| HOLOCAUST STUDIES TAGUNG |
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Arbeiterkammer Wien |
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| Donnerstag, 28. Juni, 16:30 Uhr | |
| Manfred Grieger [play video] Industrie und Holocaust: Zwangsarbeit und „Vernutzung“ in der deutschen Rüstungswirtschaft |
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Das Diktum „Vernichtung durch Arbeit“ prägt die öffentliche Diskussion über die Berührungspunkte von Wirtschaft und NS-Vernichtungssystem. Obgleich der Begriff bekanntlich von Reichsjustizminister Thierack geprägt wurde, findet er sich auch in zahllosen geschichtswissenschaftlichen Arbeiten zur Charakterisierung der Ausbeutung von KZ-Häftlingen durch private und öffentliche Wirtschaftsbetriebe sowie zur Analyse des industrialisierten Massenmords in den NS-Vernichtungsstätten wie Auschwitz oder Treblinka. Den Unternehmen und ihren Managern schreiben eine ganze Reihe von Autoren eine Art Vollstreckerfunktion rassistischer Ausmerzepolitik zu. Der Beitrag möchte die Implementierung der ökonomischen Ausbeutung von Zwangsarbeitskräften in den Betrieben knapp nachzeichnen, um die industrielle „Gewöhnung“ an die „vernutzende“ Verwendung von unfreien Arbeitskräften als wichtige Voraussetzung für die schlussendliche Einbindung in das NS-Zwangsarbeits- und Vernichtungssystem auszuweisen. In einem zweiten Schritt soll das Verhalten von Unternehmen in Konzentrationslagern und bei der Überlassung von KZ-Häftlingen an Betriebe und Verlagerungsfabriken aufgezeigt werden. Trotz einer zumeist übersehenen Vielgestaltigkeit und Differenziertheit wurden KZ-Häftlinge, darunter insbesondere auch Juden, dem fortschreitenden Prozess der Dehumanisierung von Arbeitskräften ausgesetzt, da Effizienz und Gewaltsamkeit das System der deutschen Kriegswirtschaft antrieben. |
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| Curriculum Vitae | |
Manfred Grieger, Dr., geb. 1960, leitet derzeit innerhalb der Konzernkommunikation der Volkswagen AG die Historische Kommunikation und gibt dort zwei Schriftenreihen heraus. Er ist Lehrbeauftragter des Instituts für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Georg-August-Universität Göttingen. Studium der Geschichte, Osteuropäische Geschichte, Publizistik an der Ruhr-Universität Bochum, Kommunikationswissenschaften und Promotion mit einer Arbeit über die Gründungsgeschichte des Volkswagenwerks im Nationalsozialismus und dessen Integration in die NS-Kriegswirtschaft; diverse Tätigkeiten in Museen und Universitäten, u.a. am Hannah-Arendt-Institut an der TU Dresden. Forschungsschwerpunkt ist das Volkswagenwerk. Publikationen (Auswahl) - Das Volkswagenwerk und seine Arbeiter im Dritten Reich. Düsseldorf, 1996 (gem. mit Hans Mommsen) |
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