|
YOUTUBE-Kanal des Wiener Wiesenthal Instituts für Holocaust-Studien (VWI)
Hier finden Sie Videoaufzeichnungen unserer Simon Wiesenthal Lectures, Tagungen, Buchpräsentationen und Interventionen.
PROJEKTINFORMATION
WIENER WIESENTHAL INSTITUT FÜR HOLOCAUST-STUDIEN (VWI)
Simon Wiesenthal war es ein besonderes Anliegen seiner letzten Lebensjahre, sein Archiv der historischen Forschung zugänglich zu machen und den Geist seiner Arbeit in einer Zeit gewahrt zu wissen, in der sowohl die Täter als auch die Opfer des Nationalsozialismus gestorben sein werden. Die Israelitische Kultusgemeinde Wien hat deshalb bereits im Jahr 2002 gemeinsam mit zahlreichen namhaften Institutionen die Initiative ergriffen, ein internationales Shoa-Forschungszentrum in Wien zu errichten, das den Namen Simon Wiesenthals tragen soll. Dieses
Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI), an dessen Konzeption der im September 2005 verstorbene Simon Wiesenthal noch persönlich beteiligt war, widmet sich - ganz im Sinne seines Lebenswerkes - der Erforschung, Dokumentation und Vermittlung von Fragen zu Antisemitismus, Rassismus und Holocaust. In ihm soll das
Simon Wiesenthal Archiv mit Teilen des
Archivs der Israelitischen Kultusgemeinde Wien räumlich zusammengeführt werden.
Weiter
|
VERANSTALTUNG
SIMON WIESENTHAL LECTURE: 15. DEZEMBER 2011, 18:30 UHR
ULRIKE JUREIT: "GEFÜHLTE OPFER. ILLUSIONEN DER VERGANGENHEITSBEWÄLTIGUNG"
Ort: Haus-, Hof- und Staatsarchiv, 1010 Wien, Minoritenplatz 1
Der Holocaust gehört in Deutschland zu den zentralen historischen Bezugsereignissen, wenn es gilt, sich als Kollektiv selbst zu beschreiben. Kein anderes Land hat sich derart intensiv mit der eigenen verbrecherischen Geschichte auseinander gesetzt. Das nachdrückliche Bemühen, den nationalsozialistischen Massenverbrechen einen angemessenen Platz in der kollektiven Erinnerung einzuräumen, ist wesentlich von der Erinnerungsfigur des »gefühlten Opfers« getragen. Opferidentifiziertes Erinnern ist zu einer Art Norm geworden und es trägt ein Erlösungsversprechen in sich, das für aufrichtiges Gedenken Versöhnung in Aussicht stellt. Doch der Zustand moralischer Entlastung will sich auch nach Jahrzehnten des Bereuens partout nicht einstellen, und der zu beobachtende erinnerungspolitische Wettbewerb löst zunehmend Unbehagen aus.
Welche Konsequenzen hat es für das kollektive Erinnern, wenn sich Deutsche überwiegend mit den Opfern und ihren Verfolgungsgeschichten identifizieren? Vor welchen Herausforderungen steht historisches Erinnern mehr als sechzig Jahre nach Kriegsende?
Ulrike Jureit, geboren 1964, ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Hamburger Institut für Sozialforschung. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in der Sozial- und Kulturgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts. Sie war von 2000 – 2004 Leiterin der Ausstellung »Verbrechen der Wehrmacht. Dimensionen des Vernichtungskrieges 1941 – 1945«. Ihre jüngste Buchveröffentlichung (mit Christian Schneider): Gefühlte Opfer. Illusionen der Vergangenheitsbewältigung, Klett-Cotta, Stuttgart 2010.
|
|
|
VERANSTALTUNG
INTERNATIONALE KONFERENZ: 28. UND 29. NOVEMBER 2011
"MALY TROSTINEC ERINNERN"
Ort: Wien Museum am Karlsplatz, 1040 Wien
Obwohl mehr als 10.000 Österreicher und Österreicherinnen als Opfer der Shoa von den Nationalsozialisten in Maly Trostinec bei Minsk in Weißrussland ermordet wurden, ist dieser Ort in Österreich so gut wie unbekannt.
Die Namen der Ermordeten liegen vor, auch ihre Todesdaten, aber die Toten haben keine Gräber und ihre Namen stehen auf keinem Grabstein - nicht in Maly Trostinec und auch nicht in Wien, wo doch die meisten zuvor hier wohnten.
Aus Anlass des 70. Jahrestages der ersten Massendeportation von Wien nach Weißrussland am 28. November 1941 wird eine zweitägige Konferenz im Wien Museum abgehalten - veranstaltet vom Verein IM-MER in Kooperation mit dem Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI) und dem Wien Museum.
Die Auftaktveranstaltung findet im ehemaligen Sammellager Sperlgasse statt, von dem die Deportationen ihren Ausgang nahmen:
"DEN TOTEN EINE STIMME GEBEN"
Sonntag, 27. November 2011, 19 Uhr
Sperlgymnasium, 1020 Wien, Kleine Sperlgasse 2c
Internationale Konferenz
"MALY TROSTINEC ERINNERN"
28. und 29. November 2011, ab 9.30 Uhr
Wien Museum am Karlsplatz, 1040 Wien
|
|
|
VERANSTALTUNG
SIMON WIESENTHAL LECTURE: 24. NOVEMBER 2011, 18:30 UHR
ANNE SUDROW: "DIE "SCHUHBERGE" NEU LESEN. ZUR ÖKONOMISIERUNG DER "ENDLÖSUNG""
Ort: Haus-, Hof- und Staatsarchiv, 1010 Wien, Minoritenplatz 1
Die »Schuhberge« in den Gedenkstätten für die Konzentrations- und Vernichtungslager stehen als dingliche Zeugen, als »Merkbilder«, ja materielle Beweise für den Holocaust und die Politik der »Endlösung«. Auf ihre ökonomische Funktion ist im Zusammenhang der »Aktion Reinhardt« immer wieder hingewiesen worden. Doch wurde sie bislang nicht systematisch untersucht. Stellt man die Verwertung von »Altschuhwerk« in den Kontext der NS-Wirtschafts- und Konsumpolitik, so zeigt sich, dass sie für die Versorgung der Zivilbevölkerung mit Alltagsgegenständen eine nicht zu unterschätzende Rolle spielten. Auch für die Schuhproduzenten wurden die verbrauchten Schuhe zur begehrten Ressource. Gleichzeitig ergeben sich durch diese historische Neuverortung der »Schuhberge« aber Probleme für ihre geläufige Symbolik als »Erinnerungsorte« der Gedenkkultur.
In ihrem Vortrag rekonstruiert Anne Sudrow am Beispiel der Schuhe das komplexe wirtschaftliche Verwertungssystem für die letzten Habseligkeiten der Deportierten und Ermordeten. Sie zeigt, in welch vielfältiger Weise deutsche Unternehmen der Konsumgüterindustrie diesbezüglich Kontakte zu den Konzentrationslagern unterhielten und Häftlingsarbeit nutzten. Gleichzeitig problematisiert sie daran die Tauglichkeit von »authentischen« Objekten als Gedächtnisbrücken zwischen Vergangenheit und Gegenwart.
