PROJEKTINFORMATION
WIENER WIESENTHAL INSTITUT FÜR HOLOCAUST-STUDIEN (VWI)
Simon Wiesenthal war es ein besonderes Anliegen seiner letzten Lebensjahre, sein Archiv der historischen Forschung zugänglich zu machen und den Geist seiner Arbeit in einer Zeit gewahrt zu wissen, in der sowohl die Täter als auch die Opfer des Nationalsozialismus gestorben sein werden. Die Israelitische Kultusgemeinde Wien hat deshalb bereits im Jahr 2002 gemeinsam mit zahlreichen namhaften Institutionen die Initiative ergriffen, ein internationales Shoa-Forschungszentrum in Wien zu errichten, das den Namen Simon Wiesenthals tragen soll. Dieses Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI), an dessen Konzeption der im September 2005 verstorbene Simon Wiesenthal noch persönlich beteiligt war, widmet sich - ganz im Sinne seines Lebenswerkes - der Erforschung, Dokumentation und Vermittlung von Fragen zu Antisemitismus, Rassismus und Holocaust. In ihm soll das Simon Wiesenthal Archiv mit Teilen des Archivs der Israelitischen Kultusgemeinde Wien räumlich zusammengeführt werden.
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Seit den 1970er-Jahren richten Holocaust-Leugner ihre Aufmerksamkeit vor allem auf die Frage der Krematorien von Auschwitz: Mit der Infragestellung ihrer Existenz meinen sie, den Holocaust überhaupt leugnen zu können. Im berühmt-berüchtigten Londoner Prozess "David Irving gegen Deborah Lipstadt" im Jahr 2000 erreichten die Attacken der Holocaust-Leugner gegen die Evidenz der Auschwitzer Krematorien einen dramatischen Höhepunkt. Fünf Tage lang verteidigte der vom Gericht bestellte Sachverständige Robert Jan van Pelt seinen 700-seitigen Bericht im Kreuzverhör – mit einem erbärmlichen Ausgang für David Irving.
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PRESSEKONFERENZ vom 12. Jänner 2010: "Wiener Wiesenthal Institut - Fortbestand gesichert: Die neuesten
Entwicklungen" Videomitschnitt der Pressekonferenz des Vorstandes des VWI, 12. Jänner 2010, Presseclub Concordia, Wien Die Generalversammlung hat am 5. November 2009 auf Vorschlag der einzelnen Vereinsmitglieder den folgenden neuen Vorstand gewählt. Vorstandsvorsitzender ist Univ.Prof. Dr. Georg Graf, Professor für Privatrecht an der Universität Salzburg, seine erste Stellvertreterin ist die wiedergewählte Univ.Doz. Dr. Brigitte Bailer, wissenschaftliche Leiterin des Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW), sein zweiter Stellvertreter ist Dr. Ariel Muzicant, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG). Ebenfalls wieder nominiert wurden DI Georg Haber, kaufmännischer Direktor des Jüdischen Museums Wien, und Univ.Doz. Dr. Bertrand Perz, stellvertretender Institutsvorstand des Instituts für Zeitgeschichte an der Universität Wien. Berthold Sandorffy wurde als Stellvertreter vom Bund jüdisch Verfolgter des Nazi-Regimes (BJVN) entsendet. Das Institut für Konfliktforschung mit Univ.Prof. Dr. Anton Pelinka ist als Vereinsmitglied ausgeschieden.
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VERANSTALTUNG
VIERTE SIMON WIESENTHAL LECTURE: 26. MAI 2009, 18:30 UHR MARIANNE HIRSCH UND LEO SPITZER: SPAZIERGANG IN DER HERRENGASSE STRASSENFOTOS AUS DEM JÜDISCHEN CZERNOWITZ
Im Habsburgerreich als "Wien des Ostens" bezeichnet, beherbergte Czernowitz eine lebendige deutschsprachige jüdische Gemeinde, die während des Zweiten Weltkrieges beinahe vollständig vertrieben oder vernichtet wurde. Doch die Erinnerung an Czernowitz lebt fort, überliefert von Überlebenden und ihren Nachkommen, "gleich einem wunderbaren Geschenk" und einem "unbarmherzigen Fluch", wie Aharon Appelfeld schreibt. In ihrem Vortrag wandten sich Marianne Hirsch und Leo Spitzer vorwiegend visuellen Materialien aus Familienalben und -sammlungen zu, um Zugang zur Welt des jüdischen Czernowitz vor seiner Zerstörung zu finden.
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VERANSTALTUNG SIMON WIESENTHAL-FESTAKT: 22. JAN. 2009, 19:30 UHR ZUM 100. GEBURTSTAG Simon Wiesenthal wurde am 31. Dezember 1908 in Buczacz geboren. Die Israelitische Kultusgemeinde Wien (IKG) und das Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI) haben aus diesem Anlass zu einem Festakt ins Palais Niederösterreich, Herrengasse 13, 1010 Wien geladen.
