VERANSTALTUNGEN
Seit den 1970er-Jahren richten Holocaust-Leugner ihre Aufmerksamkeit vor allem auf die Frage der Krematorien von Auschwitz: Mit der Infragestellung ihrer Existenz meinen Sie, den Holocaust überhaupt leugnen zu können. Im berühmt-berüchtigten Londoner Prozess "David Irving gegen Deborah Lipstadt" im Jahr 2000 erreichten die Attacken der Holocaust-Leugner gegen die Evidenz der Auschwitzer Krematorien einen dramatischen Höhepunkt. Fünf Tage lang verteidigte der vom Gericht bestellte Sachverständige Robert Jan van Pelt seinen 700-seitigen Bericht im Kreuzverhör – mit einem erbärmlichen Ausgang für David Irving.
Der englischsprachige Vortrag des niederländischen Architekturhistorikers wird auf die Hintergründe und Entwicklungen dieses historischen Gerichtsprozesses fokussieren.
Robert Jan van Pelt, 1955 im niederländischen Haarlem geboren, ist Absolvent der Universität Leiden. Er unterrichtete Architektur- und Stadtbaugeschichte an den Universitäten von Singapur, Virginia, am MIT und an der TU Wien, und ist zur Zeit Professor an der University of Waterloo, Kanada. Bekannt wurde er vor allem durch seine Veröffentlichungen zum KZ Auschwitz.
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VIERTE SIMON WIESENTHAL LECTURE: 26. MAI 2009, 18:30 UHR
MARIANNE HIRSCH UND LEO SPITZER: SPAZIERGANG IN DER HERRENGASSE STRASSENFOTOS AUS DEM JÜDISCHEN CZERNOWITZ
Im Habsburgerreich als "Wien des Ostens" bezeichnet, beherbergte Czernowitz eine lebendige deutschsprachige jüdische Gemeinde, die während des Zweiten Weltkrieges beinahe vollständig vertrieben oder vernichtet wurde. Doch die Erinnerung an Czernowitz lebt fort, überliefert von Überlebenden und ihren Nachkommen, "gleich einem wunderbaren Geschenk" und einem "unbarmherzigen Fluch", wie Aharon Appelfeld schreibt. In ihrem Vortrag wandten sich Marianne Hirsch und Leo Spitzer vorwiegend visuellen Materialien aus Familienalben und -sammlungen zu, um Zugang zur Welt des jüdischen Czernowitz vor seiner Zerstörung zu finden.
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SIMON WIESENTHAL-FESTAKT: 22. JAN. 2009, 19:30 UHR ZUM 100. GEBURTSTAG Simon Wiesenthal wurde am 31. Dezember 1908 in Buczacz geboren. Die Israelitische Kultusgemeinde Wien (IKG) und das Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI) haben aus diesem Anlass zu einem Festakt geladen.
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| DRITTE SIMON WIESENTHAL LECTURE: 18. DEZ. 2008, 18:30 UHR PAUL A. SHAPIRO: BAD AROLSEN – DIE ÖFFNUNG DES GRÖSSTEN HOLOCAUST-ARCHIVS DER WELT Mit Datenschutz-Argumenten hat das Internationale Rote Kreuz jahrzehntelang den Zugang zum größten Holocaust-Archiv der Welt blockiert. Sein International Tracing Service (ITS) in Bad Arolsen (Hessen) verfügt über einen Bestand von rund 50 Millionen Dokumenten zu rund 17,5 Millionen Menschen. Aufgabe des Suchdienstes war und ist die Sammlung, Ordnung, Aufbewahrung und Auswertung von Unterlagen über zivile Opfer der NS-Herrschaft. Im November 2007 kam es nach großem internationalem Druck zur Freigabe der Akten für die historische Forschung. Paul Shapiro war maßgeblich an der Öffnung des ITS-Archivs beteiligt. In seinem Vortrag hat er über die politischen Hintergründe, die diplomatischen Schritte zur Öffnung, die Inhalte des ITS-Archivs, seine Zugänglichkeit und die neuen Chancen für die Holocaust-Forschung gesprochen.