Anne Sudrow, Jahrgang 1970, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam, Dozentin an der TU Berlin, studierte in Berlin und Lyon und promovierte an der TU München. Ihr Buch »Der Schuh im Nationalsozialismus. Eine Produktgeschichte im deutsch-britisch-amerikanischen Vergleich« (Wallstein: 2010) wurde mit dem Hedwig-Hintze-Preis des Verbandes der Historiker und Historikerinnen Deutschlands ausgezeichnet.
|
|
|
VERANSTALTUNG
WORKSHOP / WISSENSCHAFTLICHE KONFERENZ: 17.-20. NOVEMBER 2011
"›Und was hat das mit mir zu tun?‹ Perspektiven der Geschichtsvermittlung zu Nazismus und Holocaust in der Migrationsgesellschaft"
Ort: Bruno Kreisky Forum für internationalen Dialog
Armbrustergasse 15, 1190 Wien
Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI), Büro trafo.K & Dirk Rupnow, in Kooperation mit Mauthausen Memorial
Die Erinnerung an den Nazismus und seine Massenverbrechen, die ein zentraler Bestandteil österreichischen (und europäischen) Geschichtsbewusstseins sowie ein zentrales Handlungsfeld für österreichische (und europäische) Identitäts- und Geschichtspolitik ist, befindet sich derzeit in einem tiefgreifenden Wandlungsprozess. Erinnerungskulturen verändern sich derzeit nicht nur vor dem Hintergrund des generationellen Wechsels und internationaler Politiken, sondern nicht zuletzt auch auf Grund von Migration: Dies bringt eine Diversifizierung der Perspektiven mit sich und verweist auf unterschiedliche historische Erfahrungen, Erinnerungen und Tradierungen. So fordert der Fokus auf die Realität der postkolonialen, postnazistischen Migrationsgesellschaft Selbstverständnisse und Erinnerungskulturen der Mehrheitsgesellschaft heraus. Doch obwohl die Geschichte von Nazismus, Holocaust und Zweitem Weltkrieg voller transnationaler Bezüge ist, bleiben diese häufig in der klassischen Geschichtsvermittlung in Schulen oder Gedenkstätten unbeachtet. Vor allem im Schulunterricht dominiert immer noch der national formatierte Blick auf die Vergangenheit.
Eine differenzierte Auseinandersetzung mit den spezifischen Perspektiven für Geschichtsvermittlung zum Nazismus, seinen Massenverbrechen und dem Zweiten Weltkrieg in Migrationsgesellschaften stellt ein Desiderat dar. Die Veranstaltung möchte das Thema in seinen europäischen und globalen Kontexten diskutieren und seine unterschiedlichen Dimensionen ausloten. Neben pädagogischen sollen dabei auch spezifisch museologische Implika-tionen, etwa für die Gedenkstättenarbeit, berücksichtigt werden. Eingeladen werden deutschsprachige und internationale ExpertInnen aus den Gebieten Geschichtsvermittlung, Migrationspädagogik und Museologie bzw. Gedenkstättenarbeit, HistorikerInnen und Kultur- und Sozialwissenschaf-terInnen.
Geplant ist eine Mischung aus Workshop und Konferenz, die der Komplexität des Themas und dem dementsprechenden Diskussions- und Gesprächsbedarf Rechnung trägt. Nach einem eröffnenden Abendvortrag sollen in einem Workshop-Segment drei Themenfelder mit den geladenen ExpertInnen diskutiert werden: 1) Marginalisierte Erinnerungen zu Nazismus, Zweitem Weltkrieg und Holocaust; 2) Geschichtsvermittlung in postnazistischen Migrationsgesellschaften; 3) Gedenkstätten als Kontaktzonen. Das darauf folgende Konferenz-Segment widmet sich den drei Themen in drei aufeinander folgenden Panels. Diese beginnen jeweils mit kurzen Keynote Lectures, die von weiteren Exper-tInnen kommentiert und dann im Plenum diskutiert werden. Dabei können die Gespräche aus den Workshops einfließen.
Für die Teilnahme an den Workshops und an der Exkursion ist eine Anmeldung unter anmeldung@trafo-k.at unbedingt notwendig! Die Teilnahme am Tagungsteil (Panels) ist frei.
Mit Unterstützung von Fondation pour la Mémoire de la Shoah, Paris.
|
|
|
VERANSTALTUNG
BUCHPRÄSENTATION: 3. NOVEMBER 2011, 18:30 UHR
JENS-JÜRGEN VENTZKI: "SEINE SCHATTEN, MEINE BILDER. EINE SPURENSUCHE"
Ort: 4., WIEN MUSEUM, KARLSPLATZ
Erst 2001 schafft es Jens-Jürgen Ventzki in seine Geburtsstadt Łódź, nach Polen zu reisen, um sich mit seiner Vergangenheit und vor allem der seines Vaters auseinanderzusetzen.
Werner Ventzki war ab 1941 Oberbürgermeister der Stadt, jener Stadt, die nach der Niederschlagung Polens an das Deutsche Reich angeschlossen wurde und 1940 in »Litzmannstadt« umgetauft wurde. Ihm unterstand damit auch die Verwaltung des nach Warschau zweitgrößten Ghettos im NS-Herrschaftsbereich, in dem zeitweise mehr als 160.000 Menschen eingepfercht waren, und von wo diese in die Vernichtungslager deportiert wurden.
Der Sohn folgt den Spuren des Vaters, recherchiert in Archiven, sucht das Gespräch mit HistorikerInnen.
An Hand von Dokumenten, Erinnerungen, Literatur- und Archivstudien schildert und rekonstruiert Jens-Jürgen Ventzki den Lebensweg seines Vaters als Gauamtsleiter, Reichsredner, Oberbürgermeister, als Mitglied der Waffen-SS und als späteren Beamten der Bundesrepublik Deutschland. Die im Buch detailliert nachgezeichnete Auseinandersetzung des Sohnes mit einem schwierigen Erbe, mit seinen »zwei Vätern«, zeigt aber auch einen hoffnungsvollen Weg im Umgang mit der Last der Geschichte.
PROGRAMM
Begrüßung
Béla Rásky (Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien - VWI)
Podiumsgespräch
Jens-Jürgen Ventzki (Autor)
Bertrand Perz (Institut für Zeitgeschichte, Universität Wien)
Moderation: Marianne Enigl ("profil")
Musikprogramm
Ilse Montocchio (Klavier) und Alfred Pfleger (Geige) spielen
Karl Amadeus Hartmann, "27. April 1945"; Manuskript II, 1. Satz "Bewegt" und
Ernest Bloch, "Suite hébraïque", 1. Satz "Rhapsodie"
anschließend Erfrischungen
|
|
|
VERANSTALTUNG
BUCHPRÄSENTATION: 20. OKTOBER 2011, 18:00 UHR
TIMOTHY SNYDER: "BLOODLANDS. EUROPA ZWISCHEN HITLER UND STALIN"
Ort: Institut für die Wissenschaften vom Menschen (IWM), 1090 Wien,Spittelauer Lände 3
Timothy Snyder und Sybille Steinbacher im Gespräch
Einführung und Moderation: Christoph Prantner (Ressortleiter Außenpolitik, "Der Standard")
In seinem, von den Feuilletons ausgiebig und in einschlägigen Fachpublikationen und -foren durchaus auch kontrovers besprochenen Buch „Bloodlands. Europa zwischen Hitler und Stalin“ fasst der renommierte Historiker Timothy Snyder die Gräueltaten zweier diktatorischer Systeme des 20. Jahrhunderts auf einem Territorium zusammen, deren Quellen durch den Eisernen Vorhang HistorikerInnen lange Zeit unzugänglich waren: den Bloodlands, die sich von Polen über die Ukraine, Weissrussland und das Baltikum bis Westrussland erstrecken. Aber Stalins und Hitlers Regime mordeten nicht nur im selben geografischen Raum, so Snyders These, sie mordeten auch gemeinsam, als Rivalen ebenso wie als Verbündete.
Lange blieb diesen Verbrechen und deren Aufarbeitung in Polen, Russland, der Ukraine und dem Baltikum der Weg in unser Geschichtsbewusstsein verwehrt. Snyders Werk bietet nun nicht nur neue Blickwinkel auf diese Thematik, sondern eröffnet auch einen Weg zu einer gesamteuropäischen Geschichtskultur, deren Schwerpunktsetzung so endlich auch Richtung Osteuropa ausgeweitet wird.
In der Buchpräsentation des IWM, die u.a. in Kooperation mit dem Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI) veranstaltet wird, präsentiert der Autor seine Thesen mit der – im Internationalen Wissenschaftlichen Beirat des VWI vertretenen – Zeithistorikerin Sybille Steinbacher, moderiert und eingeleitet wird die Veranstaltung von Christoph Prantner, Außenpolitik-Ressortleiter des "Standard".
