1941
wurde der in Österreich geborene SS- und Polizeiführer Odilo
Globocnik mit der Ausrottung der Juden beauftragt, die im “Generalgouvernement” wohnten.
Im Rahmen dieser „Aktion Reinhard“ haben die deutsche SS
und die Polizei ungefähr 1,7 Millionen Juden ermordet. Obwohl
das Ziel der Aktion Reinhard bereits bei den Nürnberger Prozessen
bekannt war, gibt es immer noch vieles, was wir darüber nicht
wissen, z. B. wissen wir wenig über die im Lager Trawniki ausgebildeten
Wachmannschaften, die sowohl als Wacheinheiten in den Vernichtungslagern
Belzec, Sobibor, und Treblinka II dienten als auch an den Deportationen
aus den Ghettos im deutschbesetzten Polen beteiligt waren. Simon Wiesenthal
hat die betroffenen Nachkriegsregierungen stets aufgefordert – auch
die Regierungen Österreichs und der USA –, durch rigorose
und juristisch korrekte Ermittlung von NS-Tätern die Vergangenheit
zu bewältigen und Bewusstsein für die schrecklichen Konsequenzen
menschlicher Intoleranz wach zu halten.
Durch die Forschungsarbeit des OSI des US-Justizministeriums – einer
Dienststelle, die zum Teil von dieser Herausforderung inspiriert wurde – erhielt
man schließlich Zugang zu den Personal- bzw. Verwaltungsakten des
Ausbildungslagers Trawniki und konnte somit Licht auf die Rolle der Trawniki-Männer
im reibungslosen Ablauf der Aktion Reinhard werfen. Aus diesem Grund
soll auch die Geschichte der Trawniki-Männer auf Basis dieser Akten
Schwerpunkt meines Referats sein.
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Peter
Black, Dr., ist seit 1997 Leiter der Historikerabteilung
am United States Holocaust Memorial Museum. Zwischen 1978 und 1997
war er zunächst als Historiker und später als Chefhistoriker
in der Dienststelle für Sonderermittlungen (Office of Special
Investigations) in der Strafabteilung des US-Justizministeriums tätig.
Diese Dienststelle ist zuständig für die Ermittlung von
angeblichen NS-Tätern, die sich in den USA befinden. 1950 geboren,
erwarb Peter Black 1981 an der Columbia-Universität den Doktortitel
in deutscher- und osteuropäischer Geschichte. Von 1990 an hielt
er Kurse in osteuropäischer Geschichte und der Geschichte des
NS-Regimes an der George Mason-Universität in Virginia.
Ernst
Kaltenbrunner. Vasall Himmlers: Eine SS-Karriere (1991); „Rehearsal
for ‘Reinhard’? Odilo Globocnik and the Lublin Selbstschutz”,
in Central European History (1993); „Central Intent or Regional
Inspiration?: Recent German Approaches to the Holocaust”, in
Central European History (2000); „Indigenous Collaboration
in the Government General: The Case of the Sonderdienst”, in
Constructing Nationalities in East Central Europe, herausgegeben
von Pieter Judson and Marsha Rozenblit (2004); „Die Trawniki-Männer
und die ‘Aktion Reinhard’”, in “Aktion Reinhardt”:
Der Völkermord an den Juden im Generalgouvernement, 1941-1944,
herausgegeben von Bogdan Musial (2004).
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