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VERANSTALTUNG
DRITTE SIMON WIESENTHAL LECTURE: 18. DEZ. 2008, 18:30 UHR PAUL A. SHAPIRO: BAD AROLSEN ñ DIE ÖFFNUNG DES GRÖSSTEN HOLOCAUST-ARCHIVS DER WELT Mit Datenschutz-Argumenten hat das Internationale Rote Kreuz jahrzehntelang den Zugang zum größten Holocaust-Archiv der Welt blockiert. Sein International Tracing Service (ITS) in Bad Arolsen (Hessen) verfügt über einen Bestand von rund 50 Millionen Dokumenten zu rund 17,5 Millionen Menschen. Aufgabe des Suchdienstes war und ist die Sammlung, Ordnung, Aufbewahrung und Auswertung von Unterlagen über zivile Opfer der NS-Herrschaft. Im November 2007 kam es nach großem internationalem Druck zur Freigabe der Akten für die historische Forschung. Paul Shapiro war maßgeblich an der Öffnung des ITS-Archivs beteiligt. In seinem Vortrag hat er über die politischen Hintergründe, die diplomatischen Schritte zur Öffnung, die Inhalte des ITS-Archivs, seine Zugänglichkeit und die neuen Chancen für die Holocaust-Forschung gesprochen. |
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VERANSTALTUNG
TAGUNG: 12.-14. NOVEMBER 2008 DAS JÜDISCHE VEREINSWESEN IN WIEN
Im Rahmen der Ausstellung:
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VERANSTALTUNG
ZWEITE SIMON WIESENTHAL LECTURE DES VWI: 13. MAI 2008, 18:30 UHR LEONARD H. EHRLICH: GESCHÄTZT UND GESCHOLTEN: BENJAMIN MURMELSTEIN IN WIEN 1938-43
Leonard H. und Edith Ehrlich arbeiten seit vielen Jahren an einer Studie über die Entscheidungsspielräume jüdischer Funktionäre im nationalsozialistischen Wien und in Theresienstadt. 1977 haben sie in Rom ein ausführliches, durch Tonbandaufnahmen dokumentiertes Gespräch mit dem Wiener Rabbiner Dr. Benjamin Murmelstein geführt, dessen zentrale Rolle bei der Auswanderung und Deportation der jüdischen Bevölkerung Wiens Gegenstand zweier Veranstaltungen im Jahr 2007 war: der Ausstellung ÑOrdnung muss sein ñ Das Archiv der Israelitischen Kultusgemeinde Wienì (Juli - Oktober 2007) sowie der erstmaligen Leinwandpräsentation des von Claude Lanzmann 1975 mit Dr. Murmelstein gedrehten Filminterviews im Österreichischen Filmmuseum (Oktober 2007).
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VERANSTALTUNG
FILMPRÄSENTATION UND DISKUSSION: 16. MÄRZ 2008 ÖSTERREICHISCHES FILMMUSEUM: FILMDOKUMENTE ZUR ZEITGESCHICHTE TEIL 3: MIKROGESCHICHTEN VOM "ANSCHLUSS"
Das filmische Bild vom ÑAnschlussì 1938 ist maßgeblich von jenen ikonischen Aufnahmen bestimmt, die von der NS-Filmpropaganda hergestellt wurden. Bildästhetik und Dramaturgie, die den NS-Wochenschauen zugrunde lagen, bilden bis heute das visuelle Inventar, mit dem das Ereignis in TV-Dokumentationen, Lehrmitteln, Museen und Kinofilmen illustriert wird. Die Veranstaltung will in der Gegenüberstellung des propagandistischen Bildes mit Amateurmaterial, Kulturfilmen und Fragmenten österreichischer Wochenschauen Formen der historischen wie auch der retrospektiven Ästhetisierung und Narrativisierung des ÑMärz 1938ì debattieren.
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VERANSTALTUNG
FILMPRÄSENTATION UND DISKUSSION: 16. JÄNNER 2008 ÖSTERREICHISCHES FILMMUSEUM: FILMDOKUMENTE ZUR ZEITGESCHICHTE TEIL 1: ERINNERUNG AN DIE LAGER
Die Britische Armee fertigte bei der Befreiung des KZ Bergen-Belsen im April 1945 Filmdokumente an, die bereits zum damaligen Zeitpunkt als juristisches und als ästhetisches Problem erkannt wurden. ÑMemory of the Campsì (1945, unvollendet; Produzent: Sidney Bernstein; Künstlerische Beratung: Alfred Hitchcock; Schnitt: Stewart McAllister, Peter Tanner; s/w; 57 Minuten; überwiegend stumm) ist ein beunruhigendes und erschütterndes Dokument dafür, wie herkömmliche dokumentarische Formen vor dem Ausmaß der NS-Verbrechen versagen.
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VERANSTALTUNG / VIDEOARCHIV
Unter dem Titel "Ordnung muss sein" zeigte das Jüdische Museum Wien von 4. Juli bis 28. Oktober 2007 erstmals eine Ausstellung über das Archiv der Israelitischen Kultusgemeinde Wien.
