationen
 
Wlodzimierz Borodziej, Prof. Dr., ist Professor für Zeitgeschichte an der Universität Warschau, polnischer Co-Vorsitzender der Deutsch-Polnischen Schulbuchkommission. 1992-1994 Generaldirektor in der Sejmkanzlei (Parlamentsverwaltung). 1994/95 Gastprofessur an der Philipps-Universität in Marburg, 2004-2005 an der Friedrich Schiller Universität Jena. 1999-2002 Vizepräsident der Universität Warschau.

Der Warschauer Aufstand 1944 (Frankfurt am Main, 2004); Mitherausgeber u.a. von Option Europa. Deutsche, polnische und ungarische Europapläne des 19. und 20. Jahrhunderts, 3 Bände (Göttingen, 2005).