In Kooperation mit Verlag C.H. Beck, Bruno Kreisky Forum, eurozine, Europäisch-Ukrainische Kooperation, Polnisches Institut Wien, Polnische Akademie der Wissenschaften Wien, Der Standard,
Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI)
|
|
|
VERANSTALTUNG
SIMON WIESENTHAL LECTURE: 13. OKTOBER 2011, 18:30 UHR
RANDOLPH L. BRAHAM: "HUNGARY: THE CONTROVERSIAL CHAPTER OF THE HOLOCAUST"
Ort: Haus-, Hof- und Staatsarchiv, 1010 Wien, Minoritenplatz 1
The destruction of Hungarian Jewry on the eve of the allied victory – when the secrets of Auschwitz were already known to the leaders of the world, including the national and Jewish leaders of Hungary – constitutes a puzzle in the general history of the Holocaust. Professor Braham will attempt to identify and analyse the major parts of the puzzle, which when placed together will reveal the reasons why this unthinkable and unforeseen catastrophe became a reality.
The lecture will focus, among other issues, on the historical roots of the calculations and miscalculations (in some cases outright illusions) of the wartime leaders of Germany and Hungary in pursuit of their particular political and military-strategic objectives as well as the strategies of the Jewish (traditional and Zionist) leaders of Hungary and Slovakia in attempting to ensure the possible survival of their respective communities.
Dr. Randolph L. Braham is Distinguished Professor Emeritus of Political Science at The City College and the Doctoral Program at the Graduate Center of the City University of New York, where he also serves as Director of the Rosenthal Institute for Holocaust Studies. He is a specialist in comparative politics and is a recognized authority on the Holocaust, author or editor of 61 books, co-authored and contributed chapters to 49 others. Some of his works were used as major source books by courts of law in various countries, including Canada, Germany, Israel, and the United States in cases involving restitution and war crimes. His two-volume The Politics of Genocide: The Holocaust in Hungary, published by Columbia University Press (1981), has been reviewed and praised all over the world as a “monumental” and “definitive” empirical work. In 1981, it was selected for the Jewish National Book award (USA). In November 1995, he was awarded the Order of Merit Officer’s Cross of the Republic of Hungary. Professor Braham has participated in many national and international conferences, served as guest lecturer in many institutions of higher learning in Israel, Europe, and North America, and appeared on a variety of radio and television programs as a commentator or panellist. His life story is the subject of a documentary produced by the Hungarian Duna-TV in November 2003.
|
|
|
VERANSTALTUNG
SIMON WIESENTHAL CONFERENCE: 4.-6. OKTOBER 2011
"Partituren der Erinnerung - Der Holocaust in der Musik"
"Scores of Commemoration - The Holocaust in Music"
Ort: Universität für Musik und darstellende Kunst Wien/University of Music and Performing Arts Vienna
Fanny Hensel-Mendelssohn-Saal, Anton-von-Webern-Platz 1, 1030 Wien
Wie auch in anderen Kunstgattungen, setzte schon während des Holocaust selbst, hauptsächlich aber vor allem in den 1950er- und 1960er-Jahren und wieder nach 1990 auch im musikalisch-kompositorischen Bereich die Thematisierung des nationalsozialistischen Massenmords ein: Dabei wurden einzelne Orte wie Konzentrations- und Vernichtungslager, Ghettos, Tatorte oder Personen, Ereignisse oder konkrete Aspekte, aber auch allgemeinere Themen wie Erinnerung, Trauer und Leid in unterschiedlichen Genres und in durchaus unterschiedlicher Manier angesprochen.
Die vom VWI initiierte und gemeinsam mit der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien veranstaltete Tagung hat diese Kompositionen, ihre Interpretationen, ihre kulturellen und politischen Kontexte, ihre Geschichte und zum Teil auch ihre Rezeption thematisiert: In 28 englisch- und deutschsprachigen Referaten von Vortragenden aus Belarus, Deutschland, Israel, den Niederlanden, Österreich, Polen, der Tschechischen Republik, den USA und dem Vereinigten Königreich wurden diese zeitgenössischen Werke als ein Medium der Erinnerung, Auseinandersetzung und Aufarbeitung herausgestellt, diese als Teil der kulturwissenschaftlichen Gedächtnisforschung analysiert. Im Zentrum stand die Frage, in welchen Formen der Holocaust selbst, die Aufarbeitung, der Umgang und die Erinnerung an die Shoah in Kompositionen zeitgenössischer Musik Eingang gefunden haben bzw. wie der Holocaust die musikästhetische Diskussion beeinflusst hat.
Bei der Eröffnung hat Ferenc Snétberger im Fanny Hensel-Mendelssohn-Saal der Musikuniversität ein Gitarrensolo aus seinem Werk ”For my people“ vorgetragen. Am Abend des Eröffnungstages spielten er und das ”Ensemble Kreativ“ im Rahmen eines Konzerts im Arnold Schönberg Center Werke mit Bezug zum Holocaust bzw. Porrajmos, des NS-Massenmordes an Sinti und Roma.
Download Abendprogramm Arnold Schönberg Center am 4. Oktober 2011
|
|
|
VERANSTALTUNG
SIMON WIESENTHAL LECTURE: 22. SEPTEMBER 2011, 18:30 UHR
PETER BLACK: "NS-GERICHTSVERFAHREN IN DEN USA. DIE ARBEIT DER DIENSTSTELLE FÜR SONDERERMITTLUNGEN DES US-JUSTIZMINISTERIUMS, 1978-2010"
Ort: Haus-, Hof- und Staatsarchiv, 1010 Wien, Minoritenplatz 1
In den ersten 20 Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg kamen Hunderttausende von ImmigrantInnen aus allen Teilen Europas, häufig auf der Flucht vor der sowjetischen Besatzung, in die USA. Einige Hundert waren vor 1945 im Dienst NS-Deutschlands oder anderer, mit dem »Dritten Reich« verbündeter Mächte gestanden: als Staatsminister, Verwaltungsbeamte der deutschen Besatzungsbehörden, als Hilfspolizisten oder als Angehörige des Wachpersonals von Konzentrations- und Vernichtungslagern. Ende der 1970er-Jahre wurde die Dienststelle für Sonderermittlungen des US-Justizministeriums eingerichtet. Diese hatte die Aufgabe, gegen mutmaßliche NS-TäterInnen zu ermitteln, sie gegebenenfalls wegen Verletzung der US-Einwanderungs- bzw. Einbürgerungsbestimmungen vor Gericht zu stellen. Durch die Bemühungen der Dienststelle sind bis heute mehr als Hundert dieser Personen aus den USA ausgewiesen worden.
Peter Black erzählt die Geschichte der Dienststelle aus der Sicht eines Insiders: Er beginnt mit der Darstellung der Problematik um Zuständigkeit, erklärt, wieso es so lange dauerte, diese Verfahren einzuleiten, und warum von der Einleitung eines Ausbürgerungsverfahren bis zur eigentlichen Abschiebung manchmal Jahrzehnte vergingen. In einem weiteren Schritt analysiert er unterschiedliche Fälle, beschreibt die für eine Verurteilung notwendigen Beweismittel, um schließlich ausgewählte Einzelverfahren zu diskutieren.
Peter Black, geboren 1950, ist seit 1997 Senior Historian am United States Holocaust Memorial Museum (USHMM) in Washington, D.C. Vor dieser Zeit war er Chief Historian bei der Dienststelle für Sonderermittlungen des US-Justizministeriums, wo er von 1978 an 19 Jahre lang tätig war. Er ist u.a. Autor des 1991 im Schöningh Verlag veröffentlichten Buches »Ernst Kaltenbrunner: Vasall Himmlers« und des kürzlich im Mai in der Zeitschrift »Holocaust and Genocide Studies« erschienen Artikels »Foot Soldiers of the Final Solution: The Trawniki Training Camp and Operation Reinhard«. Peter Black ist Mitglied des Internationalen Wissenschaftlichen Beirats des Wiener Wiesenthal Instituts für Holocaust-Studien (VWI).
|
|
|
VERANSTALTUNG
SIMON WIESENTHAL LECTURE: 16. JUNI 2011, 18:30 UHR
DAN STONE: "ERINNERUNGSKRIEGE IM »NEUEN EUROPA«"
Ort: Haus-, Hof- und Staatsarchiv, 1010 Wien, Minoritenplatz 1
Mit dem Ende des Kalten Krieges geriet die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg in das Zentrum des europäischen Bewusstseins. Siebzig Jahre nach dem Weltkrieg wird nun der Erinnerungskampf um ihn vehementer als je zuvor geführt, eben weil das Abtauen des mit dem Kalten Krieg entstandenen Eises auch die Öffnung neuer diskursiver Räume ermöglichte. Gemeinsames Motiv dieses neuen Diskurses im Westen wie im Osten Europas ist der Verfall des antifaschistischen Konsenses der Nachkriegszeit und das Wiederaufleben vorher marginalisierter Denkweisen. Dies bedeutet, dass auf der einen Seite ein noch nie da gewesener Anschlag auf die Werte der Nachkriegsära stattgefunden hat, auf der anderen wiederum eine vollkommen überspitzte Version dieser überleben konnte.