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TAGUNG: 12.-14. NOVEMBER 2008
DAS JÜDISCHE VEREINSWESEN IN WIEN
Im Rahmen der Ausstellung: |
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ZWEITE SIMON WIESENTHAL LECTURE DES VWI: 13. MAI 2008, 18:30 UHR
LEONARD H. EHRLICH: GESCHÄTZT UND GESCHOLTEN: BENJAMIN MURMELSTEIN IN WIEN 1938-43
Leonard H. und Edith Ehrlich arbeiten seit vielen Jahren an einer Studie
über die Entscheidungsspielräume jüdischer Funktionäre im nationalsozialistischen
Wien und in Theresienstadt. 1977 haben sie in Rom ein ausführliches, durch
Tonbandaufnahmen dokumentiertes Gespräch mit dem Wiener Rabbiner Dr. Benjamin
Murmelstein geführt, dessen zentrale Rolle bei der Auswanderung und Deportation
der jüdischen Bevölkerung Wiens Gegenstand zweier Veranstaltungen im Jahr 2007
war: der Ausstellung Ordnung muss sein Das Archiv der Israelitischen
Kultusgemeinde Wien (Juli - Oktober 2007) sowie der erstmaligen Leinwandpräsentation
des von Claude Lanzmann 1975 mit Dr. Murmelstein gedrehten Filminterviews im
Österreichischen Filmmuseum (Oktober 2007).
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FILMPRÄSENTATION UND DISKUSSION: 16. MÄRZ 2008
ÖSTERREICHISCHES FILMMUSEUM: FILMDOKUMENTE ZUR ZEITGESCHICHTE TEIL 3: MIKROGESCHICHTEN VOM "ANSCHLUSS"
Das filmische Bild vom Anschluss 1938 ist maßgeblich von jenen ikonischen
Aufnahmen bestimmt, die von der NS-Filmpropaganda hergestellt wurden.
Bildästhetik und Dramaturgie, die den NS-Wochenschauen zugrunde lagen, bilden
bis heute das visuelle Inventar, mit dem das Ereignis in TV-Dokumentationen,
Lehrmitteln, Museen und Kinofilmen illustriert wird. Die Veranstaltung will
in der Gegenüberstellung des propagandistischen Bildes mit Amateurmaterial,
Kulturfilmen und Fragmenten österreichischer Wochenschauen Formen der
historischen wie auch der retrospektiven Ästhetisierung und Narrativisierung
des März 1938 debattieren.
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FILMPRÄSENTATION UND DISKUSSION: 16. JÄNNER 2008
ÖSTERREICHISCHES FILMMUSEUM: FILMDOKUMENTE ZUR ZEITGESCHICHTE TEIL 1: ERINNERUNG AN DIE LAGER
Die Britische Armee fertigte bei der Befreiung des KZ Bergen-Belsen im April 1945
Filmdokumente an, die bereits zum damaligen Zeitpunkt als juristisches und als
ästhetisches Problem erkannt wurden. Memory of the Camps (1945, unvollendet;
Produzent: Sidney Bernstein; Künstlerische Beratung: Alfred Hitchcock; Schnitt:
Stewart McAllister, Peter Tanner; s/w; 57 Minuten; überwiegend stumm) ist ein
beunruhigendes und erschütterndes Dokument dafür, wie herkömmliche dokumentarische
Formen vor dem Ausmaß der NS-Verbrechen versagen.
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FILMPRÄSENTATION UND DISKUSSION: 14. OKTOBER 2007
DER LETZTE DER UNGERECHTEN - BENJAMIN MURMELSTEIN, GEFILMT VON CLAUDE LANZMANN
Das Österreichische Filmmuseum und das Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien
(VWI) brachten den französischen Filmemacher Claude Lanzmann zu einem Publikumsgespräch
nach Wien und zeigten rund 5 Stunden eines bis dato unveröffentlichten Filminterviews,
das Lanzmann 1975 im Zuge der Dreharbeiten zu seinem monumentalen Dokumentarfilm Shoah
mit dem Wiener Rabbiner Dr. Benjamin Murmelstein geführt hat. Murmelstein war eine
Schlüsselfigur der Wiener Kultusgemeinde in der NS-Zeit und nach seiner eigenen Deportation
Mitglied des Judenrates und späterer Judenältester im Lager Theresienstadt. Die erstmalige
Leinwandpräsentation des ungeschnittenen Filmmaterials wurde von einem ExpertInnengespräch
mit Doron Rabinovici, Anna Hájková und Pierre Genée begleitet.
