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Aktuelle Veranstaltungen und Calls

16. Dezember 2017 08:00 - 31. Januar 2018 23:59
FellowshipsCall Fellowship 2018/19
Fellowships 2018/2019 at the Vienna Wiesenthal Institute for Holocaust Studies (VWI) The Vienna Wiesenthal Institute for Holocaust Studies (VWI) invites applications for its fellowships for the academic year 2018/2019. The VWI is an academic institution dedicated...Weiterlesen...
18. Januar 2018 18:30
Simon Wiesenthal LectureIsabell Trommer: Die zweite Karriere des Albert Speer
Mit der Entlassung Albert Speers aus dem Spandauer Kriegsverbrechergefängnis am 1. Oktober 1966 beginnt eine der erstaunlichsten Geschichten der Nachkriegszeit: Bis zu seinem Tod am 1. September 1981 war der einstige Architekt und Rüstungsminister Hitlers ein Entlastungszeuge in der B...Weiterlesen...
22. März 2018 18:30
Simon Wiesenthal LectureMarie-Luise Wandruszka: Das Buch Goldmann. Ingeborg Bachmanns Darstellung des postnazistischen Wien
Als Ingeborg Bachmann im Herbst 1973 starb, war ihr erster Roman, Malina, schon erschienen, ein zweiter, Das Buch Goldmann, sollte folgen. Viele der dazu gehörenden Typoskripte handeln vom postnazistischen Wien, aus dem Ingeborg Bachmann 1953 'geflüchtet' war. Im nun rekonstruierten B...Weiterlesen...

Memorial – eine Stimme des Rechts in Russland – ist bedroht.

 

Seit Jahren werden in Russland die Meinungs- und Versammlungsfreiheit und die Arbeit unabhängiger zivilgesellschaftlicher Organisationen eingeschränkt. Kritische Stimmen werden als ‚nicht-russische’ ausgegrenzt, nicht regierungskonforme NGOs, die internationale Unterstützung erhalten, werden zu ‚ausländischen Agenten’ erklärt und müssen sich selbst als solche bezeichnen. Der Zwang zur Selbstbezichtigung steht in Terminologie und Praxis in der direkten Tradition stalinistischer Verfolgungen und ist ein Anschlag auf die Würde der Menschen.

 

Diese Form staatlicher Repression hat in der Zwischenzeit mehr als 140 Organisationen erfasst. Nun hat die Verfolgung die Internationale Gesellschaft Memorial erreicht. Memorial wurde in den Jahren von Gorbatschows Perestrojka 1988 gegründet und hat sich von Beginn an die Aufgabe gestellt, den Terror und die Funktionsweise der stalinistischen Gewaltherrschaft und des GULAG aufzuarbeiten, den Opfern politischer Verfolgung zu helfen, sie zu rehabilitieren und in Russland und international sichtbar zu machen. Das ist die Voraussetzung für die Durchsetzung und Einhaltung von Menschenrechten in der Gegenwart, für die sich Memorial ebenfalls vorbildlich einsetzt. Die offene und von der Suche nach Wahrheit getriebene Auseinandersetzung mit der sowjetischen Vergangenheit ist für Memorial ein fundamentaler Bestandteil der Öffnung und Demokratisierung der russischen Gesellschaft. Umgekehrt ist keine Aufarbeitung der totalitären Vergangenheit der Sowjetunion und damit Russlands möglich, ohne auf die aktuellen Menschenrechtsverletzungen aufmerksam zu machen.

 

 

Memorial hat in über 25 Jahren ein einzigartiges Archiv von Zeugnissen und Nachlässen Zehntausender Menschen aufgebaut, die Opfer des Terrors und der Repression waren. Diese Sammlung ist heute eine unvergleichliche Dokumentation menschlichen Leidens, menschlicher Selbstbehauptung und menschlichen Widerstands in totalitären Zeiten. In den Räumen von Memorial in Moskau liegt ein kulturelles Erbe der Menschheit. Memorial hat umfangreiche Forschungsarbeiten geleistet, biographische Nachschlagwerke und Quelleneditionen zur Geschichte des Stalinismus und der Sowjetunion publiziert. Sie sind in der wissenschaftlichen Welt hoch anerkannt. Mit Ausstellungen zur Geschichte des GULAG wirkt Memorial in eine große Öffentlichkeit des eigenen Landes wie europäischer Nachbarn hinein. Die Arbeit von Memorial orientiert sich am Ziel eines freien, demokratischen Europas, in dem auch Russland seinen Platz findet.

 

Eine der Gründerinnen dieser Organisation ist die Germanistin und Historikerin Irina Scherbakowa, die seit 2014 Mitglied des Internationalen Wissenschaftlichen Beirats des Wiener Wiesenthal Instituts für Holocaust-Studien (VWI) ist. Dieses Institut hat sich – im Geiste Simon Wiesenthals und noch zu seinen Lebzeiten von ihm selbst initiiert – zum Ziel gesetzt, die Geschichte des Holocaust, einschließlich seiner Vor- und Nachgeschichte, den Antisemitismus, Rassismus und Nationalismus zu erforschen, diesen Themen eine akademische Heimstätte zu gewähren.

 

Die Generalversammlung und der Vorstand des Wiener Wiesenthal Instituts für Holocaust-Studien (VWI) drücken auf diesem Weg ihre volle Solidarität mit Irina Scherbakowa, ihrer Arbeit und der Arbeit von Memorial aus.

 

Wien, 28. November 2016

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