In seinem Vortrag wird der Historiker Dan Stone mittels Analyse von politischen Diskursen, von Museen und Denkmälern eine Lesart jener Art und Weise vorschlagen, wie die Modalitäten der Erinnerung nach dem Kalten Krieg geformt wurden und noch immer werden. Aus dieser Sicht sind einerseits Demagogie und Populismus zu erkennen, andererseits aber auch die Möglichkeiten der Akzeptanz, Versöhnung und Stabilität.
Dan Stone, 1971 im Vereinigten Königreich geboren, studierte Geschichte an der Universität Oxford, wo er auch ein Junior Research Fellow war. Er lehrt seit 1999 am Royal Holloway, University of London, wo er zur Zeit Professor für Moderne Geschichte ist. Zu seinen jüngsten Veröffentlichungen - insgesamt ein Dutzend Bücher und mehr als fünfzig wissenschaftliche Abhandlungen - gehören »Histories of the Holocaust« bei Oxford University Press 2010 und »The Historiography of Genocide« (Hg.) bei Palgrave Macmillan 2008.
|
|
|
VERANSTALTUNG
BUCHPRÄSENTATION: 8. JUNI 2011, 18:30 UHR
RITA ROCKENBAUER: "Irgendwo mein Traum zerbricht"
Herausgeber Katharina und Johann Soukup, Frankfurt am Main: August von Goethe Literaturverlag 2010
Ort: Palais Wilczek, 1010 Wien, Herrengasse 5
Rita Rockenbauer, geborene Gottesman, kam am 8. April 1906 in Suceava in der damaligen Bukowina, im heutigen Rumänien, zur Welt. Später ging sie nach Wien, wo sie 1933 Emil Rockenbauer heiratete. Aufgrund ihrer jüdischen Abstammung wurde sie Anfang 1942 im Sammellager Kleine Sperlgasse interniert und am 14. September 1942 in das Vernichtungslager Maly Trostinec bei Minsk deportiert, wo sie höchstwahrscheinlich kurz nach ihrer Ankunft ermordet wurde.
Ihr dichterisches Schaffen erstreckte sich, wie die auf abenteuerlichen Wegen erhaltenen Manuskripte zeigen, von 1935 bis wenige Tage vor ihrem Tod. Einen Großteil der Gedichte widmete sie ihrer unglücklichen Liebe zu ihrem Ehemann Emil. 70 Jahre später, nach dem Tod von Emil Rockenbauer, entdeckte das Wiener Ehepaar Katharina und Johann Soukup in dessen Nachlass die Gedichte und zahlrei-
che Briefe, die Rita ihm während ihrer Internierung im Sammellager geschrieben hatte. Die Publikation der Gedichte war ihr innigster, in diesen Briefen immer wieder vorgetragener Wunsch, der schließlich dank der Soukups 2010 verwirklicht werden konnte.
Rita Rockenbauers literarisches Schaffen zeigt eine bemerkenswerte Dichterin und reflektiert gleichzeitig ein ergreifendes, aber auch viele Rätsel und Fragen aufgebendes, sehr persönliches Kapitel mitteleuropäischer Zeitgeschichte.
PROGRAMM
Begrüßung
HELMUTH A. NIEDERLE (Stv. Leiter der Österreichischen Gesellschaft für Literatur)
Podiumsgespräch
KATHARINA UND JOHANN SOUKUP (Herausgeber)
ELEONORE LAPPIN-EPPEL, Moderation (Institut für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte, Österreichische Akademie der Wissenschaften)
Aus den Gedichten Rita Rockenbauers liest
BETTINA ROSSBACHER
anschließend Erfrischungen
|
|
|
VERANSTALTUNG
BUCHPRÄSENTATION: 6. JUNI 2011, 18:30 UHR
GÜNTER MORSCH und BERTRAND PERZ: "Neue Studien zu nationalsozialistischen Massentötungen durch Giftgas. Historische Bedeutung, technische Entwicklung,
revisionistische Leugnung"
Herausgeber Günter Morsch und Bertrand Perz, Berlin: Metropol Verlag 2011
Ort: Österreichisches Theatermuseum, Eroica-Saal, Palais Lobkowitz, 1010 Wien, Lobkowitzplatz 2
Eugen Kogon und Hermann Langbein legten 1983 gemeinsam mit Historikern und Juristen eine erste Darstellung zum Thema »Nationalsozialistische Massentötungen durch Giftgas« vor, betrachteten so den Massenmord als ein zentrales Wesensmerkmal des Nationalsozialismus. 25 Jahre später versuchte eine Tagung in Oranienburg eine Bilanz der seither erfolgten Forschungen zu ziehen. Die Konferenz war Ausgangspunkt für den vorliegenden Sammelband: 34 ForscherInnen aus Ost- und Westeuropa, den USA und Israel thematisieren in dem von Günter Morsch und Bertrand Perz herausgegebenen Band die Hintergründe und Voraussetzungen der Massentötungen durch Giftgas sowie ihre Durchführung.
Sechs Kapitel fassen den Stand der Forschung zusammen und beschäftigen sich mit den Tötungsanstalten der Euthanasie-»Aktion T4«, Vernichtungslagern wie Chełmno und Auschwitz, der »Aktion Reinhardt« und der Rolle, die Gasmorde in den Konzentrationslagern auf dem Gebiet des »Altreichs« einnahmen. Darüber hinaus werden technische und pharmakologische Aspekte des Massenmords behandelt. Ein Kapitel ist der revisionistischen Propaganda und ihren Methoden gewidmet.
PROGRAMM
Begrüßung
BÉLA RÁSKY (Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien - VWI)
Podiumsgespräch
GÜNTER MORSCH (Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, Sachsenhausen)
BERTRAND PERZ (Institut für Zeitgeschichte, Universität Wien)
BRIGITTE BAILER-GALANDA, Moderation (Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes)
Musikprogramm
IRENE FRANK, Cello / SERKAN GÜRKAN, Geige / ALFRED PFLEGER, Geige
HERBERT PICHLER, Klavier / GEORG SCHRÖFL, Viola
spielen
RUTH SCHONTHAL, Streichquartett Nr. 3, »In Memoriam Holocaust«
JOHN CAGE, In the Name of the Holocaust
anschließend kleines Buffet
|
|
|
VERANSTALTUNG
ZEHNTE SIMON WIESENTHAL LECTURE: 19. MAI 2011, 18:30 UHR
PETER LONGERICH: "BIOGRAPHIE UND STRUKTURGESCHICHTE. ZWEI NATIONALSOZIALISTISCHE KARRIEREN: HEINRICH HIMMLER UND JOSEPH GOEBBELS"
Ort: Haus-, Hof- und Staatsarchiv, 1010 Wien, Minoritenplatz 1
In seinen Biographien über Heinrich Himmler (2008) und Joseph Goebbels (2010) hat sich Peter Longerich mit zwei sehr unterschiedlichen Figuren aus der Führungsriege des NS-Regimes beschäftigt. In seinem Vortrag zeigt Longerich, wie Himmler und Goebbels ihre jeweiligen Aufgabenbereiche durch ihre exzentrischen Persönlichkeiten unverwechselbar und nachhaltig prägten: Dem Reichsführer SS gelang es, aus einer Gemengelage heterogener Institutionen und Kompetenzen eine scheinbar homogene Organisation zu schaffen, die als »Schwarzer Orden« bis heute als Synonym für den Terror des NS-Staates gilt, während sich mit dem Schlagwort von der »Goebbels-Propaganda« die Vorstellung einer effizienten Manipulation und Kontrolle der Öffentlichkeit verbindet.
Über die beiden Fälle Himmler und Goebbels hinaus geht Longerich der Frage nach, was die Beschäftigung mit den Lebensläufen führender Nationalsozialisten für die Geschichte des Nationalsozialismus leisten kann und plädiert für eine sinnvolle Verbindung von Biographie und Strukturgeschichte.
