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This lecture seeks to examine both the wartime mapping out of ghettos by local officials, and the contemporary mapping of ghettoization by the academic researcher as a way to uncover the shifting motivations and experiences of both
Jews and non-Jews during the Holocaust in Hungary. In part, the lecture seeks to contribute to recent scholarship on the Hungarian Holocaust by examining the complex involvement of local officials in implementing crucial elements such as the concentration of Jews. But the lecture also seeks to ask broader methodological questions by considering the potential of the so-called ‘spatial turn’ in the ‘digital humanities’ to ask — and answer — new questions. In short, the lecture seeks to explore whether geographical approaches have the potential to contribute to the interdisciplinary field of Holocaust Studies in general and study of the ghettoization in particular.
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Der Holocaust gehört in Deutschland zu den zentralen historischen Bezugsereignissen, wenn es gilt, sich als Kollektiv selbst zu beschreiben. Kein anderes Land hat sich derart intensiv mit der eigenen verbrecherischen Geschichte auseinander gesetzt. Das nachdrückliche Bemühen, den nationalsozialistischen Massenverbrechen einen angemessenen Platz in der kollektiven Erinnerung einzuräumen, ist wesentlich von der Erinnerungsfigur des »gefühlten Opfers« getragen. Opferidentifiziertes Erinnern ist zu einer Art Norm geworden und es trägt ein Erlösungsversprechen in sich, das für aufrichtiges Gedenken Versöhnung in Aussicht stellt. Doch der Zustand moralischer Entlastung will sich auch nach Jahrzehnten des Bereuens partout nicht einstellen, und der zu beobachtende erinnerungspolitische Wettbewerb löst zunehmend Unbehagen aus. |
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Obwohl mehr als 10.000 Österreicher und Österreicherinnen als Opfer der Shoa von den Nationalsozialisten in Maly Trostinec bei Minsk in Weißrussland ermordet wurden, ist dieser Ort in Österreich so gut wie unbekannt. |
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Die »Schuhberge« in den Gedenkstätten für die Konzentrations- und Vernichtungslager stehen als dingliche Zeugen, als »Merkbilder«, ja materielle Beweise für den Holocaust und die Politik der »Endlösung«. Auf ihre ökonomische Funktion ist im Zusammenhang der »Aktion Reinhardt« immer wieder hingewiesen worden. Doch wurde sie bislang nicht systematisch untersucht. Stellt man die Verwertung von »Altschuhwerk« in den Kontext der NS-Wirtschafts- und Konsumpolitik, so zeigt sich, dass sie für die Versorgung der Zivilbevölkerung mit Alltagsgegenständen eine nicht zu unterschätzende Rolle spielten. Auch für die Schuhproduzenten wurden die verbrauchten Schuhe zur begehrten Ressource. Gleichzeitig ergeben sich durch diese historische Neuverortung der »Schuhberge« aber Probleme für ihre geläufige Symbolik als »Erinnerungsorte« der Gedenkkultur. |
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Die Erinnerung an den Nazismus und seine Massenverbrechen, die ein zentraler Bestandteil österreichischen (und europäischen) Geschichtsbewusstseins sowie ein zentrales Handlungsfeld für österreichische (und europäische) Identitäts- und Geschichtspolitik ist, befindet sich derzeit in einem tiefgreifenden Wandlungsprozess. Erinnerungskulturen verändern sich derzeit nicht nur vor dem Hintergrund des generationellen Wechsels und internationaler Politiken, sondern nicht zuletzt auch auf Grund von Migration: Dies bringt eine Diversifizierung der Perspektiven mit sich und verweist auf unterschiedliche historische Erfahrungen, Erinnerungen und Tradierungen. So fordert der Fokus auf die Realität der postkolonialen, postnazistischen Migrationsgesellschaft Selbstverständnisse und Erinnerungskulturen der Mehrheitsgesellschaft heraus. Doch obwohl die Geschichte von Nazismus, Holocaust und Zweitem Weltkrieg voller transnationaler Bezüge ist, bleiben diese häufig in der klassischen Geschichtsvermittlung in Schulen oder Gedenkstätten unbeachtet. Vor allem im Schulunterricht dominiert immer noch der national formatierte Blick auf die Vergangenheit.
