| HOLOCAUST STUDIES TAGUNG |
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Arbeiterkammer Wien |
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| Freitag, 29. Juni, 16:30 Uhr | |
| Eleonore
Lappin [play video] Zwangsarbeit und Todesmärsche ungarischer Jüdinnen und Juden in Österreich |
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Für
Sozialdemokraten im Exil unterschied sich die Judenpolitik der Nazis nicht
von früheren Manifestationen antisemitischer Kampagnen: Sie war schlichtweg
ein Instrument der Unterdrückung im Dienste des Kapitalismus, der
hinter der Fassade des Antisemitismus seine wahren Absichten verbarg –
die Zerschlagung der demokratischen Institutionen. Im Hinblick auf die
unmittelbaren Anlässe für die antisemitischen Wellen im Dritten
Reich führte die sozialdemokratische Presse unterschiedliche Interpretationen
an. Einige bezeichneten die antijüdische Politik als den Blitzableiter
eines Regimes, das gemachte Versprechen nicht einlösen konnte und
sich aus ökonomischen Schwierigkeiten herauswinden mußte. Andere
waren der Ansicht, daß die Gründe auf Konflikten zwischen Parteimitgliedern
beruhen, die ihre Machtpositionen ausbauen wollen. Doch egal welche Interpretationen
auch vorgebracht wurden, der Antisemitismus als ein eigenständiger
Themengegenstand wurde ignoriert und lediglich als eine Politik aufgefaßt,
die das Bedürfnis eines Regimes reflektiert, das auf der Suche nach
einem Feindbild ist. Die Stellung der Konservativen im Exil gibt die Kritik jener wieder, die Juden offensichtlich verteidigten, aber dennoch ernsthaft verlangten, daß sie bereitwillig ihrer Gruppenidentität entsagen und verschwinden sollten. Auf diese Weise stellt ihre Konzeption des Antisemitismus eine Kontinuität der ideologischen Tendenzen des 19. Jahrhunderts dar, die die Ablehnung des jüdischen Partikularismus hervorbrachten. Während die Haltung der exilierten Sozialisten und Konservativen zur Judenfrage eine Kontinuität ideologischer Tendenzen aufweist, zeigt sich eine Änderung in der kommunistischen Position: Die Anerkennung und Unterstützung der Forderungen der zionistischen Bewegung, einen jüdischen Staat in Palästina zu gründen. |
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| Curriculum Vitae | |
Eleonore Lappin, Dr., geb. 1951 in Wien, seit 1989 wissenschaftliche Mitarbeiterin des Instituts für Geschichte der Juden in Österreich und Lehrbeauftragte an der Karl- Franzens Universität Graz und an der Leopold Franzens Universität Innsbruck; studierte deutsche, englische und vergleichende Literaturwissenschaften in den USA und in Israel; unterrichtete 1982–1986 deutsche Sprache und Literatur an der Universität Tel Aviv und an der Hebräischen Universität von Jerusalem. Forschungsschwerpunkte: Jüdische Presse im deutschsprachigen Raum; Autobiographien jüdischer Österreicher/innen; jüdische Intellektuelle in der Ersten Republik; Zionismus; Juden und Film; österreichische Erinnerungskultur an NS-Verbrechen; ungarisch-jüdische Zwangsarbeiter/innen in Österreich 1944/45 und die gerichtliche Verfolgung der gegen sie verübten Verbrechen. Publikationen (Auswahl) - Von der Heimstätte zum Judenstaat: Die Darstellung des Aufbaus des jüdischen Palästina in der Wiener zionistischen Presse 1928–1938. In: Susanne Marten-Finnis, Markus Winkler (Hg.), Die jüdische Presse im europäischen Kontext 1686-1990. Bremen 2006 (=Die jüdische Presse - Kommunikationsgeschichte im europäischen Raum, Bd. 1; zugleich: Presse und Geschichte - Neue Beiträge, Bd. 21), S. 209-222 |
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