Die Idee zu der Tagung entstand aus dem Forschungs- und Ausstellungsprojekt www.herklotzgasse21.at. Dieses
befasst sich mit der Geschichte einer jüdischen Vorstadtgemeinde, deren Gemeindeleben wesentlich von
zahlreichen Vereinen gestaltet und animiert wurde.
Die Tagung wird in Kooperation mit dem Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien
(VWI) und der Israelitischen Kultusgemeinde Wien veranstaltet.
Neben den Synagogen und Bethäusern waren die Vereine die wesentlichen Zentren
der Gemeinde. Doch anders als in den religiösen Institutionen zeichnet sich in
den Vereinen die ganze Vielfalt und Entwicklungsbreite jüdischen Gemeindelebens
und jüdischer Identität ab: in religiöser und kultureller Bildung, in einem
umfassenden Fürsorgesystem, in zionistischen Verbänden - und in Vereinen, die
nichtjüdische Pendants replizierten, um Zugangsschwierigkeiten zu umgehen. Im
Vereinswesen wird am deutlichsten eine jüdische „Subkultur“ (David Sorkin)
greifbar, welche innerhalb der neu errungenen politischen Gleichberechtigung
an die Stelle ehemaliger sozialer Marginalisierung und damit einher gehender
Formen abgeschlossener Sonderkultur trat.
Die Vorträge finden im ehemaligen Vereinshaus der Herklotzgasse 21, im
Veranstaltungsraum des Brick5, statt. Drei der heute aktiven jüdischen Vereine
Wiens werden in ihren aktuellen Räumen besucht, wo sie im offenen Gespräch ihre
gegenwärtige Arbeit in historischer Perspektive präsentieren werden. Die
TagungsteilnehmerInnen werden durch die Ausstellung „Das Dreieck meiner Kindheit.
Eine jüdische Vorstadtgemeinde in Wien XV“ geführt.
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