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Erst 2001 schafft es Jens-Jürgen Ventzki in seine Geburtsstadt Łódź, nach Polen zu reisen, um sich mit seiner Vergangenheit und vor allem der seines Vaters auseinanderzusetzen.
Werner Ventzki war ab 1941 Oberbürgermeister der Stadt, jener Stadt, die nach der Niederschlagung Polens an das Deutsche Reich angeschlossen wurde und 1940 in »Litzmannstadt« umgetauft wurde. Ihm unterstand damit auch die Verwaltung des nach Warschau zweitgrößten Ghettos im NS-Herrschaftsbereich, in dem zeitweise mehr als 160.000 Menschen eingepfercht waren, und von wo diese in die Vernichtungslager deportiert wurden. |
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Timothy Snyder und Sybille Steinbacher im Gespräch |
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The destruction of Hungarian Jewry on the eve of the allied victory – when the secrets of Auschwitz were already known to the leaders of the world, including the national and Jewish leaders of Hungary – constitutes a puzzle in the general history of the Holocaust. Professor Braham will attempt to identify and analyse the major parts of the puzzle, which when placed together will reveal the reasons why this unthinkable and unforeseen catastrophe became a reality. |
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Wie auch in anderen Kunstgattungen, setzte schon während des Holocaust selbst, hauptsächlich aber vor allem in den 1950er- und 1960er-Jahren und wieder nach 1990 auch im musikalisch-kompositorischen Bereich die Thematisierung des nationalsozialistischen Massenmords ein: Dabei wurden einzelne Orte wie Konzentrations- und Vernichtungslager, Ghettos, Tatorte oder Personen, Ereignisse oder konkrete Aspekte, aber auch allgemeinere Themen wie Erinnerung, Trauer und Leid in unterschiedlichen Genres und in durchaus unterschiedlicher Manier angesprochen.
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In den ersten 20 Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg kamen Hunderttausende von ImmigrantInnen aus allen Teilen Europas, häufig auf der Flucht vor der sowjetischen Besatzung, in die USA. Einige Hundert waren vor 1945 im Dienst NS-Deutschlands oder anderer, mit dem »Dritten Reich« verbündeter Mächte gestanden: als Staatsminister, Verwaltungsbeamte der deutschen Besatzungsbehörden, als Hilfspolizisten oder als Angehörige des Wachpersonals von Konzentrations- und Vernichtungslagern. Ende der 1970er-Jahre wurde die Dienststelle für Sonderermittlungen des US-Justizministeriums eingerichtet. Diese hatte die Aufgabe, gegen mutmaßliche NS-TäterInnen zu ermitteln, sie gegebenenfalls wegen Verletzung der US-Einwanderungs- bzw. Einbürgerungsbestimmungen vor Gericht zu stellen. Durch die Bemühungen der Dienststelle sind bis heute mehr als Hundert dieser Personen aus den USA ausgewiesen worden. |
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Mit dem Ende des Kalten Krieges geriet die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg in das Zentrum des europäischen Bewusstseins. Siebzig Jahre nach dem Weltkrieg wird nun der Erinnerungskampf um ihn vehementer als je zuvor geführt, eben weil das Abtauen des mit dem Kalten Krieg entstandenen Eises auch die Öffnung neuer diskursiver Räume ermöglichte. Gemeinsames Motiv dieses neuen Diskurses im Westen wie im Osten Europas ist der Verfall des antifaschistischen Konsenses der Nachkriegszeit und das Wiederaufleben vorher marginalisierter Denkweisen. Dies bedeutet, dass auf der einen Seite ein noch nie da gewesener Anschlag auf die Werte der Nachkriegsära stattgefunden hat, auf der anderen wiederum eine vollkommen überspitzte Version dieser überleben konnte. |
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Rita Rockenbauer, geborene Gottesman, kam am 8. April 1906 in Suceava in der damaligen Bukowina, im heutigen Rumänien, zur Welt. Später ging sie nach Wien, wo sie 1933 Emil Rockenbauer heiratete. Aufgrund ihrer jüdischen Abstammung wurde sie Anfang 1942 im Sammellager Kleine Sperlgasse interniert und am 14. September 1942 in das Vernichtungslager Maly Trostinec bei Minsk deportiert, wo sie höchstwahrscheinlich kurz nach ihrer Ankunft ermordet wurde.
