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Das Archiv der Israelitischen Kultusgemeinde Wien

 

Offiziell wurde das Archiv im Jahr 1816 gegründet, als die Vertreter der jüdischen Gemeinde beschlossen, alle Patente, Erlässe und Verordnungen der Wiener Juden zu sammeln und aufzubewahren. Bis in die 1920er-Jahre wurden die Akten nach Namen und Sachbegriffen erschlossen. Unmittelbar nach dem ‘Anschluß‘ Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland im März 1938 wurde die IKG Wien gezwungen, das Archiv aufzulösen. Zusätzlich beschlagnahmte die SS 1938/1939 umfangreiche Archivbestände u.a. auch von jüdischen Vereinen und Organisationen und brachte diese nach Berlin. Die Dokumente wurden später nach Schlesien transportiert, wo sie zu Kriegsende von der Roten Armee entdeckt und als ‚Beuteakten‘ nach Moskau überführt wurden.

 

Nach der Befreiung 1945 wurde das Archiv zunächst nicht wiedergegründet. Die neu konstituierte IKG Wien, weder ihrer Zahl noch ihrer Zusammensetzung nach mit jener vor 1938 vergleichbar, hatte große Bedenken, dass sich jemals wieder eine so blühende jüdische Gemeinde wie vor dem ‚Anschluß‘ etablieren könnte. Aus diesem Grund übergab die IKG Wien Anfang der 1950er- Jahre sowie in den 1960er- und 1970er-Jahren Jahren einen umfangreichen Teil ihres Archivs leihweise den Central Archives in Jerusalem. Ein im Jahr 2000 wiedergefundener, ein lange verloren geglaubter Archivbestand, bildete die Basis für die Basis für die Wiederherstellung des Wiener Gesamtarchivs.

 

Bis Ende 2008 war das Archiv an die ehemalige „Anlaufstelle der IKG Wien für jüdische NS-Verfolgte in und aus Österreich“ angegliedert. Im Jänner 2009 wurde das Archiv der IKG Wien als Abteilung wiedergegründet und damit bewusst die Einzigartigkeit des Archivs hervorgehoben. Es verfügt über umfangreiche Quellen für die Aufarbeitung der Shoah sowie zur Geschichte und Entwicklung der jüdischen Gemeinde in Wien und ihrer Mitglieder bis ins 17. Jahrhundert. Teile des Archivs befinden sich noch in Jerusalem, Moskau und an anderen Orten. Die Bestände sollen jedoch an ihrem Ursprungsort Wien zusammengeführt werden.

 

Die Bestände mit Holocaustbezug dieses Archivs werden im Rahmen eines bereits 2010 unterfertigten Leihvertrags von der IKG dem Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI) im Laufe des Jahres 2017 übergeben. Sie werden, nun mehr als Teile des VWI-Archivs, der Öffentlichkeit – entweder als Digitalisate oder als Originale – zugänglich gemacht.

 

Kontakt:

 

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Tel. +43 1 890 15 14-400

 

Die Bestände des Archivs der IKG Wien sind weiterhin in den Räumlichkeiten des Archivs der Kultusgemeinde einsehbar. 

 

Kontakt:

 

Mag. Susanne Uslu-Pauer

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Tel. +43 1 531 04-210

 

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