Peter Longerich, Jahrgang 1955, ist Professor für Moderne Deutsche Geschichte am Royal Holloway College der University of London und Sprecher des Internationalen Wissenschaftlichen Beirats des Wiener Wiesenthal Instituts für Holocaust-Studien (VWI). Neben seinen Biographien über Himmler und Goebbels ist er in den letzten Jahren mit einer Reihe von Publikationen zum Holocaust hervorgetreten, darunter »Davon haben wir nichts gewußt!« (2006) sowie »Holocaust« (2010).
|
|
|
VERANSTALTUNG
NEUNTE SIMON WIESENTHAL LECTURE: 7. APRIL 2011, 18:30 UHR
MARC BUGGELN: "SKLAVENARBEIT UND GEWALT. DIE KZ-AUSSENLAGER"
Ort: Haus-, Hof- und Staatsarchiv, 1010 Wien, Minoritenplatz 1
Unterschiedliche Lebens- und Arbeitsverhältnisse der Häftlinge prägten die Außenlager des KZ Neuengamme bei Hamburg: Die ersten dieser Einrichtungen entstanden zwar schon 1941/42, von einer flächendeckenden Ausbreitung über ganz Norddeutschland kann jedoch erst ab 1944 die Rede sein. Insgesamt verfügte das KZ Neuengamme über 85 Außenlager, in denen die SS Ende 1944 etwa 40.000 Häftlinge als Sklavenarbeiterinnen und -arbeiter für die deutsche Kriegswirtschaft
unterbrachte.
Der Vortrag vergleicht die KZ-Außenlager systematisch miteinander und bewertet die Bedeutung verschiedenster Faktoren – wie Arbeitsbedingungen, Rassismus oder Geschlechterunterschiede – für die unterschiedlichen Über le benschancen von KZ-Häftlingen. So können einige zentrale Annahmen der bisherigen KZ-Forschung widerlegt, beziehungsweise muss ihre mitunter behauptete generelle Gültigkeit erheblich eingeschränkt werden. Im zweiten Teil des Vortrages werden schließlich anhand ausgewählter Biographien die Handlungsbedingungen sowohl von Tätern als auch Opfern beschrieben.
Marc Buggeln, Jahrgang 1971, ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Geschichtswissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin. Er ist Redakteur bei H-Soz-u-Kult, einer moderierten Informations- und Kommunikationsplattform für Historikerinnen und Historiker, und den historischen Fachzeitschriften WerkstattGeschichte sowie Sozial.Geschichte.Online.
Für sein Buch »Arbeit & Gewalt. Das Außenlagersystem des KZ Neuengamme«, erschienen im Walllstein-Verlag in Göttingen 2009, wurde er mit dem Herbert-Steiner-Preis ausgezeichnet – benannt nach dem langjährigen Leiter des DÖW.
|
|
|
VERANSTALTUNG
BUCHPRÄSENTATION: 3. FEBRUAR 2011, 18:30 UHR
ELEONORE LAPPIN-EPPEL: "Ungarisch-Jüdische Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen in Österreich 1944/45. Arbeitseinsatz - Todesmärsche - Folgen"
Wien, LIT Verlag 2010
Ort: Österreichische Akademie der Wissenschaften, Theatersaal, 1010 Wien, Sonnenfelsgasse 19
Nach der Okkupation Ungarns durch die Wehrmacht im März 1944 wurden zehntausende ungarische Juden und Jüdinnen in das Gebiet des heutigen Österreich verschleppt. Ein Teil der Deportierten wurde in Konzentrationslagern interniert, knapp 40.000 verrichteten zwischen Juni 1944 und April 1945 Zwangsarbeit in Ostösterreich. Das Buch befasst sich mit jenen ungarischen Juden und Jüdinnen, die nicht in KZs interniert waren, sondern als ZwangsarbeiterInnen in Industrie- und Gewerbebetrieben sowie in der Land- und Forstwirtschaft oder beim Bau des "Südostwalls" entlang der Grenze der Ostmark zur Slowakei und zu Ungarn arbeiten mussten. Die an ihnen verübten Verbrechen während des Arbeitseinsatzes sowie entlang der Marschrouten nach Mauthausen und Gunskirchen im Frühjahr 1945 fielen trotz zahlreicher Gerichtsprozesse in der frühen Nachkriegszeit weitgehend dem kollektiven Vergessen anheim. Das Buch ist die erste umfassende Darstellung dieses Kapitels der österreichischen Geschichte sowie seiner Aufarbeitung in der Zweiten Republik.
PROGRAMM
Begrüßung
Michael Rössner (Direktor, Institut für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte
der Österreichischen Akademie der Wissenschaften - ÖAW)
Podiumsgespräch
Eleonore Lappin-Eppel (Institut für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte der ÖAW)
András Kovács (Central European University - CEU, Budapest)
Béla Rásky, Moderation (Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien - VWI)
Musikprogramm
Ilse Montocchio, Klavier
Lukas Neudinger, Viola
Alfred Pfleger, Geige
Tobias Stosiek, Cello
spielen Werke ungarisch-jüdischer Komponisten, die Opfer der Shoah wurden:
Sándor Kuti, Serenade für ein Streichertrio
László Weiner, Duo für Violine und Bratsche
Sándor Vándor, Arie für Violoncello und Klavier
anschließend kleines Buffet
Zur Autorin:
Dr. Eleonore Lappin-Eppel, Historikerin: 1982 bis 1986 Lehrbeauftragte für deutsche Sprache an der Universität Tel Aviv sowie 1983 bis 1986 Assistentin an der deutschen Abteilung der Hebräischen Universität in Jerusalem, seit 1995 Lehrbeauftragte für Zeitgeschichte an der Karl-Franzens-Universität Graz. 1989–2010 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für jüdische Geschichte Österreichs, seit 2010 an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.
Forschungsschwerpunkte: jüdische Geschichte des deutschsprachigen Raums, insbesondere der jüdischen Geistes- und Sozialgeschichte des 20. Jahrhunderts, sowie der nationalsozialistischen Judenverfolgung und -vernichtung in Österreich und der Auseinandersetzung damit in der Zweiten Republik.
|
|
|
VERANSTALTUNG
ACHTE SIMON WIESENTHAL LECTURE: 16. DEZEMBER 2010, 18:30 UHR
DIETER POHL: "VERSCHÜTTETES WISSEN. FRÜHE PUBLIKATIONEN ZUM HOLOCAUST 1943-1950"
Ort: Haus-, Hof- und Staatsarchiv, 1010 Wien, Minoritenplatz 1
Seit den 1980er-Jahren nahm sowohl das öffentliche Interesse an der Geschichte des Holocausts als auch die Zahl an Publikationen stetig zu. Zwar waren auch schon vorher wichtige Bücher erschienen, nicht zuletzt auch von Simon Wiesenthal, dennoch blieb weitgehend unbekannt, dass sich auch schon die unmittelbaren Zeitgenossen mit dem Geschehen des Massenmordes auseinandergesetzt hatten.
Fast genau in dem Moment, als die meisten Verbrechen vollendet waren, im Herbst1943, begannen darüber in Übersee Bücher zu erscheinen. Anfangs dienten diese noch dazu, die Weltöffentlichkeit wach zu rütteln. Nach Kriegsende
wurde jedoch das ganze Ausmaß des Massenmordes deutlich, und man begann mit der Sammlung aller erreichbaren Zeugnisse. Es waren vor allem jüdische Autoren und Autorinnen, die nun über den Holocaust publizierten, in den USA, in Europa, aber auch in Südamerika. Viel davon, was schon vor 1950 veröffentlicht wurde, ist jedoch in der Nachkriegszeit und im Kalten Krieg dem Vergessen anheim gefallen und wurde erst Jahrzehnte später wieder entdeckt.