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Eugen Kogon und Hermann Langbein legten 1983 gemeinsam mit Historikern und Juristen eine erste Darstellung zum Thema »Nationalsozialistische Massentötungen durch Giftgas« vor, betrachteten so den Massenmord als ein zentrales Wesensmerkmal des Nationalsozialismus. 25 Jahre später versuchte eine Tagung in Oranienburg eine Bilanz der seither erfolgten Forschungen zu ziehen. Die Konferenz war Ausgangspunkt für den vorliegenden Sammelband: 34 ForscherInnen aus Ost- und Westeuropa, den USA und Israel thematisieren in dem von Günter Morsch und Bertrand Perz herausgegebenen Band die Hintergründe und Voraussetzungen der Massentötungen durch Giftgas sowie ihre Durchführung.
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In seinen Biographien über Heinrich Himmler (2008) und Joseph Goebbels (2010) hat sich Peter Longerich mit zwei sehr unterschiedlichen Figuren aus der Führungsriege des NS-Regimes beschäftigt. In seinem Vortrag zeigt Longerich, wie Himmler und Goebbels ihre jeweiligen Aufgabenbereiche durch ihre exzentrischen Persönlichkeiten unverwechselbar und nachhaltig prägten: Dem Reichsführer SS gelang es, aus einer Gemengelage heterogener Institutionen und Kompetenzen eine scheinbar homogene Organisation zu schaffen, die als »Schwarzer Orden« bis heute als Synonym für den Terror des NS-Staates gilt, während sich mit dem Schlagwort von der »Goebbels-Propaganda« die Vorstellung einer effizienten Manipulation und Kontrolle der Öffentlichkeit verbindet. |
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Unterschiedliche Lebens- und Arbeitsverhältnisse der Häftlinge prägten die Außenlager des KZ Neuengamme bei Hamburg: Die ersten dieser Einrichtungen entstanden zwar schon 1941/42, von einer flächendeckenden Ausbreitung über ganz Norddeutschland kann jedoch erst ab 1944 die Rede sein. Insgesamt verfügte das KZ Neuengamme über 85 Außenlager, in denen die SS Ende 1944 etwa 40.000 Häftlinge als Sklavenarbeiterinnen und -arbeiter für die deutsche Kriegswirtschaft
unterbrachte.
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Nach der Okkupation Ungarns durch die Wehrmacht im März 1944 wurden zehntausende ungarische Juden und Jüdinnen in das Gebiet des heutigen Österreich verschleppt. Ein Teil der Deportierten wurde in Konzentrationslagern interniert, knapp 40.000 verrichteten zwischen Juni 1944 und April 1945 Zwangsarbeit in Ostösterreich. Das Buch befasst sich mit jenen ungarischen Juden und Jüdinnen, die nicht in KZs interniert waren, sondern als ZwangsarbeiterInnen in Industrie- und Gewerbebetrieben sowie in der Land- und Forstwirtschaft oder beim Bau des "Südostwalls" entlang der Grenze der Ostmark zur Slowakei und zu Ungarn arbeiten mussten. Die an ihnen verübten Verbrechen während des Arbeitseinsatzes sowie entlang der Marschrouten nach Mauthausen und Gunskirchen im Frühjahr 1945 fielen trotz zahlreicher Gerichtsprozesse in der frühen Nachkriegszeit weitgehend dem kollektiven Vergessen anheim. Das Buch ist die erste umfassende Darstellung dieses Kapitels der österreichischen Geschichte sowie seiner Aufarbeitung in der Zweiten Republik.
