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Die Israelitische Kultusgemeinde Wien und das Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI)trauern um Raul Hilberg, der am 4. August 2007 nach schwerer Krankheit verstorben ist. Raul Hilberg, der bereits zu Lebzeiten zur Legende gewordene Professor an der University of Vermont, hatte mit seinem monumentalen, 1961 erstmals auf Englisch erschienenen und in zahlreiche Sprachen übersetzen Werk über „Die Vernichtung der Europäischen Juden“ gleichsam im Alleingang die Holocaustforschung begründet. Raul Hilbergs Arbeit war von einem bedingungslosen Begehren nach Erkenntnis, von der Aufmerksamkeit für jedes scheinbar nebensächliche Detail und von analytischer Präzision gekennzeichnet, wodurch er als Politologe nicht nur für die Holocaust-Studien, sondern für die gesamte Geschichtswissenschaft Maßstäbe gesetzt hat. In seine Geburtsstadt zurückzukehren, aus der er 1939 mit seinen Eltern vertrieben worden war, hatte ihn stets eine große Überwindung gekostet. Wir möchten unsere Dankbarkeit und Hochachtung dafür ausdrücken, dass Raul Hilberg im Juni 2006 nochmals nach Wien gekommen ist, um den Gründungsprozess des Wiener Wiesenthal Instituts für Holocaust-Studien zu unterstützen, den er seit Herbst 2006 als Ehrenvorsitzender eines hochkarätigen Internationalen Wissenschaftlichen Beirats begleitet hat. Namens der Israelitischen Kultusgemeinde in Wien und des Wiener Wiesenthal Instituts für Holocaust-Studien (VWI) sowie im eigenen Namen dürfen wir der Familie von Raul Hilberg unser aufrichtiges Mitgefühl ob des schweren Verlustes versichern. Ariel Muzicant, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien Weblink: Raul Hilberg und Walter Manoschek im Gespräch (Videoaufzeichnung, Juni 2006) |