Dieter Pohl, Jahrgang 1964, studierte Geschichts- und Politikwissenschaften in München. Er ist Privatdozent am Historischen Seminar der Ludwig-Maximilians-Universität München, Mitarbeiter des Instituts für Zeitgeschichte Berlin – München und seit 2010 Vorstand der Abteilung Zeitgeschichte am Institut für Geschichte der Universität Klagenfurt. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören die Geschichte der NS-Massenverbrechen und Besatzungspolitik in Osteuropa sowie deren Strafverfolgung nach Kriegsende. Seine wichtigsten Veröffentlichungen: »Verfolgung und Massenmord in der NS-Zeit 1933 – 1945«, »Die Herrschaft der Wehrmacht: deutsche Militärbesatzung und einheimische Bevölkerung in der Sowjetunion 1941 – 1944« sowie »Nationalsozialistische Judenverfolgung in Ostgalizien 1941 – 1944: Organisation und Durchführung eines staatlichen Massenverbrechens«
Vergessenes Wissen zum Holocaust, Interview, 16. Dezember 2010
|
|
VERANSTALTUNG
SPURENSUCHE AN EINEM VERGESSENEN ORT - EIN ABEND IN DER EHEMALIGEN SYNAGOGE KASCHLGASSE
9. November 2010
Ort: 1200 Wien, Kaschlgasse 4
Ein unwirtlicher Ort: Nunmehr leer, treten lange verschüttete Schichten wieder hervor. Das Parteilokal lässt sich nur mehr erahnen, vom Tanzsaal blieb die monumentale Schank, der Supermarkt zerriss die ursprüngliche Anordnung der Räume, hinterließ einen Geruch von Fleisch, verstaubte Heizgebläse und Sicherungskästen. Nicht Brauchbares wurde abgemauert, tote Räume entstanden. Allein Spuren an den Wänden, Fehlstellen in der provisorischen Decke, alte Stiegengeländer und Schwingtüren erzählen von der tiefsten, der ursprünglichen Schicht.
600 Plätze fasste die 1932 eingeweihte Synagoge des galizischen Bethaus- und Unterstützungsvereins »Bene Berith«. In ein Wohnhaus integriert, entging der im Novemberpogrom verwüstete Bau damals seiner vollkommenen Zerstörung. Dennoch wird die Auslöschung augenscheinlich: Weniger als ein Jahrhundert danach bedarf es archäologischer Methoden und komplexer Simulationen, um den ehemaligen Sakralbau zu erkennen.
Der Abend öffnet für kurze Zeit die vergessenen Räume, legt Spuren frei und lässt Bilder der ursprünglichen Gestalt entstehen, zeigt die Möglichkeiten und Grenzen einer über das virtuelle hinausweisenden Rekonstruktion. Es bleibt ein unwirtlicher Ort.
Programm
18:30 Novemberpogrom in Wien
Markus Kupferblum liest aus den Brandbüchern der Wiener Feuerwehr und aus Augenzeugenberichten
19:00 Jüdische Brigittenau
Eleonore Lappin im Gespräch mit Kurt Rosenkranz und Vladimir Vertlib
20:00 Grabungsort Kaschlgasse
Bob Martens und Herbert Peter über die Wiederentdeckung und Möglichkeiten der Rekonstruktion
21:00 Spuren des Sakralen
Felicitas Heimann-Jelinek führt durch die ehemalige Synagoge
Idee & Konzept: Béla Rásky / Werner Michael Schwarz
Gestaltung & Durchführung: Alex Kubik / Bob Martens / Herbert Peter
Grafik: Amt 7 (Waldegg | Bekesi)
Dank an: IKG-Wien / Jüdisches Museum Wien / Heinrich Krenn (Wiener Feuerwehrmuseum) / Wien Museum / Georg Haber
Kaschlgasse 4: Eine österreichische Geschichte, 10. November 2010
|
|
VERANSTALTUNG
SIEBENTE SIMON WIESENTHAL LECTURE: 4. NOVEMBER 2010, 18:30 UHR
WOLFGANG BENZ: "DER ORT DES TERRORS. DIE WELT DER NATIONALSOZIALISTISCHEN ZWANGSLAGER"
Ort: Haus-, Hof- und Staatsarchiv, 1010 Wien, Minoritenplatz 1
Das Netz der Lager, das unter der Regie der SS schließlich fast ganz Europa überzog, war ein fixer Bestandteil des nationalsozialistischen Terrorsystems, bestimmte das Wesen der NS-Herrschaft. Von der britischen Kanalinsel Alderney bis in die Sowjetunion, vom Baltikum bis nach Griechenland reichend, gab es im NS-Machtbereich schließlich keinen Ort, an dem nicht in irgendeiner Form ein solches Lager existierte. Die Namen der großen Konzentrations- und Vernichtungslager sind heute zu den Synonymen des nationalsozialistischen Staatsterrors, zu den Metaphern des Schreckens, der Entmenschlichung und des rassistischen Massenmords schlechthin geworden. Doch paradoxerweise sind gleichzeitig die Spuren jener unzähligen kleinen Nebenlager dieses Systems, jenes Netzes, das diesen Terror bis in die kleinste Verästelungen eigentlich erst ermöglichte, getilgt worden – und damit oft auch aus dem kulturellen Gedächtnis Europas verschwunden.
Wolfgang Benz wird in seinem Vortrag auf Grundlage seines gemeinsam mit Barbara Distel herausgegebenen, neunbändigen Standardwerks zur Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager dieses Wissen erneut systematisieren und zugänglich machen.
Wolfgang Benz, Jahrgang 1941, ist Leiter des 1982 gegründeten Zentrums für Antisemitismusforschung an der Technischen Universität Berlin sowie Autor, Herausgeber und Verfasser unzähliger Monographien, Artikel, Beiträge und Essays zum Thema Nationalsozialismus und Antisemitismus, darunter die einschlägigen Standardwerke „Enzyklopädie des Nationalsozialismus“ und „Handbuch des Antisemitismus“.
|
|
VERANSTALTUNG
SECHSTE SIMON WIESENTHAL LECTURE: 28. SEPTEMBER 2010, 18:30 UHR
DIRK MOSES: "VÖLKERMORD UND DIE AUFARBEITUNG VON VERGANGENHEITEN AUS GLOBALER SICHT"
Ort: Dachfoyer des Haus-, Hof- und Staatsarchivs, 1010 Wien, Minoritenplatz 1
In den 1990er-Jahren hat sich mit den „Holocaust- und Genozid-Studien“ vor allem in der angelsächsischen Welt ein neuer Wissenschaftszweig etabliert – und damit auch eine neue Kultur des Erinnerns und des Umgangs mit der kollektiven Vergangenheit und der öffentlichen Entschuldigung für historische Verbrechen: Mehrere Länder haben seither in den unterschiedlichsten Formen Holocaust-Gedenktage und Ähnliches institutionalisiert, mehrere Regierungen haben sich in verschiedensten Arten für historisches Unrecht entschuldigt. Aber was heißt nun Völkermord – Genozid – genau, und was hat er begrifflich mit dem Holocaust, der Ermordung der europäischen Juden, zu tun? Wie sind die beiden miteinander verwandt? Und welche gesellschaftliche Rolle, welche soziale Funktion kommt solchen offiziellen bzw. quasi-offiziellen Erinnerungen zu?
Der deutschsprachige Vortrag wird zu klären versuchen, ob die „Lehre“, die aus der Geschichte des Holocaust bzw. anderer Genozide allgemein gezogen wird – nämlich, dass „Toleranz“ geboten sei –, tatsächlich die adäquate Antwort auf diese Herausforderung sein kann.
Dirk Moses, 1967 in Australien geboren, studierte Geschichte in Brisbane, St. Andrews, Freiburg und Berkeley, lehrt seit 2000 an der Universität Sydney und ist ab 2011 als „Professor for global and colonial history“ am Europäischen Hochschulinstitut in Florenz tätig. Zu seinen Veröffentlichungen gehören „German Intellectuals and the Nazi Past“ (Cambridge 2007), mehrere Sammelbände zur Frage des Verhältnisses zwischen Genozid und Kolonialismus sowie zuletzt das „Oxford Handbook of Genocide Studies“ (2010).
|
|
VERANSTALTUNG
FÜNFTE SIMON WIESENTHAL LECTURE: 10. JUNI 2010, 18:30 UHR
ROBERT JAN VAN PELT: "AUSCHWITZ, HOLOCAUST-LEUGNUNG UND DER IRVING-PROZESS"
Ort: Dachfoyer des Haus-, Hof- und Staatsarchivs, 1010 Wien, Minoritenplatz 1
Seit den 1970er-Jahren richten Holocaust-Leugner ihre Aufmerksamkeit vor allem auf die Frage der Krematorien von Auschwitz: Mit der Infragestellung ihrer Existenz meinen sie, den Holocaust überhaupt leugnen zu können. Im berühmt-berüchtigten Londoner Prozess "David Irving gegen Deborah Lipstadt" im Jahr 2000 erreichten die Attacken der Holocaust-Leugner gegen die Evidenz der Auschwitzer Krematorien einen dramatischen Höhepunkt. Fünf Tage lang verteidigte der vom Gericht bestellte Sachverständige Robert Jan van Pelt seinen 700-seitigen Bericht im Kreuzverhör – mit einem erbärmlichen Ausgang für David Irving.