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Seit den 1980er-Jahren nahm sowohl das öffentliche Interesse an der Geschichte des Holocausts als auch die Zahl an Publikationen stetig zu. Zwar waren auch schon vorher wichtige Bücher erschienen, nicht zuletzt auch von Simon Wiesenthal, dennoch blieb weitgehend unbekannt, dass sich auch schon die unmittelbaren Zeitgenossen mit dem Geschehen des Massenmordes auseinandergesetzt hatten.
Fast genau in dem Moment, als die meisten Verbrechen vollendet waren, im Herbst1943, begannen darüber in Übersee Bücher zu erscheinen. Anfangs dienten diese noch dazu, die Weltöffentlichkeit wach zu rütteln. Nach Kriegsende
wurde jedoch das ganze Ausmaß des Massenmordes deutlich, und man begann mit der Sammlung aller erreichbaren Zeugnisse. Es waren vor allem jüdische Autoren und Autorinnen, die nun über den Holocaust publizierten, in den USA, in Europa, aber auch in Südamerika. Viel davon, was schon vor 1950 veröffentlicht wurde, ist jedoch in der Nachkriegszeit und im Kalten Krieg dem Vergessen anheim gefallen und wurde erst Jahrzehnte später wieder entdeckt.
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Ein unwirtlicher Ort: Nunmehr leer, treten lange verschüttete Schichten wieder hervor. Das Parteilokal lässt sich nur mehr erahnen, vom Tanzsaal blieb die monumentale Schank, der Supermarkt zerriss die ursprüngliche Anordnung der Räume, hinterließ einen Geruch von Fleisch, verstaubte Heizgebläse und Sicherungskästen. Nicht Brauchbares wurde abgemauert, tote Räume entstanden. Allein Spuren an den Wänden, Fehlstellen in der provisorischen Decke, alte Stiegengeländer und Schwingtüren erzählen von der tiefsten, der ursprünglichen Schicht.
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Das Netz der Lager, das unter der Regie der SS schließlich fast ganz Europa überzog, war ein fixer Bestandteil des nationalsozialistischen Terrorsystems, bestimmte das Wesen der NS-Herrschaft. Von der britischen Kanalinsel Alderney bis in die Sowjetunion, vom Baltikum bis nach Griechenland reichend, gab es im NS-Machtbereich schließlich keinen Ort, an dem nicht in irgendeiner Form ein solches Lager existierte. Die Namen der großen Konzentrations- und Vernichtungslager sind heute zu den Synonymen des nationalsozialistischen Staatsterrors, zu den Metaphern des Schreckens, der Entmenschlichung und des rassistischen Massenmords schlechthin geworden. Doch paradoxerweise sind gleichzeitig die Spuren jener unzähligen kleinen Nebenlager dieses Systems, jenes Netzes, das diesen Terror bis in die kleinste Verästelungen eigentlich erst ermöglichte, getilgt worden – und damit oft auch aus dem kulturellen Gedächtnis Europas verschwunden.
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VERANSTALTUNG
In den 1990er-Jahren hat sich mit den „Holocaust- und Genozid-Studien“ vor allem in der angelsächsischen Welt ein neuer Wissenschaftszweig etabliert – und damit auch eine neue Kultur des Erinnerns und des Umgangs mit der kollektiven Vergangenheit und der öffentlichen Entschuldigung für historische Verbrechen: Mehrere Länder haben seither in den unterschiedlichsten Formen Holocaust-Gedenktage und Ähnliches institutionalisiert, mehrere Regierungen haben sich in verschiedensten Arten für historisches Unrecht entschuldigt. Aber was heißt nun Völkermord – Genozid – genau, und was hat er begrifflich mit dem Holocaust, der Ermordung der europäischen Juden, zu tun? Wie sind die beiden miteinander verwandt? Und welche gesellschaftliche Rolle, welche soziale Funktion kommt solchen offiziellen bzw. quasi-offiziellen Erinnerungen zu?
