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Simon Wiesenthal über das Wiener Wiesenthal Institut

 

Schon seit einiger Zeit beschäftigt mich der Gedanke, welcher Institution in Österreich oder auch im Ausland ich die Bestände meines Archivs anvertrauen soll, damit die Fülle an interessantem Material bestmöglich der historischen Forschung zugänglich gemacht werden kann.


Nach der Initiative der Israelitischen Kultusgemeinde, ein Schoah-Forschungszentrum am Rabensteig in Wien aufzubauen und einzurichten, ergab sich damit die ideale Lösung für mein Problem. Als Ehrenbürger der Stadt Wien ist es mir ein wichtiges Anliegen, die Resultate meiner jahrzehntelangen Arbeit im Herzen der Stadt gut aufgehoben zu wissen. Daher habe ich auch zugestimmt, dass das Forschungszentrum meinen Namen tragen soll.

Darüber hinaus wird in diesem Zentrum die wissenschaftliche und edukative Arbeit bereits tätiger Institutionen, wie das Universitätsinstitut für Zeitgeschichte und das Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes, zusammengeführt.

Erst vor wenigen Jahren bekam Wien ein Mahnmal zur Erinnerung an seine in der Nazizeit ermordeten jüdischen Mitbürger. Nach meinem Vorschlag war es der Zustimmung und dem Einsatz des Wiener Bürgermeisters, Dr. Michael Häupl, zu verdanken, dass es realisiert wurde. Damit dem Erinnern ein Wissen um die Schoah folgen kann, ist eine Forschungsstätte von internationalem Rang, wie sie nunmehr geplant ist, Voraussetzung.

Ich bitte daher die Stadt Wien und die Republik Österreich um ihre Unterstützung zur Realisierung dieses Projektes, das beiden zur Ehre gereichen und ein Defizit im Bereich der historischen Forschung ausgleichen wird.


Simon Wiesenthal (1908-2005)

Wien, Herbst 2002

 

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