| HOLOCAUST STUDIES TAGUNG |
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Arbeiterkammer Wien |
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| Freitag, 29. Juni, 15:00 Uhr | |
| Gustavo Corni [play video] Zwangsarbeit in den osteuropäischen Ghettos aus der Sicht der Opfer |
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Der Beschluss der nationalsozialistischen Behörden, die Juden in die Ghettos einzusperren, basierte auf der Voraussetzung, dass sehr schnell endgültig über ihr Schicksal entschieden werden würde. Die Verzögerung und der Mangel an klaren Bestimmungen aus Berlin führten zu einer intensiven Debatte innerhalb der lokalen Verwaltungen: Sollte man die Ghettos ihrem Schicksal überlassen und darauf vertrauen, sie würden einfach zugrunde gehen, oder sollte man aus ihren Arbeitskräften und ihren wirtschaftlichen Ressourcen Profit schlagen, um die Kriegsanstrengungen zu unterstützen? In vielen Fällen wurden in den Ghettos Produktionsstrukturen eingerichtet, die deutschen Firmen übergeben oder den Gemeinden überlassen wurden. Ein Teil der Arbeitskräfte wurde auch zur Zwangsarbeit außerhalb der Ghettos eingesetzt. Die Interessen der deutschen Behörden deckten sich mit denen der Judenräte, die in der Arbeit zur Unterstützung der deutschen Kriegswirtschaft eine Möglichkeit sahen, einen Teil der jüdischen Gemeinde zu retten oder zumindest Zeit zu gewinnen. Viele Mitglieder der deutschen Bürokratie hatten Bedenken gegen die Effizienz der Ghettoproduktion. Andererseits wurden den Ghettobewohnern erst durch die Politik ihrer Besatzer materiell und physisch unerträgliche Lebensbedingungen aufgezwungen, die für das niedrige Produktionsniveau verantwortlich waren. Dieser Widerspruch machte objektiv jeden Versuch zunichte, dem Ghetto durch dessen Dienst für die Kriegswirtschaft des Dritten Reichs das Überleben zu sichern. |
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| Curriculum Vitae | |
Gustavo Corni, Prof. Dr., geb. 1952, Ordinarius für Zeitgeschichte an der Universität Trient und stellvertretender Dekan der Soziologischen Fakultät; Mitglied des wissenschaftlichen Ausschusses des “Istituto storico italo-germanico“; Studium der Politikwissenschaft an der Universität Bologna; Professuren an den Universitäten Chieti, Triest und Trient; 2002 – 2005 Direktor des Instituts für Human- und Sozialwissenschaften, Universität Trient; seit Gründung (2004) Mitglied des Internationalen Graduierten Kollegs „Politische Kommunikation von der Antike bis zu unseren Tagen”; seit 1998 Mitglied des Historischen Graduierten Kollegs, Universität Trient. Forschungsschwerpunkt: Die Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert und komparative Analyse der Diktaturen Publikationen (Auswahl) - La politica agraria del nazionalsocialismo 1930-1939. Milano, 1989 (Englisch: Hitler and the Peasants 1930-1939. Oxford, 1990) |
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