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VERANSTALTUNG
Seit den 1970er-Jahren richten Holocaust-Leugner ihre Aufmerksamkeit vor allem auf die Frage der Krematorien von Auschwitz: Mit der Infragestellung ihrer Existenz meinen sie, den Holocaust überhaupt leugnen zu können. Im berühmt-berüchtigten Londoner Prozess "David Irving gegen Deborah Lipstadt" im Jahr 2000 erreichten die Attacken der Holocaust-Leugner gegen die Evidenz der Auschwitzer Krematorien einen dramatischen Höhepunkt. Fünf Tage lang verteidigte der vom Gericht bestellte Sachverständige Robert Jan van Pelt seinen 700-seitigen Bericht im Kreuzverhör – mit einem erbärmlichen Ausgang für David Irving.
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VIERTE SIMON WIESENTHAL LECTURE: 26. MAI 2009, 18:30 UHR
MARIANNE HIRSCH UND LEO SPITZER: SPAZIERGANG IN DER HERRENGASSE STRASSENFOTOS AUS DEM JÜDISCHEN CZERNOWITZ
Im Habsburgerreich als "Wien des Ostens" bezeichnet, beherbergte Czernowitz eine lebendige deutschsprachige jüdische Gemeinde, die während des Zweiten Weltkrieges beinahe vollständig vertrieben oder vernichtet wurde. Doch die Erinnerung an Czernowitz lebt fort, überliefert von Überlebenden und ihren Nachkommen, "gleich einem wunderbaren Geschenk" und einem "unbarmherzigen Fluch", wie Aharon Appelfeld schreibt. In ihrem Vortrag wandten sich Marianne Hirsch und Leo Spitzer vorwiegend visuellen Materialien aus Familienalben und -sammlungen zu, um Zugang zur Welt des jüdischen Czernowitz vor seiner Zerstörung zu finden.
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SIMON WIESENTHAL-FESTAKT: 22. JAN. 2009, 19:30 UHR ZUM 100. GEBURTSTAG Simon Wiesenthal wurde am 31. Dezember 1908 in Buczacz geboren. Die Israelitische Kultusgemeinde Wien (IKG) und das Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI) haben aus diesem Anlass zu einem Festakt geladen.
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| DRITTE SIMON WIESENTHAL LECTURE: 18. DEZ. 2008, 18:30 UHR PAUL A. SHAPIRO: BAD AROLSEN – DIE ÖFFNUNG DES GRÖSSTEN HOLOCAUST-ARCHIVS DER WELT Mit Datenschutz-Argumenten hat das Internationale Rote Kreuz jahrzehntelang den Zugang zum größten Holocaust-Archiv der Welt blockiert. Sein International Tracing Service (ITS) in Bad Arolsen (Hessen) verfügt über einen Bestand von rund 50 Millionen Dokumenten zu rund 17,5 Millionen Menschen. Aufgabe des Suchdienstes war und ist die Sammlung, Ordnung, Aufbewahrung und Auswertung von Unterlagen über zivile Opfer der NS-Herrschaft. Im November 2007 kam es nach großem internationalem Druck zur Freigabe der Akten für die historische Forschung. Paul Shapiro war maßgeblich an der Öffnung des ITS-Archivs beteiligt. In seinem Vortrag hat er über die politischen Hintergründe, die diplomatischen Schritte zur Öffnung, die Inhalte des ITS-Archivs, seine Zugänglichkeit und die neuen Chancen für die Holocaust-Forschung gesprochen.