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AUSSTELLUNG: 4. JULI - 21. OKTOBER (VERLÄNGERT BIS 28. OKTOBER 2007!)
Unter dem Titel „Ordnung muss sein“ zeigte das Jüdische Museum Wien von 4. Juli bis 28. Oktober 2007 erstmals eine Ausstellung über das Archiv der Israelitischen Kultusgemeinde Wien. |
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HOLOCAUST STUDIES TAGUNG: 27.-29. JUNI 2007
Arbeiterkammer Wien
Die Videoaufzeichnungen der Eröffnungsreden von Herbert Tumpel, Anton Pelinka, Charlotte Knobloch, Heidrun Silhavy, Bertrand Perz und der Vorträge von Ulrich Herbert, Dieter Pohl, Elizabeth Harvey, Patricia Heberer, Florian Freund, Manfred Grieger, Harald Welzer, Christian Streit, Peter Klein, Gustavo Corni, Andrea Löw, Eleonore Lappin und Frank Stern sowie die Diskussionen sind auf dieser Website abrufbar! |
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PODIUMSPRÄSENTATION: 7. JUNI 2007
Das Projekt einer Wiederherstellung des Archivs der Israelitischen Kultusgemeinde Wien wurde im Rahmen einer Podiumspräsentation im United States Holocaust Memorial Museum, Washington D.C. erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Download: Pressespiegel: The New York Times, 2. Juni 2007: "A Nation’s Lost Holocaust History"
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ERSTE SIMON WIESENTHAL LECTURE DES VWI: 8. MÄRZ 2007
OMER BARTOV: DIE LETZTEN TAGE VON BUCZACZ -
DIE ZERSTÖRUNG EINER MULTI-ETHNISCHEN STADT
In seinem Vortrag beschäftigte sich Omer Bartov mit der Art und Weise, in der sich Ukrainer, Polen und Juden an den Holocaust in der einst multiethnischen Stadt Buczacz erinnern – dem Geburtsort Simon Wiesenthals (sowie Omer Bartovs Mutter).
DISKUSSIONSVERANSTALTUNG:
29. JUNI 2006
WISSENSCHAFTEN UND VERGANGENHEITSPOLITIK IN ÖSTERREICH
Warum braucht Österreich ein Institut für Holocaust-Studien
und welche Aufgaben hat es zu erfüllen?
Diskussionsveranstaltung im Rahmen des Forschungspraktikums von Eva Kreisky und Thomas König
„NS-Eliten in der 2. Republik“
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TAGUNG: 7.–8. JUNI 2006
Um den Gründungsprozess des neuen Wiener Wiesenthal Instituts für Holocaust-Studien (VWI) auch wissenschaftlich zu begleiten, veranstalteten zwei im Proponentenverein tätige Mitgliedsorganisationen – das Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien (IfZ) sowie das IFK Internationales Forschungszentrum Kulturwissenschaften – eine internationale Konferenz, die sich mit wichtigen Strömungen der aktuellen Holocaustforschung beschäftigt hat. Im besonderen wurde dabei auch auf das Memorandum von Simon Wiesenthal an die österreichische Bundesregierung aus dem Jahr 1966 eingegangen, in dem dieser zur Verfolgung österreichischer Naziverbrecher durch die Justizbehörden die wesentlichen Tatkomplexe des NS-Völkermords aufgelistet hat. Die Videoaufzeichnungen der Beiträge von David Bankier, Atina Grossmann, Isabel Heinemann, Christian Gerlach, Peter Black, Wlodzimierz Borodziej, Michael Wildt, Omer Bartov, Tom Segev, Bertrand Perz und Raul Hilberg sind auf dieser Website abrufbar. |