Der englischsprachige Vortrag des niederländischen Architekturhistorikers wird auf die Hintergründe und Entwicklungen dieses historischen Gerichtsprozesses fokussieren.
Robert Jan van Pelt, 1955 im niederländischen Haarlem geboren, ist Absolvent der Universität Leiden. Er unterrichtete Architektur- und Stadtbaugeschichte an den Universitäten von Singapur, Virginia, am MIT und an der TU Wien, und ist zur Zeit Professor an der University of Waterloo, Kanada. Bekannt wurde er vor allem durch seine Veröffentlichungen zum KZ Auschwitz.
|
|
PRESSEKONFERENZ vom 12. Jänner 2010: "Wiener Wiesenthal Institut - Fortbestand gesichert: Die neuesten
Entwicklungen"
Videomitschnitt der Pressekonferenz des Vorstandes des VWI, 12.
Jänner 2010, Presseclub Concordia, Wien
Die Generalversammlung hat am 5. November 2009 auf Vorschlag der einzelnen Vereinsmitglieder den folgenden neuen Vorstand gewählt.
Vorstandsvorsitzender ist Univ.Prof. Dr. Georg Graf, Professor für Privatrecht an der Universität Salzburg, seine erste Stellvertreterin ist die wiedergewählte Univ.Doz. Dr. Brigitte Bailer, wissenschaftliche Leiterin des Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW), sein zweiter Stellvertreter ist Dr. Ariel Muzicant, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG). Ebenfalls wieder nominiert wurden DI Georg Haber, kaufmännischer Direktor des Jüdischen Museums Wien, und Univ.Doz. Dr. Bertrand Perz, stellvertretender Institutsvorstand des Instituts für Zeitgeschichte an der Universität Wien. Berthold Sandorffy wurde als Stellvertreter vom Bund jüdisch Verfolgter des Nazi-Regimes (BJVN) entsendet. Das Institut für Konfliktforschung mit Univ.Prof. Dr. Anton Pelinka ist als Vereinsmitglied ausgeschieden.
|
|
VERANSTALTUNG
VIERTE SIMON WIESENTHAL LECTURE: 26. MAI 2009, 18:30 UHR
MARIANNE HIRSCH UND LEO SPITZER: SPAZIERGANG IN DER HERRENGASSE
STRASSENFOTOS AUS DEM JÜDISCHEN CZERNOWITZ
Im Habsburgerreich als "Wien des Ostens" bezeichnet, beherbergte Czernowitz eine lebendige deutschsprachige jüdische Gemeinde, die während des Zweiten Weltkrieges beinahe vollständig vertrieben oder vernichtet wurde. Doch die Erinnerung an Czernowitz lebt fort, überliefert von Überlebenden und ihren Nachkommen, "gleich einem wunderbaren Geschenk" und einem "unbarmherzigen Fluch", wie Aharon Appelfeld schreibt. In ihrem Vortrag wandten sich Marianne Hirsch und Leo Spitzer vorwiegend visuellen Materialien aus Familienalben und -sammlungen zu, um Zugang zur Welt des jüdischen Czernowitz vor seiner Zerstörung zu finden.
Weiter
|
|
VERANSTALTUNG
SIMON WIESENTHAL-FESTAKT: 22. JAN. 2009, 19:30 UHR
ZUM 100. GEBURTSTAG
Simon Wiesenthal wurde am 31. Dezember 1908 in Buczacz geboren. Die Israelitische Kultusgemeinde Wien (IKG) und das Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI) haben aus diesem Anlass zu einem Festakt ins Palais Niederösterreich, Herrengasse 13, 1010 Wien geladen.
|
|
Weiter
VERANSTALTUNG
DRITTE SIMON WIESENTHAL LECTURE: 18. DEZ. 2008, 18:30 UHR
PAUL A. SHAPIRO: BAD AROLSEN ñ DIE ÖFFNUNG DES GRÖSSTEN HOLOCAUST-ARCHIVS DER WELT
Mit Datenschutz-Argumenten hat das Internationale Rote Kreuz jahrzehntelang den Zugang zum größten Holocaust-Archiv der Welt blockiert. Sein International Tracing Service (ITS) in Bad Arolsen (Hessen) verfügt über einen Bestand von rund 50 Millionen Dokumenten zu rund 17,5 Millionen Menschen. Aufgabe des Suchdienstes war und ist die Sammlung, Ordnung, Aufbewahrung und Auswertung von Unterlagen über zivile Opfer der NS-Herrschaft. Im November 2007 kam es nach großem internationalem Druck zur Freigabe der Akten für die historische Forschung. Paul Shapiro war maßgeblich an der Öffnung des ITS-Archivs beteiligt. In seinem Vortrag hat er über die politischen Hintergründe, die diplomatischen Schritte zur Öffnung, die Inhalte des ITS-Archivs, seine Zugänglichkeit und die neuen Chancen für die Holocaust-Forschung gesprochen.
Weiter
|
|
VERANSTALTUNG
TAGUNG: 12.-14. NOVEMBER 2008
DAS JÜDISCHE VEREINSWESEN IN WIEN
Im Rahmen der Ausstellung:
ÑDas Dreieck meiner Kindheit. Eine jüdische Vorstadtgemeinde in Wien XVì
Das Haus Herklotzgasse 21 im 15. Wiener Gemeindebezirk ist nicht nur jener Ort, an dem im Jahr 2000 große Teile des Archivs der Israelitischen Kultusgemeinde Wien wiederentdeckt wurden.
Einer Initiative der heutigen MieterInnen des Hauses ist es zu verdanken, dass dieser Ort im Rahmen des Projekts Herklotzgasse 21 (
www.herklotzgasse21.at) zum Ausgangspunkt der Erforschung der Geschichte einer jüdischen Vorstadtgemeinde wurde, die von 30. Oktober bis 28. November 2008 in einer Ausstellung und von 12. bis 14. November 2008 in einer wissenschaftlichen Tagung präsentiert und diskutiert wird.
Weiter
|
|
VERANSTALTUNG
ZWEITE SIMON WIESENTHAL LECTURE DES VWI: 13. MAI 2008, 18:30 UHR
LEONARD H. EHRLICH: GESCHÄTZT UND GESCHOLTEN:
BENJAMIN MURMELSTEIN IN WIEN 1938-43
Leonard H. und Edith Ehrlich arbeiten seit vielen Jahren an einer Studie über die Entscheidungsspielräume jüdischer Funktionäre im nationalsozialistischen Wien und in Theresienstadt. 1977 haben sie in Rom ein ausführliches, durch Tonbandaufnahmen dokumentiertes Gespräch mit dem Wiener Rabbiner Dr. Benjamin Murmelstein geführt, dessen zentrale Rolle bei der Auswanderung und Deportation der jüdischen Bevölkerung Wiens Gegenstand zweier Veranstaltungen im Jahr 2007 war: der Ausstellung ÑOrdnung muss sein ñ Das Archiv der Israelitischen Kultusgemeinde Wienì (Juli - Oktober 2007) sowie der erstmaligen Leinwandpräsentation des von Claude Lanzmann 1975 mit Dr. Murmelstein gedrehten Filminterviews im Österreichischen Filmmuseum (Oktober 2007).
Im Vortrag und in der anschließenden Diskussion erörterten Leonard H. und Edith Ehrlich auch die Wahl ihres Forschungsthemas, den jahrelangen Forschungsverlauf und die Gestaltung ihres Buches.