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TAGUNG: 12.-14. NOVEMBER 2008
DAS JÜDISCHE VEREINSWESEN IN WIEN
Im Rahmen der Ausstellung: |
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ZWEITE SIMON WIESENTHAL LECTURE DES VWI: 13. MAI 2008, 18:30 UHR
LEONARD H. EHRLICH: GESCHÄTZT UND GESCHOLTEN: BENJAMIN MURMELSTEIN IN WIEN 1938-43
Leonard H. und Edith Ehrlich arbeiten seit vielen Jahren an einer Studie
über die Entscheidungsspielräume jüdischer Funktionäre im nationalsozialistischen
Wien und in Theresienstadt. 1977 haben sie in Rom ein ausführliches, durch
Tonbandaufnahmen dokumentiertes Gespräch mit dem Wiener Rabbiner Dr. Benjamin
Murmelstein geführt, dessen zentrale Rolle bei der Auswanderung und Deportation
der jüdischen Bevölkerung Wiens Gegenstand zweier Veranstaltungen im Jahr 2007
war: der Ausstellung Ordnung muss sein Das Archiv der Israelitischen
Kultusgemeinde Wien (Juli - Oktober 2007) sowie der erstmaligen Leinwandpräsentation
des von Claude Lanzmann 1975 mit Dr. Murmelstein gedrehten Filminterviews im
Österreichischen Filmmuseum (Oktober 2007).
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FILMPRÄSENTATION UND DISKUSSION: 16. MÄRZ 2008
ÖSTERREICHISCHES FILMMUSEUM: FILMDOKUMENTE ZUR ZEITGESCHICHTE TEIL 3: MIKROGESCHICHTEN VOM "ANSCHLUSS"
Das filmische Bild vom Anschluss 1938 ist maßgeblich von jenen ikonischen
Aufnahmen bestimmt, die von der NS-Filmpropaganda hergestellt wurden.
Bildästhetik und Dramaturgie, die den NS-Wochenschauen zugrunde lagen, bilden
bis heute das visuelle Inventar, mit dem das Ereignis in TV-Dokumentationen,
Lehrmitteln, Museen und Kinofilmen illustriert wird. Die Veranstaltung will
in der Gegenüberstellung des propagandistischen Bildes mit Amateurmaterial,
Kulturfilmen und Fragmenten österreichischer Wochenschauen Formen der
historischen wie auch der retrospektiven Ästhetisierung und Narrativisierung
des März 1938 debattieren.
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FILMPRÄSENTATION UND DISKUSSION: 16. JÄNNER 2008
ÖSTERREICHISCHES FILMMUSEUM: FILMDOKUMENTE ZUR ZEITGESCHICHTE TEIL 1: ERINNERUNG AN DIE LAGER
Die Britische Armee fertigte bei der Befreiung des KZ Bergen-Belsen im April 1945
Filmdokumente an, die bereits zum damaligen Zeitpunkt als juristisches und als
ästhetisches Problem erkannt wurden. Memory of the Camps (1945, unvollendet;
Produzent: Sidney Bernstein; Künstlerische Beratung: Alfred Hitchcock; Schnitt:
Stewart McAllister, Peter Tanner; s/w; 57 Minuten; überwiegend stumm) ist ein
beunruhigendes und erschütterndes Dokument dafür, wie herkömmliche dokumentarische
Formen vor dem Ausmaß der NS-Verbrechen versagen.
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FILMPRÄSENTATION UND DISKUSSION: 14. OKTOBER 2007
DER LETZTE DER UNGERECHTEN - BENJAMIN MURMELSTEIN, GEFILMT VON CLAUDE LANZMANN
Das Österreichische Filmmuseum und das Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien
(VWI) brachten den französischen Filmemacher Claude Lanzmann zu einem Publikumsgespräch
nach Wien und zeigten rund 5 Stunden eines bis dato unveröffentlichten Filminterviews,
das Lanzmann 1975 im Zuge der Dreharbeiten zu seinem monumentalen Dokumentarfilm Shoah
mit dem Wiener Rabbiner Dr. Benjamin Murmelstein geführt hat. Murmelstein war eine
Schlüsselfigur der Wiener Kultusgemeinde in der NS-Zeit und nach seiner eigenen Deportation
Mitglied des Judenrates und späterer Judenältester im Lager Theresienstadt. Die erstmalige
Leinwandpräsentation des ungeschnittenen Filmmaterials wurde von einem ExpertInnengespräch
mit Doron Rabinovici, Anna Hájková und Pierre Genée begleitet.
