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Aktuelle Veranstaltungen und Calls

27. Juni 2017 08:00 - 30. Juli 2017 23:59
CfP - Simon Wiesenthal ConferenceCall for Papers: Simon Wiesenthal Conference 2017: (In)Glorious Victims? Challenging the Paradigms of Memory Politics in Europe
Vienna, 27 November – 29 November 2017   Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI)   Martyrdom has a long tradition in European culture. In the nineteenth century, the cult of death became a major symbolic element of nation-building, shifting the focus from ...Weiterlesen...
28. Juni 2017 18:00
VWI invites/goes to...Sarah Cramsey: Uncertain Citizenship – Jewish Belonging and the “Ethnic Revolution” in Poland and Czechoslovakia, 1917–1947
VWI goes to the Czech Centre Vienna Usually, the creation of the State of Israel is cast as a story that begins with Herzl and is brought to fulfilment by the Holocaust. My book project, Uncertain Citizenship: Jewish Belonging and the “Ethnic Revolution” in Poland and Czechoslovakia,...Weiterlesen...
14. November 2017 18:30
Simon Wiesenthal LectureBrendan MacGeever: The Bolsheviks and Antisemitism in the Russian Revolution
The Bolsheviks came to power in 1917 with the promise of building a world free of class exploitation and other forms of oppression and domination. In the very moment of revolution, however, these sentiments were put to the test as a devastating wave of anti-Jewish violence broke out a...Weiterlesen...

Memorial – eine Stimme des Rechts in Russland – ist bedroht.

 

Seit Jahren werden in Russland die Meinungs- und Versammlungsfreiheit und die Arbeit unabhängiger zivilgesellschaftlicher Organisationen eingeschränkt. Kritische Stimmen werden als ‚nicht-russische’ ausgegrenzt, nicht regierungskonforme NGOs, die internationale Unterstützung erhalten, werden zu ‚ausländischen Agenten’ erklärt und müssen sich selbst als solche bezeichnen. Der Zwang zur Selbstbezichtigung steht in Terminologie und Praxis in der direkten Tradition stalinistischer Verfolgungen und ist ein Anschlag auf die Würde der Menschen.

 

Diese Form staatlicher Repression hat in der Zwischenzeit mehr als 140 Organisationen erfasst. Nun hat die Verfolgung die Internationale Gesellschaft Memorial erreicht. Memorial wurde in den Jahren von Gorbatschows Perestrojka 1988 gegründet und hat sich von Beginn an die Aufgabe gestellt, den Terror und die Funktionsweise der stalinistischen Gewaltherrschaft und des GULAG aufzuarbeiten, den Opfern politischer Verfolgung zu helfen, sie zu rehabilitieren und in Russland und international sichtbar zu machen. Das ist die Voraussetzung für die Durchsetzung und Einhaltung von Menschenrechten in der Gegenwart, für die sich Memorial ebenfalls vorbildlich einsetzt. Die offene und von der Suche nach Wahrheit getriebene Auseinandersetzung mit der sowjetischen Vergangenheit ist für Memorial ein fundamentaler Bestandteil der Öffnung und Demokratisierung der russischen Gesellschaft. Umgekehrt ist keine Aufarbeitung der totalitären Vergangenheit der Sowjetunion und damit Russlands möglich, ohne auf die aktuellen Menschenrechtsverletzungen aufmerksam zu machen.

 

 

Memorial hat in über 25 Jahren ein einzigartiges Archiv von Zeugnissen und Nachlässen Zehntausender Menschen aufgebaut, die Opfer des Terrors und der Repression waren. Diese Sammlung ist heute eine unvergleichliche Dokumentation menschlichen Leidens, menschlicher Selbstbehauptung und menschlichen Widerstands in totalitären Zeiten. In den Räumen von Memorial in Moskau liegt ein kulturelles Erbe der Menschheit. Memorial hat umfangreiche Forschungsarbeiten geleistet, biographische Nachschlagwerke und Quelleneditionen zur Geschichte des Stalinismus und der Sowjetunion publiziert. Sie sind in der wissenschaftlichen Welt hoch anerkannt. Mit Ausstellungen zur Geschichte des GULAG wirkt Memorial in eine große Öffentlichkeit des eigenen Landes wie europäischer Nachbarn hinein. Die Arbeit von Memorial orientiert sich am Ziel eines freien, demokratischen Europas, in dem auch Russland seinen Platz findet.

 

Eine der Gründerinnen dieser Organisation ist die Germanistin und Historikerin Irina Scherbakowa, die seit 2014 Mitglied des Internationalen Wissenschaftlichen Beirats des Wiener Wiesenthal Instituts für Holocaust-Studien (VWI) ist. Dieses Institut hat sich – im Geiste Simon Wiesenthals und noch zu seinen Lebzeiten von ihm selbst initiiert – zum Ziel gesetzt, die Geschichte des Holocaust, einschließlich seiner Vor- und Nachgeschichte, den Antisemitismus, Rassismus und Nationalismus zu erforschen, diesen Themen eine akademische Heimstätte zu gewähren.

 

Die Generalversammlung und der Vorstand des Wiener Wiesenthal Instituts für Holocaust-Studien (VWI) drücken auf diesem Weg ihre volle Solidarität mit Irina Scherbakowa, ihrer Arbeit und der Arbeit von Memorial aus.

 

Wien, 28. November 2016

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