Weiter
|
|
VERANSTALTUNG
FILMPRÄSENTATION UND DISKUSSION: 16. MÄRZ 2008
ÖSTERREICHISCHES FILMMUSEUM: FILMDOKUMENTE ZUR ZEITGESCHICHTE
TEIL 3: MIKROGESCHICHTEN VOM "ANSCHLUSS"
Das filmische Bild vom ÑAnschlussì 1938 ist maßgeblich von jenen ikonischen Aufnahmen bestimmt, die von der NS-Filmpropaganda hergestellt wurden. Bildästhetik und Dramaturgie, die den NS-Wochenschauen zugrunde lagen, bilden bis heute das visuelle Inventar, mit dem das Ereignis in TV-Dokumentationen, Lehrmitteln, Museen und Kinofilmen illustriert wird. Die Veranstaltung will in der Gegenüberstellung des propagandistischen Bildes mit Amateurmaterial, Kulturfilmen und Fragmenten österreichischer Wochenschauen Formen der historischen wie auch der retrospektiven Ästhetisierung und Narrativisierung des ÑMärz 1938ì debattieren.
Sonntag, 16. März 2008, 14:30 Uhr
Ort: Österreichisches Filmmuseum, 1010 Wien, Augustinerstrasse 1 (im Gebäude der Albertina)
Weiter
|
|
VERANSTALTUNG
FILMPRÄSENTATION UND DISKUSSION: 16. JÄNNER 2008
ÖSTERREICHISCHES FILMMUSEUM: FILMDOKUMENTE ZUR ZEITGESCHICHTE
TEIL 1: ERINNERUNG AN DIE LAGER
Die Britische Armee fertigte bei der Befreiung des KZ Bergen-Belsen im April 1945 Filmdokumente an, die bereits zum damaligen Zeitpunkt als juristisches und als ästhetisches Problem erkannt wurden. ÑMemory of the Campsì (1945, unvollendet; Produzent: Sidney Bernstein; Künstlerische Beratung: Alfred Hitchcock; Schnitt: Stewart McAllister, Peter Tanner; s/w; 57 Minuten; überwiegend stumm) ist ein beunruhigendes und erschütterndes Dokument dafür, wie herkömmliche dokumentarische Formen vor dem Ausmaß der NS-Verbrechen versagen.
Die Veranstaltung im Österreichischen Filmmuseum stand am Beginn des ÑBedenkjahresì 2008 und bildete den Auftakt zur Veranstaltungsreihe ÑFilmdokumente zur Zeitgeschichteì.
Weiter
|
|
|
VERANSTALTUNG / VIDEOARCHIV
AUSSTELLUNG: 4. JULI - 21. OKTOBER 2007 (VERLÄNGERT BIS 28.OKTOBER 2007!)
ORDNUNG MUSS SEIN - DAS ARCHIV DER ISRAELITISCHEN KULTUSGEMEINDE WIEN
Unter dem Titel "Ordnung muss sein" zeigte das Jüdische Museum Wien von 4. Juli bis 28. Oktober 2007 erstmals eine Ausstellung über das Archiv der Israelitischen Kultusgemeinde Wien.
Weiter
|
|
VERANSTALTUNG
FILMPRÄSENTATION UND DISKUSSION: 14. OKTOBER 2007
ÑDER LETZTE DER UNGERECHTENì - BENJAMIN MURMELSTEIN, GEFILMT VON CLAUDE LANZMANN
Das Österreichische Filmmuseum und das Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI) brachten den französischen Filmemacher Claude Lanzmann zu einem Publikumsgespräch nach Wien und zeigten rund 5 Stunden eines bis dato unveröffentlichten Filminterviews, das Lanzmann 1975 im Zuge der Dreharbeiten zu seinem monumentalen Dokumentarfilm ÑShoahì mit dem Wiener Rabbiner Dr. Benjamin Murmelstein geführt hat. Murmelstein war eine Schlüsselfigur der Wiener Kultusgemeinde in der NS-Zeit und nach seiner eigenen Deportation Mitglied des ÑJudenratesì und späterer ÑJudenältesterì im Lager Theresienstadt. Die erstmalige Leinwandpräsentation des ungeschnittenen Filmmaterials wurde von einem ExpertInnengespräch mit Doron Rabinovici, Anna Hájková und Pierre Genée begleitet.
Weiter
|
|
|
TRAUER UM RAUL HILBERG (1926-2007)
Die Israelitische Kultusgemeinde Wien und das Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI) trauern um Raul Hilberg, der am 4. August 2007 nach schwerer Krankheit verstorben ist.
Weiter
|
|
|
WEBSITE DES SIMON WIESENTHAL ARCHIVS ONLINE
Das von Simon Wiesenthal gegründete Dokumentationszentrum des Bundes jüdischer Verfolgter des Naziregimes verfügt jetzt über eine eigene Website, die Einblick in dessen Geschichte, in seine Bestände und in die Arbeit Simon Wiesenthals sowie seiner MitarbeiterInnen gibt.
Das Archiv Simon Wiesenthals soll zu einem integralen Bestandteil des Wiener Wiesenthal Instituts für Holocaust-Studien (VWI) werden.
Weiter zur Homepage: Simon Wiesenthal Archiv
|
|
|
VERANSTALTUNG / VIDEOARCHIV
HOLOCAUST STUDIES TAGUNG: 27.-29. JUNI 2007
ARBEIT UND VERNICHTUNG
Arbeiterkammer Wien
Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI)
In Kooperation mit: Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien (IfZ) und Israelitische Kultusgemeinde Wien (IKG)
Ehrenschutz: Bundespräsident Heinz Fischer
Die Videoaufzeichnungen der Eröffnungsreden von Herbert Tumpel, Anton Pelinka, Charlotte Knobloch, Heidrun Silhavy, Bertrand Perz und der Vorträge von Ulrich Herbert, Dieter Pohl, Elizabeth Harvey, Patricia Heberer, Florian Freund, Manfred Grieger, Harald Welzer, Christian Streit, Peter Klein, Gustavo Corni, Andrea Löw, Eleonore Lappin und Frank Stern sowie die Diskussionen sind auf dieser Website abrufbar!
Weiter
|
|
|
ZUR ERHALTUNG VON ARCHIVBESTÄNDEN
DIE SICHERUNG DES ARCHIVS DER ISRAELITISCHEN KULTUSGEMEINDE WIEN AUF MIKROFILM
Seit 2002 betreiben die Israelitische Kultusgemeinde (IKG) Wien und das United States Holocaust Memorial Museum Washington (USHMM) ein Kooperationsprojekt. Projektziel ist die Sicherung umfangreicher Bestände aus dem Archiv der IKG Wien auf Mikrofilm. Bei den Dokumenten handelt es sich vornehmlich um Materialien aus der Zeit zwischen 1933 und 1945, die sich gegenwärtig in Jerusalem oder Wien befinden. Bisher konnten über 1,5 Mio. Aufnahmen in Jerusalem und rund 500.000 in Wien angefertigt werden. Seit Oktober 2006 wird das Projekt auch auf der Homepage des USHMM vorgestellt.
Weiter zur Homepage: USHMM
|
|
|
VERANSTALTUNG / VIDEOARCHIV
TAGUNG: 7.-8. JUNI 2006
THE LEGACY OF SIMON WIESENTHAL FOR HOLOCAUST STUDIES
Um den Gründungsprozess des neuen Wiener Wiesenthal Instituts für Holocaust-Studien (VWI) auch wissenschaftlich zu begleiten, veranstalteten zwei im Proponentenverein tätige Mitgliedsorganisationen - das Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien (IfZ) sowie das IFK Internationales Forschungszentrum Kulturwissenschaften - eine internationale Konferenz, die sich mit wichtigen Strömungen der aktuellen Holocaustforschung beschäftigt hat. Im besonderen wurde dabei auch auf das Memorandum von Simon Wiesenthal an die österreichische Bundesregierung aus dem Jahr 1966 eingegangen, in dem dieser zur Verfolgung österreichischer Naziverbrecher durch die Justizbehörden die wesentlichen Tatkomplexe des NS-Völkermords aufgelistet hat.
Die Videoaufzeichnungen der Beiträge von David Bankier, Atina Grossmann, Isabel Heinemann, Christian Gerlach, Peter Black, Wlodzimierz Borodziej, Michael Wildt, Omer Bartov, Tom Segev, Bertrand Perz und Raul Hilberg sind im Videoarchiv abrufbar.
Weiter
|
|
|