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AUSSTELLUNG: 4. JULI - 21. OKTOBER (VERLÄNGERT BIS 28. OKTOBER 2007!)
Unter dem Titel „Ordnung muss sein“ zeigte das Jüdische Museum Wien von 4. Juli bis 28. Oktober 2007 erstmals eine Ausstellung über das Archiv der Israelitischen Kultusgemeinde Wien. |
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HOLOCAUST STUDIES TAGUNG: 27.-29. JUNI 2007
Arbeiterkammer Wien
Die Videoaufzeichnungen der Eröffnungsreden von Herbert Tumpel, Anton Pelinka, Charlotte Knobloch, Heidrun Silhavy, Bertrand Perz und der Vorträge von Ulrich Herbert, Dieter Pohl, Elizabeth Harvey, Patricia Heberer, Florian Freund, Manfred Grieger, Harald Welzer, Christian Streit, Peter Klein, Gustavo Corni, Andrea Löw, Eleonore Lappin und Frank Stern sowie die Diskussionen sind auf dieser Website abrufbar! |
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PODIUMSPRÄSENTATION: 7. JUNI 2007
Das Projekt einer Wiederherstellung des Archivs der Israelitischen Kultusgemeinde Wien wurde im Rahmen einer Podiumspräsentation im United States Holocaust Memorial Museum, Washington D.C. erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Download: Pressespiegel: The New York Times, 2. Juni 2007: "A Nation’s Lost Holocaust History"
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ERSTE SIMON WIESENTHAL LECTURE DES VWI: 8. MÄRZ 2007
OMER BARTOV: DIE LETZTEN TAGE VON BUCZACZ -
DIE ZERSTÖRUNG EINER MULTI-ETHNISCHEN STADT
In seinem Vortrag beschäftigte sich Omer Bartov mit der Art und Weise, in der sich Ukrainer, Polen und Juden an den Holocaust in der einst multiethnischen Stadt Buczacz erinnern – dem Geburtsort Simon Wiesenthals (sowie Omer Bartovs Mutter).
DISKUSSIONSVERANSTALTUNG:
29. JUNI 2006
WISSENSCHAFTEN UND VERGANGENHEITSPOLITIK IN ÖSTERREICH
Warum braucht Österreich ein Institut für Holocaust-Studien
und welche Aufgaben hat es zu erfüllen?
Diskussionsveranstaltung im Rahmen des Forschungspraktikums von Eva Kreisky und Thomas König
„NS-Eliten in der 2. Republik“
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TAGUNG: 7.–8. JUNI 2006
Um den Gründungsprozess des neuen Wiener Wiesenthal Instituts für Holocaust-Studien (VWI) auch wissenschaftlich zu begleiten, veranstalteten zwei im Proponentenverein tätige Mitgliedsorganisationen – das Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien (IfZ) sowie das IFK Internationales Forschungszentrum Kulturwissenschaften – eine internationale Konferenz, die sich mit wichtigen Strömungen der aktuellen Holocaustforschung beschäftigt hat. Im besonderen wurde dabei auch auf das Memorandum von Simon Wiesenthal an die österreichische Bundesregierung aus dem Jahr 1966 eingegangen, in dem dieser zur Verfolgung österreichischer Naziverbrecher durch die Justizbehörden die wesentlichen Tatkomplexe des NS-Völkermords aufgelistet hat. Die Videoaufzeichnungen der Beiträge von David Bankier, Atina Grossmann, Isabel Heinemann, Christian Gerlach, Peter Black, Wlodzimierz Borodziej, Michael Wildt, Omer Bartov, Tom Segev, Bertrand Perz und Raul Hilberg sind auf dieser Website abrufbar. |