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VERANSTALTUNG
FILMPRÄSENTATION UND DISKUSSION: 14. OKTOBER 2007 ÑDER LETZTE DER UNGERECHTENì - BENJAMIN MURMELSTEIN, GEFILMT VON CLAUDE LANZMANN Das Österreichische Filmmuseum und das Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI) brachten den französischen Filmemacher Claude Lanzmann zu einem Publikumsgespräch nach Wien und zeigten rund 5 Stunden eines bis dato unveröffentlichten Filminterviews, das Lanzmann 1975 im Zuge der Dreharbeiten zu seinem monumentalen Dokumentarfilm ÑShoahì mit dem Wiener Rabbiner Dr. Benjamin Murmelstein geführt hat. Murmelstein war eine Schlüsselfigur der Wiener Kultusgemeinde in der NS-Zeit und nach seiner eigenen Deportation Mitglied des ÑJudenratesì und späterer ÑJudenältesterì im Lager Theresienstadt. Die erstmalige Leinwandpräsentation des ungeschnittenen Filmmaterials wurde von einem ExpertInnengespräch mit Doron Rabinovici, Anna Hájková und Pierre Genée begleitet. |
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TRAUER UM RAUL HILBERG (1926-2007)
Die Israelitische Kultusgemeinde Wien und das Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI) trauern um Raul Hilberg, der am 4. August 2007 nach schwerer Krankheit verstorben ist.
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WEBSITE DES SIMON WIESENTHAL ARCHIVS ONLINE Das von Simon Wiesenthal gegründete Dokumentationszentrum des Bundes jüdischer Verfolgter des Naziregimes verfügt jetzt über eine eigene Website, die Einblick in dessen Geschichte, in seine Bestände und in die Arbeit Simon Wiesenthals sowie seiner MitarbeiterInnen gibt. Das Archiv Simon Wiesenthals soll zu einem integralen Bestandteil des Wiener Wiesenthal Instituts für Holocaust-Studien (VWI) werden. Weiter zur Homepage: Simon Wiesenthal Archiv |
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VERANSTALTUNG / VIDEOARCHIV
Arbeiterkammer Wien
Die Videoaufzeichnungen der Eröffnungsreden von Herbert Tumpel, Anton Pelinka, Charlotte Knobloch, Heidrun Silhavy, Bertrand Perz und der Vorträge von Ulrich Herbert, Dieter Pohl, Elizabeth Harvey, Patricia Heberer, Florian Freund, Manfred Grieger, Harald Welzer, Christian Streit, Peter Klein, Gustavo Corni, Andrea Löw, Eleonore Lappin und Frank Stern sowie die Diskussionen sind auf dieser Website abrufbar! |
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VERANSTALTUNG
Das Projekt einer Wiederherstellung des Archivs der Israelitischen Kultusgemeinde Wien wurde im Rahmen einer Podiumspräsentation im United States Holocaust Memorial Museum, Washington D.C. erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.
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ZUR ERHALTUNG VON ARCHIVBESTÄNDEN
Seit 2002 betreiben die Israelitische Kultusgemeinde (IKG) Wien und das United States Holocaust Memorial Museum Washington (USHMM) ein Kooperationsprojekt. Projektziel ist die Sicherung umfangreicher Bestände aus dem Archiv der IKG Wien auf Mikrofilm. Bei den Dokumenten handelt es sich vornehmlich um Materialien aus der Zeit zwischen 1933 und 1945, die sich gegenwärtig in Jerusalem oder Wien befinden. Bisher konnten über 1,5 Mio. Aufnahmen in Jerusalem und rund 500.000 in Wien angefertigt werden. Seit Oktober 2006 wird das Projekt auch auf der Homepage des USHMM vorgestellt. |
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VERANSTALTUNG / VIDEOARCHIV
Um den Gründungsprozess des neuen Wiener Wiesenthal Instituts für Holocaust-Studien (VWI) auch wissenschaftlich zu begleiten, veranstalteten zwei im Proponentenverein tätige Mitgliedsorganisationen - das Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien (IfZ) sowie das IFK Internationales Forschungszentrum Kulturwissenschaften - eine internationale Konferenz, die sich mit wichtigen Strömungen der aktuellen Holocaustforschung beschäftigt hat. Im besonderen wurde dabei auch auf das Memorandum von Simon Wiesenthal an die österreichische Bundesregierung aus dem Jahr 1966 eingegangen, in dem dieser zur Verfolgung österreichischer Naziverbrecher durch die Justizbehörden die wesentlichen Tatkomplexe des NS-Völkermords aufgelistet hat. Die Videoaufzeichnungen der Beiträge von David Bankier, Atina Grossmann, Isabel Heinemann, Christian Gerlach, Peter Black, Wlodzimierz Borodziej, Michael Wildt, Omer Bartov, Tom Segev, Bertrand Perz und Raul Hilberg sind im Videoarchiv abrufbar. |