PODIUMSPRÄSENTATION: 7. JUNI 2007:

SPURENSICHERUNG - DAS ARCHIV DER ISRAELITISCHEN KULTUSGEMEINDE WIEN
Podiumspräsentation im United States Holocaust Memorial Museum, Washington D.C.
Donnerstag, 7. Juni 2007, 15:00 – 17:00
Ort: Helena Rubinstein Auditorium, Museum
Im Jahr 2000 stießen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Israelitischen Kultusgemeinde Wien (IKG) bei der Inspektion eines IKG-eigenen Gebäudes auf zwei Räume, die mit rund 800 Kartons, Karteiladen und großformatigen Büchern vollgefüllt waren – bedeckt vom Staub, der sich über viele Jahre angesammelt hatte. Nach mehrjähriger Sichtung, Identifizierung und Ordnung der Dokumente steht heute fest, dass ein bedeutender Teil aus der NS-Zeit stammt und jene Archivbestände ergänzt, die bereits in den 1950er Jahren nach Israel transferiert worden waren.
Insgesamt verfügt die Israelitische Kultusgemeinde Wien nun über einen rund 2 Millionen Seiten umfassenden Aktenbestand aus der NS-Zeit, der sich zum Teil in Jerusalem, zum Teil in Wien befindet. Die erhaltenen Berichte, Briefe, Auswanderungs- und Finanzunterlagen, Deportationslisten, Karteikarten, Bücher, Fotos, Pläne und Diagramme geben Aufschluss über die letzten Jahre der jüdischen Gemeinde Wiens unmittelbar vor dem und während des Holocaust. Sie stellen einen wesentlichen und lange vergessenen Teil des Archivs der einst größten deutschsprachigen jüdischen Gemeinde in Europa dar. Im Jahr 2002 beschlossen das United States Holocaust Memorial Museum und die IKG, diese Materialien gemeinsam auf Mikrofilm zu sichern und der Öffentlichkeit in Wien sowie im Museum in Washington zugänglich zu machen.
Die Podiumsteilnehmer sprachen über die Entdeckung, die Sicherung und die darauffolgende Zugänglichmachung der Archivbestände; über die Auswirkungen dieses Funds auf die Dokumentation der persönlichen Geschichte von Holocaust-Überlebenden und Holocaust-Opfern; über seine wissenschaftliche Bedeutung für die Holocaust-Studien im United States Holocaust Memorial Museum und in einem geplanten Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien sowie über die Vorbereitungen für eine Ausstellung über „Das Archiv der Israelitischen Kultusgemeinde Wien“ (Arbeitstitel), die im Juli 2007 im Jüdischen Museum Wien eröffnet werden wird.
Begrüßung:
Sara J. Bloomfield , Director, Center for Advanced Holocaust Studies, United States Holocaust Memorial Museum (USHMM)
Moderatorin der Round-Table-Diskussion:
Suzanne Brown-Fleming, Senior Program Officer, University Programs Division, Center for Advanced Holocaust Studies, USHMM
Podiumsteilnehmer:
Ingo Zechner, Leiter der Anlaufstelle der Israelitischen Kultusgemeinde Wien für jüdische NS-Verfolgte in und aus Österreich, Wien, Österreich
Felicitas Heimann-Jelinek, Chefkuratorin des Jüdischen Museums Wien, Österreich
Anatol Steck, Program Officer, International Archival Programs Division, Center for Advanced Holocaust Studies, USHMM
Walter B. Feiden, Holocaust-Überlebender aus Wien, lebt derzeit in New York, NY, und war kürzlich in der 60-minütigen CBS-Sendung “Revisiting the Horrors of the Holocaust” zu sehen.
Weitere Informationen über diesen Archivbestand finden Sie unter http://www.ushmm.org/research/center/acquisitions/details/vienna/#content
Diese Round-Table-Diskussion wird von der Helena Rubinstein Foundation unterstützt.
Download: Pressespiegel: The New York Times, 2. Juni 2007:
"A Nation’s Lost Holocaust History"
Download: Pressespiegel: International Herald Tribune, 5. Juni 2007:
"Holocaust-era Jewish community brought to life in documents hidden for decades in
Austria", (The Associated Press)
International Herald Tribune, 7. Juni 2007:
"Holocaust survivors say Vienna Archive should have been used to
resolve legal claims" (The Associated Press)
Download: Pressespiegel:
International Herald Tribune, 11. Juni 2007:
"Jewish Community Vienna says archive used to resolve legal claims"
(The Associated Press)
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